Re: Tulpen und Narzissen

Hallo Ina
>
> Tulpenzwiebeln sterben IMMER nach der Blüte. Was du in den Folgejahren
> siehst, sind die Tochterzwiebeln. Tulpen sind in vielen Gärten nicht
> besonders dauerhaft, gerade die hochgezüchteten Sorten. Es kann bei dir
> an der Nährstoffversorgung liegen oder an der Bewässerung. Tulpen lieben
> hohes Grundwasser (siehe Holland).

Dass sie absterben, wusste ich nicht. Warum steht das noch nicht mal im
HEGI? Der Wasserhaushalt hat sich in letzten Jahren nicht verändert, ist
auch eher gut. Dauerhaft sind sie ja schon, aber außer großen, alles
verschattenden Blättern sieht man nicht viel. Meine Frau will jetzt alle
Zwiebeln rausreißen, gibt es noch eine Chance, dass sie nächstes Jahr
zur Blüte kommen?
>
> Osterglocken habe ich auch noch nicht vollständig begriffen, aber
> Krokusse kann man mit Nährstoffmangel meiner Ansicht nach nicht
> umbringen - sonst hätte ich nicht so viele davon.

> Was denn - die stehen IM Rasen und gedeihen trotzdem wie geschildert?
> Wann mähst du denn?

Inzwischen ist es kein Rasen im eigentlichen Sinn mehr, sondern eher
eine Wiese, wenigstens hätte ich das gerne ;-)). Jedenfalls hat die
Artenvielfalt (ca. 30 auf 15 m²) sehr zugenommen. Gemäht wird das Stück
zur Freude der Nachbarschaft erst Ende Mai, Anfang Juni, die meisten
Zwiebeln haben dann eingezogen. Je nach Witterung mähe ich dann nochmal
im Herbst oder auch nicht. Zwischendurch spiele ich noch Kuh und reiße
ein paar höherwüchsigen Gräsern (v.a. Glatthafer) die Blätter ab.

Udo
Udo Christiansen [ Mo, 17 April 2006 18:19 ] [ ID #110798 ]

Re: Tulpen und Narzissen

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Notifier Deamon [ Mo, 17 April 2006 18:59 ] [ ID #110805 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Udo Christiansen schrieb:

>> Tulpenzwiebeln sterben IMMER nach der Blüte. Was du in den Folgejahren
>> siehst, sind die Tochterzwiebeln. Tulpen sind in vielen Gärten nicht
>> besonders dauerhaft, gerade die hochgezüchteten Sorten. Es kann bei
>> dir an der Nährstoffversorgung liegen oder an der Bewässerung. Tulpen
>> lieben hohes Grundwasser (siehe Holland).
>
> Dass sie absterben, wusste ich nicht. Warum steht das noch nicht mal im
> HEGI?

Wer ist HEGI? In anständigen Blumenzwiebelbüchern steht das drin.

>> Was denn - die stehen IM Rasen und gedeihen trotzdem wie geschildert?
>> Wann mähst du denn?
>
> Inzwischen ist es kein Rasen im eigentlichen Sinn mehr, sondern eher
> eine Wiese, wenigstens hätte ich das gerne ;-)). Jedenfalls hat die
> Artenvielfalt (ca. 30 auf 15 m²) sehr zugenommen. Gemäht wird das Stück
> zur Freude der Nachbarschaft erst Ende Mai, Anfang Juni, die meisten
> Zwiebeln haben dann eingezogen.

Okay, aber die Sache ist dann trotzdem klar. Die Wiese würgt die
Zwiebeln ab. Pflanzen, die nur ein paar Wochen Vegetationszeit haben,
kommen gegen dermaßen brüllendes Leben nicht an. Wundert mich auch, dass
du dann so eine komische Zusammenstellung willst. Wiesen sind nicht
einfach Wildwuchs, sondern eine richtig komplizierte Sache. Und in der
haben die Zwiebeln nichts verloren.

Ina

--
Eine wirkliche Frage zu stellen, heißt dem Sturmwind die Tür zu öffnen -
die Antwort kann den Frager vernichten und die Frage selbst - Anne Rice
Ina Koys [ Mo, 17 April 2006 19:19 ] [ ID #110810 ]

Re: Tulpen und Narzissen

> Wer ist HEGI? In anständigen Blumenzwiebelbüchern steht das drin.

Hegi hat eine tolle Flora anfang des 20. Jhdt verfasst.

