Garten anlegen
Hallo,
jetzt will ich hier zum ersten Mal eine Frage stellen.Gelesen habe ich hier
immer wieder mal...
Wir sind gerade dabei einen neuen Garten anzulegen. Und machen uns darüber
Gedanken ob das Oberflächenwasser gut versickern kann wenn es regnet. Da in
einer kleinen Grube, in der wir vorrübergehend Töpfe plaziert haben, das
Wasser stand..
Aber erst mal zur Vorgeschichte...
Letzten Herbst haben wir unser Grundstück bearbeitet. D.h. wir haben
versucht den durch Baufahrzeuge verdichteten Boden mit einer Fräse zu
lockern. Leider mit mäßgen Erfolg. Im besten Fall haben wir die ersten
10-15 cm angeritzt. Der Boden ist lehmig und hart wie beton. Dann haben wir
uns neue Erde anfahren lassen (30cm hoch auf ca. 100m²). Laut
Bodengutachten ist die auch sehr gut. Nur auch Lehmig. Dann haben wir noch
Sand und Pferdemist drauf. Das haben wir versucht unterzumischen. Mit der
Fräse kein leichtes Unternehmen da das Stroh sich gesperrt hat. Zu guter
letzt haben wir noch Regenwürmer ausgesetzt und Gründüngung ausgesäht. Die
ist leider nicht mehr so richtig hoch geworden da es zu spät im Jahr war.
Das ganze lief nämlich unter Zeitdruck im Oktober ab. Jetzt haben wir
angefangen das ganze mit dem Spaten zu bearbeiten. Das Heu soll vollständig
untergemischt werden. Der Boden ist auch oben schön locker.
Aber in dieser Grube stand halt das Wasser beim Regen. Jetzt ist es wieder
weg.
Meine Frage ist nun: haben wir eine Chance das der Boden sich so auflockert
mit den og. Maßnahmen das das Wasser gut versickern kann oder sollten wir
lieber nochmal Gründüngung (wenn ja welche) aussähen die dann richtig
Wurzeln schlagen kann? Oder gibt es Maßnahmen auf die wir noch gar nicht
gekommen sind? Schnelle, effektive Maßnahmen?
Der Garten sollte noch dieses Jahr fertig werden und meine Mutter hat ihren
Garten schon voll mit den Pflanzen für uns.Sie braucht langsam mal den
Platz für sich.
Wir sind uns so unsicher was wir tun sollen. Riskieren wir einen ewig
feuchten Garten wenn wir jetzt nichts tun.
Mir ist schon klar das man das am besten vor Ort beurteilen kann, ich
wollte einfach nur Tipps von Euch bzw. Erfahrungen hören.
Hoffe auf Rat
Steffi
Re: Garten anlegen
Stefanie Korell-Daubner wrote:
> Letzten Herbst haben wir unser Grundstück bearbeitet. D.h. wir haben
> versucht den durch Baufahrzeuge verdichteten Boden mit einer Fräse zu
> lockern. Leider mit mäßgen Erfolg. Im besten Fall haben wir die ersten
> 10-15 cm angeritzt.
Dann muss man das so oft wiederholen bis man durchkommt oder gleich mit
schwererem Gerät arbeiten. Wenn ihr auf diesen verhärteten Boden frische
Erde auffüllt, ist das ziemlich sinnlos denn der harte Bodenhorizont
bleibt ja bestehen. Bodenverdichtung ist ein großes Problem, auch in der
Landwirtschaft.
> Dann haben wir noch
> Sand und Pferdemist drauf. Das haben wir versucht unterzumischen. Mit der
> Fräse kein leichtes Unternehmen da das Stroh sich gesperrt hat.
Dann war die Fräse einfach nicht gut.
> Meine Frage ist nun: haben wir eine Chance das der Boden sich so auflockert
> mit den og. Maßnahmen das das Wasser gut versickern kann oder sollten wir
> lieber nochmal Gründüngung (wenn ja welche) aussähen die dann richtig
> Wurzeln schlagen kann? Oder gibt es Maßnahmen auf die wir noch gar nicht
> gekommen sind? Schnelle, effektive Maßnahmen?
Den harten Unterboden bekommt ihr kaum ohne mechanische Arbeit locker.