> Okay, aber die Sache ist dann trotzdem klar. Die Wiese würgt die
> Zwiebeln ab. Pflanzen, die nur ein paar Wochen Vegetationszeit haben,
> kommen gegen dermaßen brüllendes Leben nicht an. Wundert mich auch, dass
> du dann so eine komische Zusammenstellung willst. Wiesen sind nicht
> einfach Wildwuchs, sondern eine richtig komplizierte Sache. Und in der
> haben die Zwiebeln nichts verloren.

Wie ich schon in meinem ersten Posting erwähnte kommen die Wildpflanzen
von Narzisse und Krokus in Bergwiesen vor und können dort regelrechte
Teppiche im Frühling bilden (Eifel, Vogesen). Am Biotop "Wiese" kann es
also nicht liegen. Zumal es seit 1994 funktioniert hat. Die "komische
Zusammenstellung" sieht schön aus, da die Wiesenkräuter erst nach den
Zwiebelpflanzen blühen. Eher habe ich den Eindruck, dass die große
Biomasse der Narzissen- und Tulpenblätter einige Wiesenkräuter unterdrückt.

Udo
Udo Christiansen [ Mo, 17 April 2006 19:56 ] [ ID #110811 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Kathinka Wenz schrieb:

> D.h die Tulpen sind ein paar Jahre wiedergekommen und jetzt nicht mehr?
> Da gibt es auch eine Erklärung für: die Tulpenkinder wachsen leicht
> unterhalb der Mutterzwiebel, so dass jede neue Generation etwas tiefer
> sitzt als die vorherige. Irgendwann ist der Weg zu weit und sie schaffen
> es nicht mehr zur Oberfläche.

d.h. die Pflanze verbraucht zu viel Energie um dann auch noch Blüten
bilden zu können? Denn an die Oberfläche schaffen sie es ja.
>
> Wenn du die Tulpen wirklich erhalten willst, dann lass das Grün dran,
> und wenn es vertrocknet, grabe die Zwiebeln aus, lagere sie trocken und
> setze sie im Herbst wieder ein. Mir ist das immer zu viel Aufwand

mir auch. Vielleicht sollte ich einfach mal umgraben, dann sind sie
wieder an der Oberfläche ... ;-))

, ich
> kaufe lieber neue. Und ich bevorzuge Wildtulpen, die kommen länger und
> zuverlässiger wieder.

Wie ich im erwähnten Hegi lesen musste, gibt es in Deutschland keine
Wildtulpen, auch die seltenen in manchen Weinbergslagen vorkommende
Tulipa sylvestris ist wohl - wenn auch vor langer Zeit - eingeschleppt
worden. Trotzdem gilt sie als Charakterart der typischen
"Weinbergsunkrautflora".

>
> Gruß, Kathinka
Udo Christiansen [ Mo, 17 April 2006 20:02 ] [ ID #110812 ]

Re: Tulpen und Narzissen

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Notifier Deamon [ Mo, 17 April 2006 20:14 ] [ ID #110813 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Udo Christiansen schrieb:
> > Wer ist HEGI? In anständigen Blumenzwiebelbüchern steht das drin.
>
> Hegi hat eine tolle Flora anfang des 20. Jhdt verfasst.

Hier geht es um Garten, nicht um Botanik. Und ich vermute mal, dass der
Schwerpunkt dieses Buches nicht direkt auf Tadshikistan und Umgebung
liegt, oder? Da kommen die meisten Tulpen nämlich her.

>> Okay, aber die Sache ist dann trotzdem klar. Die Wiese würgt die
>> Zwiebeln ab. Pflanzen, die nur ein paar Wochen Vegetationszeit haben,
>> kommen gegen dermaßen brüllendes Leben nicht an. Wundert mich auch,
>> dass du dann so eine komische Zusammenstellung willst. Wiesen sind
>> nicht einfach Wildwuchs, sondern eine richtig komplizierte Sache. Und
>> in der haben die Zwiebeln nichts verloren.
>
> Wie ich schon in meinem ersten Posting erwähnte kommen die Wildpflanzen
> von Narzisse und Krokus in Bergwiesen vor und können dort regelrechte
> Teppiche im Frühling bilden (Eifel, Vogesen). Am Biotop "Wiese" kann es
> also nicht liegen.

Ganz ruhig. Eine Wiese und eine Wiese sind WEIT davon entfernt, das
selbe zu sein! Klar, auf Bergmatten kommen Krokusse vor, das ist auch
ganz was anderes als Flachlandtirol. Wo liegt dein Garten? Was für Boden
hast du?