Versuchen kann man natürlich, einige Jahre lang Pflanzen anzusiedeln die
den Boden in verschiedenen Tiefen gut durchwurzeln damit da wieder Luft
reinkommt.
>
> Der Garten sollte noch dieses Jahr fertig werden und meine Mutter hat ihren
> Garten schon voll mit den Pflanzen für uns.Sie braucht langsam mal den
> Platz für sich.
Kannst Du vergessen, die 30cm sind nichts, schon wenig Regen und es ist
nur noch Schlamm, ein paar trockene Tage und es gibt 3cm tiefe Risse.
> Wir sind uns so unsicher was wir tun sollen. Riskieren wir einen ewig
> feuchten Garten wenn wir jetzt nichts tun.
tiefgründig lockern. Das Problem dabei: Dazu braucht man großere
Maschinen die durch ihr Gewicht den Boden wieder verdichten. Also
möglichst nicht erneut über schon bearbeiteten Boden fahren und vor
allem keine Arbeiten am vernässtem Boden.
Gruß Lutz
Re: Garten anlegen
Hallo Stefanie, du schriebst:
> Der Garten sollte noch dieses Jahr fertig werden und meine
> Mutter hat ihren Garten schon voll mit den Pflanzen für uns.Sie
> braucht langsam mal den Platz für sich.
Wie man es eigentlich machen sollte, hat Lutz ja schon geschrieben,
speziell in deinem Fall würde ich jetzt erstmal pflanzen, was deine
Mutter für dich schon parat hat. Du wirst deinen Garten sowieso in
den nächsten Jahren zig mal umgestalten. Dann hast du gleich einige
Stauden vermehrt und Erfahrungen gesammelt und weißt vor allem, wie
es sich mit dem Boden tatsächlich verhält. Bis jetzt sind es ja nur
Befürchtungen und Vermutungen. Stellt sich dann heraus, dass wirklich
Bodenverdichtungen auf größerer Fläche vorhanden sind, gehe 1. zu
einem Landwirt oder 2. zu einem Lohnunternehmer und frage nach einer
Tiefenlockerung (Machbarkeit und Preis).
--
Viele Grüße
Thomas
Re: Garten anlegen
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Re: Garten anlegen
Auf jeden Fall eine Tiefenlockerung durchfuehren lassen. Da haben die
Ackerbauern Tiefengrubber fuer .
Deshalb da mal nachfragen.
In diesen aufgelockerten Boden dann bodenverbessernde Pflanzen z.B.
Leguminosen einsaeen.
Die wuerden durch ihre tiefen Wurzeln den unteren Bodenschichten noch
weiter aufbrechen und gleichzeitig ueber die Wurzelmasse organische
Materie einbringen.
Infrage kaemen da: Wicken,Bohnen,Oelrettich,Raps, etc. Da kann man
sich sicherlich im Landhandel beraten lassen.
Dasalles bis kurz nach der Bluete wachsen lassen und dann
kleingehaeckselt in den Boden einarbeiten. Mit dem Spaten oder Pflug.
Die Regenwuermer kommen eigentlich ganz von allein wenn die
Bodenstruktur stimmt.
Auf deinem "Betonboden" haben die sich sicherlich die Zahne
ausgebissen und schleunigst das Weite gesucht ;-)
Das "rumgemurkse" mit der Fraese kannst Du vergessen. Dadurch
verdichtest Du den Boden noch mehr. Fraesen werden in der
Landwirtschaft aus guten Gruenden nur ganz speziell eingesetzt.
Lehmboeden mit hohenTonanteilen sind gaenzlich ungeeignet fuer diese
Bearbeitungsmethode.
Fraese kannst Du max. als Mulcher verwenden, das heisst Gruenzeug
locker in den ersten 3-5 cm einarbeiten.
Und wie schon an anderer Stelle gesagt: Besser ist jetzt etwas Zeit
und Geld in die gute,sorgfaeltige Bodenbearbeitung zu investieren, als
spaeter ueber das kuemmerliche/depressive Wachstum seiner Pflanzen zu
weinen.
Saludos
Roland
Re: Garten anlegen
Roland Schimpf wrote:
Mit dem Spaten oder Pflug.
>
> Die Regenwuermer kommen eigentlich ganz von allein wenn die
> Bodenstruktur stimmt.
Naja, was zu fressen müssen sie auch haben. Am besten füttert man die
wertvollsten Helfer im Garten dadurch, daß man den Boden nie(!!!) offen
liegen läßt. Dazu kann auch gehören, daß man ruhig etwas niedrig
wachsendes Unkraut zwischen den Nutz- oder Zierpflanzen zulässt. Das
schütz den Boden einerseits vor Austrocknung und dem Absterben,
andererseits gibts Regenwurmfutter.
Gruß Lutz
Re: Garten anlegen
> Die Regenwuermer kommen eigentlich ganz von allein wenn die
> Bodenstruktur stimmt.
> Auf deinem "Betonboden" haben die sich sicherlich die Zahne
> ausgebissen und schleunigst das Weite gesucht ;-)
>
> Das "rumgemurkse" mit der Fraese kannst Du vergessen. Dadurch
> verdichtest Du den Boden noch mehr. Fraesen werden in der
> Landwirtschaft aus guten Gruenden nur ganz speziell eingesetzt.
> Lehmboeden mit hohenTonanteilen sind gaenzlich ungeeignet fuer diese
> Bearbeitungsmethode.
> Fraese kannst Du max. als Mulcher verwenden, das heisst Gruenzeug
> locker in den ersten 3-5 cm einarbeiten.
Hallo,
um einen verdichteten Boden nachhaltig aufzuschliessen ist nicht viel
Geld erforderlich, doch etwas Zeit ist schon notwendig.
Wenn der Boden in der obersten Schicht schon gelockert ist und mit
organischem Material angereichert ist, verschlämmt er nicht mehr so
leicht.
Zumindest auf einem Teil der Fläche würde ich für die notwendige
Tiefenlockerung Luzerne aussäen. Diese Pflanze macht Wurzeln bis zu 10
m Tiefe und reichert den Boden mit Stickstoff und organischem Material
(Wurzeln) an. Ausserdem bereiten die Wurzeln für die Regenwürmer gute
Bedingungen (Kanäle, organisches Material).Diese können dann den Boden
weiter aufschliessen, mit einem immer verzweigteren Röhrensystem
durchziehen und weiteres organisches Material in den Boden verbringen.
Die Bedingungen für die Regenwürmer lassen an der Oberfläche
wesentlich verbessern, wenn man den Boden mit organischem Material
abdeckt (Häckselmaterial, Kompost, Grasschnitt, Laub, Stroh mit
Hornspäne etc.). Denn unter der Mulchschicht bleibt der Boden feucht,
und kann auch nach starkem Regen nicht verschlämmen, d.h. es findet
keine Erosion statt und auch eine gute Durchlüftung bleibt möglich.
Folge: Das Bodenleben und damit die Fruchtbarkeit nimmt zu.
Die Regenwürmer werden im Laufe der Zeit den Boden des ganzen
Grundstücks verbessern, wenn ihnen zumindest auf einem Teil des
Grundstücks die entsprechenden Lebensbedingungen geboten werden.
Weiter Infos zu Regenwürmern und zum Kompostieren unter
http://www.natuga.de/regenwuermer.html
Viele Grüsse
Klaus
Re: Garten anlegen
Stefanie Korell-Daubner wrote:
> Wir sind gerade dabei einen neuen Garten anzulegen.
Da habe ich einen schönen Link gefunden:
http://www.gartenakademie.rlp.de/
Da gibt es jede Menge interessante Tips zum Thema Garten, auch z. B.
zum Thema Gründünger/Gartenanlage
Grundsätzlich würde ich allerdings sagen: Hab Geduld. Garten dauert=
..
Zum Thema Verdichtung haben andere schon kompetenter geantwortet als
ich. Da steckt viel Arbeit drin, die sich aber über die Jahre hin
auszahlt.
Ein kleiner Teich ist übrigens auch eine feine Sache. Wir hatten in
unserem vorigen Garten so eine kleine Wasserpfütze - unglaublich, was=
sich da nach einiger Zeit ganz von selber da drin angesiedelt hat.
Könnte ich nur empfehlen.
Gruß aus Arft,
Dirk Weber
--
Mitstreiter für eine LINUX User Group im Bereich Vordereifel/Mayen
gesucht.
dirk-weber [at] web.de
Re: garten
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