Zumal es seit 1994 funktioniert hat. Die "komische
> Zusammenstellung" sieht schön aus, da die Wiesenkräuter erst nach den
> Zwiebelpflanzen blühen.

Dann entscheide dich jetzt, was du willst: eine Wiese, die dem
(pseudo-naturalistischen) Bild einer Wiese in deiner Gegend nahe kommt,
oder etwas, das schön bunt ist. Beides zusammen geht nicht.

Eher habe ich den Eindruck, dass die große
> Biomasse der Narzissen- und Tulpenblätter einige Wiesenkräuter unterdrückt.

Die Blätter vielleicht. Die Wurzeln ganz sicher nicht.

Ina

--
Eine wirkliche Frage zu stellen, heißt dem Sturmwind die Tür zu öffnen -
die Antwort kann den Frager vernichten und die Frage selbst - Anne Rice
Ina Koys [ Mo, 17 April 2006 21:53 ] [ ID #110817 ]

Re: Tulpen und Narzissen

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Notifier Deamon [ Mo, 17 April 2006 23:41 ] [ ID #110826 ]

Re: Tulpen und Narzissen

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Notifier Deamon [ Mo, 17 April 2006 23:41 ] [ ID #110827 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Konrad Wilhelm schrieb:

>>> zumal es seit 1994 funktioniert hat. Die "komische
>>> Zusammenstellung" sieht schön aus, da die Wiesenkräuter erst nach den
>>> Zwiebelpflanzen blühen.
>> Dann entscheide dich jetzt, was du willst: eine Wiese, die dem
>> (pseudo-naturalistischen) Bild einer Wiese in deiner Gegend nahe kommt,
>> oder etwas, das schön bunt ist. Beides zusammen geht nicht.
>>
> Bei mir blühen auch seit Narzissen und Krokus in der Wiese. da wird
> nichts "erdrückt" oder so.

Ja, kenne ich auch ein paar Beispiele. Klappt unter den richtigen
Umständen natürlich und z.B. mit C. tomasinianus bei mir.
Die richtigen Umstände scheinen aber beim OP nicht gegeben zu sein und
das stört ihn. Und er will Tulpen, die ganz gewiss in keiner
europäischen Wiese stehen, sondern in asiatische Steppen gehören. Das
meine ich.

Ina

--
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die Antwort kann den Frager vernichten und die Frage selbst - Anne Rice
Ina Koys [ Di, 18 April 2006 00:03 ] [ ID #110833 ]

Re: Tulpen und Narzissen

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Notifier Deamon [ Di, 18 April 2006 08:53 ] [ ID #112103 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Kathinka Wenz schrieb:

>> Und das hat ja bewirkt, dass Tulpen schon vor 10 000den von Jahren
>> sich selbst ausgerottet haben.
>
> Edeltulpen. Ich rede von Edeltulpen. Und ja, die sind alleine wirklich
> nicht überlebensfähig.

In unserem ehemaligen Garten - Gott hab ihn selig - waren Edeltulpen
Unkraut.

Ina
--
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die Antwort kann den Frager vernichten und die Frage selbst - Anne Rice
Ina Koys [ Di, 18 April 2006 12:20 ] [ ID #112111 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Am Mon, 17 Apr 2006 23:41:06 +0200 schrieb Konrad Wilhelm:

Hallo,

>On Mon, 17 Apr 2006 18:59:02 +0200, Kathinka Wenz <kathinka [at] rrr.de>
>wrote:
>>Da gibt es auch eine Erklärung für: die Tulpenkinder wachsen leicht
>>unterhalb der Mutterzwiebel, so dass jede neue Generation etwas tiefer
>>sitzt als die vorherige. Irgendwann ist der Weg zu weit und sie schaffen
>>es nicht mehr zur Oberfläche.
>>
>Und das hat ja bewirkt, dass Tulpen schon vor 10 000den von Jahren
>sich selbst ausgerottet haben.
>
>So wie die Saurier.

ha, ha...
Du willst aber nicht ernsthaft bestreiten, dass Tulpen eigentlich
nicht ausdauernd sind, sondern nur durch eine oder mehrere
Brutzwiebeln überleben.
Dass die Brutzwiebeln nie auf gleicher Höhe, sondern unmittelbar oder
mit geringem Abstand unter der Mutterzwiebel ausgebildet werden,
scheint auch gesichert.
Und dass es Sorten gibt, die die Brutzwiebeln 3 - 5 cm unter der
Mutterzwiebel bilden und im Laufe der Jahre auf 50 oder 60 cm Tiefe zu
liegen kommen, habe ich selbst schon bei Ausgrabungen festgestellt.
Ansonsten ist das Ausdauern halt so verschieden ausgeprägt, wie es
unterschiedliche Tulpentypen und -sorten und Standortbedingungen gibt.

Tja, und dass das bei Wildtulpen gravierend anders sein soll, wäre mir
neu. Nur kommt denen noch zugute, dass die es auch fertig bringen sich
über Samen zu vermehren und arttreu fallen.

Das scheinen die Saurier irgendwie nicht ganz so hinbekommen zu
haben. :-)

Beste Grüße G e r h a r d
Gerhard Zahn [ Di, 18 April 2006 12:39 ] [ ID #112113 ]

Re: Tulpen und Narzissen

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Notifier Deamon [ Di, 18 April 2006 12:43 ] [ ID #112114 ]

Re: Tulpen und Narzissen

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Notifier Deamon [ Di, 18 April 2006 14:00 ] [ ID #112118 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Gerhard Zahn schrieb:

> Dass die Brutzwiebeln nie auf gleicher Höhe, sondern unmittelbar oder
> mit geringem Abstand unter der Mutterzwiebel ausgebildet werden,
> scheint auch gesichert.
> Und dass es Sorten gibt, die die Brutzwiebeln 3 - 5 cm unter der
> Mutterzwiebel bilden und im Laufe der Jahre auf 50 oder 60 cm Tiefe zu
> liegen kommen, habe ich selbst schon bei Ausgrabungen festgestellt.

Ja. Andererseits "graben sich die Tulpen selber wieder nach oben", indem
sie gelegentlich entlang des Triebes die neuen Zwiebeln so 10 cm höher
bilden. Fragt mich jetzt nicht, wie das physiologisch abläuft, ich hab
das vor 20 Jahren zum letzten Mal gesehen. Aber sie tun es.

Ina

--
Eine wirkliche Frage zu stellen, heißt dem Sturmwind die Tür zu öffnen -
die Antwort kann den Frager vernichten und die Frage selbst - Anne Rice
Ina Koys [ Di, 18 April 2006 15:35 ] [ ID #112127 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Hi,

Ina Koys schrieb:
> Udo Christiansen schrieb:

>> Dass sie absterben, wusste ich nicht. Warum steht das noch nicht mal
>> im HEGI?
>
>
> Wer ist HEGI? In anständigen Blumenzwiebelbüchern steht das drin.

Wie schön dass es _unanständige_ Blumenzwiebelbücher gibt. Da steht
nämlich alles über die Vermehrung drin, wie es sich für unanständige
Bücher eben gehört. lol

Jedenfalls steht das mit dem Absterben da nicht drin, weil es so nicht
richtig ist.

Da steht nämlich drin, dass Tulpenzwiebeln durchaus mehrjährig sind, man
muß nur rechtzeitig nach dem Verblühen den Blütenstengel entfernen,
damit die Kraft nicht zur Samenbildung, sondern zur Stärkung der Zwiebel
verwandt werden kann. Aus diesem Grund, Laub auch erst nach der Welke
entfernen. Ein Grund für das Verschwinden von Krokussen und Narzissen im
Rasen ist z.B. das zu frühe Abmähen des Grüns.

Erzfeind der Zwiebelgewächse sind Wühlmäuse und Nässe im Juli/August.

Etwas teurer ist es zwar, die Zwiebeln in sogenannte Blumenzwiebelkörbe
zu pflanzen und sie nach der Welke herauszunehmen, zu trocknen und sie
im November wieder neu zu pflanzen, aber man hat dann auch mehr von den
teuer erstandenen Zwiebeln.

Was die Brutzwiebeln betrifft, die kann man bei unkontrollierter
Bestäubung getrost vergessen.

Gruß
Werner

--
Die riesige deutschsprachige Riesenkuerbisseite
"Wenn groß nicht groß genug ist"
http://www.riesenkuerbis.org/index.html
Werner Boehnke [ Mi, 19 April 2006 00:46 ] [ ID #112156 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Am Tue, 18 Apr 2006 15:35:49 +0200 schrieb Ina Koys:

Hallo,

>> Dass die Brutzwiebeln nie auf gleicher Höhe, sondern unmittelbar oder
>> mit geringem Abstand unter der Mutterzwiebel ausgebildet werden,
>> scheint auch gesichert.
>> Und dass es Sorten gibt, die die Brutzwiebeln 3 - 5 cm unter der
>> Mutterzwiebel bilden und im Laufe der Jahre auf 50 oder 60 cm Tiefe zu
>> liegen kommen, habe ich selbst schon bei Ausgrabungen festgestellt.
>
>Ja. Andererseits "graben sich die Tulpen selber wieder nach oben", indem
>sie gelegentlich entlang des Triebes die neuen Zwiebeln so 10 cm höher
>bilden. Fragt mich jetzt nicht, wie das physiologisch abläuft, ich hab
>das vor 20 Jahren zum letzten Mal gesehen. Aber sie tun es.

hm, das kenne ich bisher so nicht und kann es mir auch nicht recht
vorstellen.
Entlang welchen Triebes sollten denn da 10 cm höher Brutzwiebeln
entstehen?

Wie auch bei Gladiolen, die ebenfalls unterhalb der alten
Zwiebelknolle neue Ersatz- oder Tochterzwiebeln bilden (nicht zu
verwechseln mit den erbsengroßen Brutzwiebeln), entstehen auch bei
Tulpen die Tochterzwiebeln (Brutzwiebeln ist vielleicht die falsche
Bezeichnung) unterhalb der alten Zwiebel. Ich habe schon gesehen, dass
da ein etwa fünf Millimeter dicker Stängel ein paar Zentimeter nach
unten wächst, wo dann die Tochterzwiebeln entstehen.

Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass dieser Stängel dazu zu
bewegen ist, nach oben zu wachsen und dann auch gleich noch 10 cm.
Dazu müsste man mal eine Blumenzwiebelexperten interviewen.

Beste Grüße G e r h a r d
Gerhard Zahn [ Mi, 19 April 2006 11:34 ] [ ID #112167 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Am Tue, 18 Apr 2006 14:00:30 +0200 schrieb Kathinka Wenz:

Hallo,

>> Und bei den Wildtulpen siedelt sich die neue Zwiebel nicht unterhalb
>> der alten an?
>
>Keine Ahnung. Fakt ist, dass die niedrigen Wildtulpen bei mir jedes Jahr
>wiederkommen und die Edeltulpen immer weniger werden. Der Mechnismus
>scheint ein wenig anders zu funktionieren, aber in Berichten gehen sie
>immer nur auf Edeltulpen ein.

Der Mechanismus scheint bei allen Tulpen derselbe zu sein. Wildtulpen
sollen aber weniger Tochterzwiebeln bilden, meist nur eine, was schon
mal gut für die Kräftigung der neuen Tochterzwiebel ist und auch für
die künftige Nährstoffversorgung.

Hm, von Mäusen mal abgesehen, empfinde ich als die größte Pest die
Pilzanfälligkeit von Tulpenzwiebeln. Schon im ersten, häufig im
zweiten Jahr zeigen die Blätter diese braun ausgefressenen Stellen und
die Blüten bleiben zunehmend aus. Und wenn man den Zwiebelboden neuer
Tulpen genau betrachtet, schillert es da viel zu häufig schon blaugrau
raus oder die Zwiebeln haben braune Flecken. Die könnte man eigentlich
schon vor dem Einpflanzen wegwerfen.

Wenn ich ein paar Tulpenkataloge durchgehe, dann wäre es unschwer
erreichbar, einmal 200 verschiedene Tulpenarten und -sorten zu
pflanzen.
Wirklich interessant wäre, wie viele davon bei normaler Pflege, ohne
Umpflanzen, nach drei Jahren überhaupt noch blühen. Ich wäre nicht
überrascht, wenn das weniger als 50 % wären...

Aber alle Jahre alle Gartentulpen aus der Erde nehmen....

Beste Grüße G e r h a r d
Gerhard Zahn [ Mi, 19 April 2006 11:34 ] [ ID #112169 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Am Wed, 19 Apr 2006 00:46:25 +0200 schrieb hw boehnke:

Hallo,

>>> Dass sie absterben, wusste ich nicht. Warum steht das noch nicht mal
>>> im HEGI?
>>
>>
>> Wer ist HEGI? In anständigen Blumenzwiebelbüchern steht das drin.
>
>Wie schön dass es _unanständige_ Blumenzwiebelbücher gibt. Da steht
>nämlich alles über die Vermehrung drin, wie es sich für unanständige
>Bücher eben gehört. lol
>
>Jedenfalls steht das mit dem Absterben da nicht drin, weil es so nicht
>richtig ist.

aha. In deinem "unanständigen" Blumenzwiebelbuch steht einerseits
alles über die Vermehrung, zumindest glaubst du das. Andererseits
steht in dem Buch, das sich Blumenzwiebelbuch nennt nicht drin, dass
Tulpenzwiebeln jedes Jahr absterben.
Seltsames Buch, ehrlich. :-)

>Da steht nämlich drin, dass Tulpenzwiebeln durchaus mehrjährig sind,

Könntest du diese Textstelle mal wörtlich zitieren, bevor ich mein
Blumenzwiebelbuch (Christian Grunert, Das Blumenzwiebelbuch) wegwerfe.
Da steht nämlich - seit ein paar Jahrzehnten von allen anderen
Literaturstellen unwidersprochen - Seite 279 folgendes:

"Die Zwiebeln dauern nicht aus, sondern gehen im Laufe des Frühlings
zugrunde, aber es werden stets neue gebildet ... auch bei solchen,
welche keine Blüte gebracht haben.
Tulpen perennieren also nicht direkt durch mehrjährige Zwiebeln wie
Hyazinthen und Narzissen, sondern nur indirekt, indem ständig
Brutzwiebeln angesetzt werden. Eine derselben ist ziemlich groß, die
andern bleiben abnehmend kleiner.
Ihre Zahl dürfte in der freien Natur niedrig sein, in der Kultur sind
es stehts mehrere .... wahrscheinlich als Folge der guten Ernährung."

>man
>muß nur rechtzeitig nach dem Verblühen den Blütenstengel entfernen,
>damit die Kraft nicht zur Samenbildung, sondern zur Stärkung der Zwiebel
>verwandt werden kann. Aus diesem Grund, Laub auch erst nach der Welke
>entfernen.

Das ist sicher gut für die Kräftigung der Tochterzwiebeln, verhindert
aber nicht das tulpenspezifische Absterben der alten Zwiebel.

>Erzfeind der Zwiebelgewächse sind Wühlmäuse und Nässe im Juli/August.
>
>Etwas teurer ist es zwar, die Zwiebeln in sogenannte Blumenzwiebelkörbe
>zu pflanzen und sie nach der Welke herauszunehmen, zu trocknen und sie
>im November wieder neu zu pflanzen, aber man hat dann auch mehr von den
>teuer erstandenen Zwiebeln.

Das mit den Blumenzwiebelkörben läuft sich bei nennenswerten Beständen
bald selbst tot. Da ist es schon sicherer, die Wühlmäuse auszurotten.
Und aus der Erde nehmen kann man die Zwiebeln auch ohne Körbe.

>Was die Brutzwiebeln betrifft, die kann man bei unkontrollierter
>Bestäubung getrost vergessen.

Du bringst unsereins aber ganz schön massiv ins Grübeln:
Bis auf weiteres gehe ich nämlich davon aus, dass Brutzwiebeln keine
Chance haben, andere Gene zu beherbergen, als die Mutterzwiebel auch
und dass die Frage der Bestäubung darauf null, aber auch wirklich Null
Einfluss hat.

Beste Grüße G e r h a r d
Gerhard Zahn [ Mi, 19 April 2006 11:34 ] [ ID #112171 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Gerhard Zahn schrieb:

>>> Dass die Brutzwiebeln nie auf gleicher Höhe, sondern unmittelbar oder
>>> mit geringem Abstand unter der Mutterzwiebel ausgebildet werden,
>>> scheint auch gesichert.
>>> Und dass es Sorten gibt, die die Brutzwiebeln 3 - 5 cm unter der
>>> Mutterzwiebel bilden und im Laufe der Jahre auf 50 oder 60 cm Tiefe zu
>>> liegen kommen, habe ich selbst schon bei Ausgrabungen festgestellt.
>> Ja. Andererseits "graben sich die Tulpen selber wieder nach oben", indem
>> sie gelegentlich entlang des Triebes die neuen Zwiebeln so 10 cm höher
>> bilden. Fragt mich jetzt nicht, wie das physiologisch abläuft, ich hab
>> das vor 20 Jahren zum letzten Mal gesehen. Aber sie tun es.
>
> hm, das kenne ich bisher so nicht und kann es mir auch nicht recht
> vorstellen.
> Entlang welchen Triebes sollten denn da 10 cm höher Brutzwiebeln
> entstehen?

Ich hab mir jetzt auch den Kopf zerbrochen, wie das genau aussah und
überlege aktuell, ob die plötzliche "Umzugsaktion" vielleicht nach unten
ging. Aber es ist echt lange her, ich weiß es einfach nicht mehr. Sicher
ist, dass der familieninterne Ausdruck dafür lautet "die Zwiebeln haut
ab" und die unerwartete Tiefe beim Ausgraben gern mal einen Totalschaden
an der Zwiebel nach sich zog.

> Wie auch bei Gladiolen, die ebenfalls unterhalb der alten
> Zwiebelknolle neue Ersatz- oder Tochterzwiebeln bilden (nicht zu
> verwechseln mit den erbsengroßen Brutzwiebeln),

Wenn wir schon mal botanisch korrekt bleiben wollen: Noch keine Gladiole
hat Zwiebeln irgendwelcher Art gebildet. Aber egal, das nur mal so.

entstehen auch bei
> Tulpen die Tochterzwiebeln (Brutzwiebeln ist vielleicht die falsche
> Bezeichnung) unterhalb der alten Zwiebel. Ich habe schon gesehen, dass
> da ein etwa fünf Millimeter dicker Stängel ein paar Zentimeter nach
> unten wächst, wo dann die Tochterzwiebeln entstehen.

Ich schrieb ja schon, dass ich mir nicht mehr sicher bin, ob das nach
oben oder unten ging. Aber es wär schon komisch, wenn Zwiebeln plötzlich
tiefer wollen, wenn ihr Leben dort schlechter würde.

Ina

--
Eine wirkliche Frage zu stellen, heißt dem Sturmwind die Tür zu öffnen -
die Antwort kann den Frager vernichten und die Frage selbst - Anne Rice
Ina Koys [ Mi, 19 April 2006 12:15 ] [ ID #112173 ]

Re: Tulpen und Narzissen

hw boehnke schrieb:

>>> Dass sie absterben, wusste ich nicht. Warum steht das noch nicht mal
>>> im HEGI?
>>
>> Wer ist HEGI? In anständigen Blumenzwiebelbüchern steht das drin.
>
> Wie schön dass es _unanständige_ Blumenzwiebelbücher gibt. Da steht
> nämlich alles über die Vermehrung drin, wie es sich für unanständige
> Bücher eben gehört. lol
>
> Jedenfalls steht das mit dem Absterben da nicht drin, weil es so nicht
> richtig ist.

Dann stehen in deinem Buch mehrere unanständige Fehler. Verrat doch mal,
welcher verkommene Lektor welchen zweifelhaft beleumundeten Verlages
sich seine Papiere aushändigen lassen sollte.

[at] Gerhard: Danke, dass du mir die Tipparbeit gespart hast.

Ina


--
Eine wirkliche Frage zu stellen, heißt dem Sturmwind die Tür zu öffnen -
die Antwort kann den Frager vernichten und die Frage selbst - Anne Rice
Ina Koys [ Mi, 19 April 2006 12:22 ] [ ID #112174 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Post removed (X-No-Archive: yes)
Notifier Deamon [ Mi, 19 April 2006 16:57 ] [ ID #112184 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Gerhard Zahn schrieb:

> aha. In deinem "unanständigen" Blumenzwiebelbuch steht einerseits
> alles über die Vermehrung, zumindest glaubst du das. Andererseits
> steht in dem Buch, das sich Blumenzwiebelbuch nennt nicht drin, dass
> Tulpenzwiebeln jedes Jahr absterben.
> Seltsames Buch, ehrlich. :-)

Nennt sich "Praktisches Gartenbuch", Autor Werner Sembritzki, na ja, ist
von 1974, da war man hinsichtlich Tulpenwissens noch nicht so auf der
Höhe, oder hat das Ganze nur ziemlich ungenau beschrieben.

> Könntest du diese Textstelle mal wörtlich zitieren, bevor ich mein
> Blumenzwiebelbuch (Christian Grunert, Das Blumenzwiebelbuch) wegwerfe.
> Da steht nämlich - seit ein paar Jahrzehnten von allen anderen
> Literaturstellen unwidersprochen - Seite 279 folgendes:
>
> "Die Zwiebeln dauern nicht aus, sondern gehen im Laufe des Frühlings
> zugrunde, aber es werden stets neue gebildet ... auch bei solchen,
> welche keine Blüte gebracht haben.
> Tulpen perennieren also nicht direkt durch mehrjährige Zwiebeln wie
> Hyazinthen und Narzissen, sondern nur indirekt, indem ständig
> Brutzwiebeln angesetzt werden. Eine derselben ist ziemlich groß, die
> andern bleiben abnehmend kleiner.
> Ihre Zahl dürfte in der freien Natur niedrig sein, in der Kultur sind
> es stehts mehrere .... wahrscheinlich als Folge der guten Ernährung."

Das wird es sein, dass die in dem Buch, die eine derselben die ziemlich
groß ist meinen und ich bislang auch immer in der Annahme war "das ist
die, die ich gepflanzt habe. Sorry, man lernt nie aus. Wie gut dass es
solche Foren gibt. (Das war jetzt ernst gemeint.)

> Das ist sicher gut für die Kräftigung der Tochterzwiebeln, verhindert
> aber nicht das tulpenspezifische Absterben der alten Zwiebel.

Klingt logisch.

> Das mit den Blumenzwiebelkörben läuft sich bei nennenswerten Beständen
> bald selbst tot. Da ist es schon sicherer, die Wühlmäuse auszurotten.
> Und aus der Erde nehmen kann man die Zwiebeln auch ohne Körbe.

Wir sind mit den Körben bisher ganz gut zurecht gekommen.

> Du bringst unsereins aber ganz schön massiv ins Grübeln:
> Bis auf weiteres gehe ich nämlich davon aus, dass Brutzwiebeln keine
> Chance haben, andere Gene zu beherbergen, als die Mutterzwiebel auch
> und dass die Frage der Bestäubung darauf null, aber auch wirklich Null
> Einfluss hat.

Hat mir mal Jemand erzählt. Das Schlimme ist, der ist sogar Gärtner.
Aber wenn die Zwiebel, die ich bislang immer für die "Alte" gehalten
habe, bereits eine Tochterzwiebel ist (die dann "ich staune" die gleiche
Form und Farbe der alten hervorgebracht hat) ärgert es mich ungemein,
dass wir die kleinen Dinger immer in den Kompost entsorgt haben.

Ja ja, man lernt nie aus.

Gruß
Werner

--
Die riesige deutschsprachige Riesenkuerbisseite
"Wenn groß nicht groß genug ist"
http://www.riesenkuerbis.org/index.html
Werner Boehnke [ Mi, 19 April 2006 18:02 ] [ ID #112188 ]

Re: Tulpen und Narzissen

hw boehnke schrieb:

>> aha. In deinem "unanständigen" Blumenzwiebelbuch steht einerseits
>> alles über die Vermehrung, zumindest glaubst du das. Andererseits
>> steht in dem Buch, das sich Blumenzwiebelbuch nennt nicht drin, dass
>> Tulpenzwiebeln jedes Jahr absterben.
>> Seltsames Buch, ehrlich. :-)
>
> Nennt sich "Praktisches Gartenbuch", Autor Werner Sembritzki, na ja, ist
> von 1974, da war man hinsichtlich Tulpenwissens noch nicht so auf der
> Höhe, oder hat das Ganze nur ziemlich ungenau beschrieben.

So richtig auf der Höhe hinsichtlich Tulpen war man so ungefähr vor 150
Jahren und länger.


>> Du bringst unsereins aber ganz schön massiv ins Grübeln:
>> Bis auf weiteres gehe ich nämlich davon aus, dass Brutzwiebeln keine
>> Chance haben, andere Gene zu beherbergen, als die Mutterzwiebel auch
>> und dass die Frage der Bestäubung darauf null, aber auch wirklich Null
>> Einfluss hat.
>
> Hat mir mal Jemand erzählt. Das Schlimme ist, der ist sogar Gärtner.

Das ist schon der zweite Gärtner, der binnen weniger Wochen hier mit
ausgesucht hirnrissigen Bemerkungen zitiert wird. Ist ja gruselig.
Hoffen wir mal für ihn, dass er dabei nicht von Tulpen geredet hat,
sondern von Einjährigen und du ihn nur missverstanden hast.

Ina

--
Eine wirkliche Frage zu stellen, heißt dem Sturmwind die Tür zu öffnen -
die Antwort kann den Frager vernichten und die Frage selbst - Anne Rice
Ina Koys [ Mi, 19 April 2006 18:41 ] [ ID #112192 ]

Re: Tulpen und Narzissen

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Notifier Deamon [ Mi, 19 April 2006 18:58 ] [ ID #112193 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Am Wed, 19 Apr 2006 12:15:59 +0200 schrieb Ina Koys:

Hallo,

>Wenn wir schon mal botanisch korrekt bleiben wollen: Noch keine Gladiole
>hat Zwiebeln irgendwelcher Art gebildet. Aber egal, das nur mal so.

hm, gefällt dir dann "Knollen" besser oder "Zwiebelknollen" oder gibt
es bei den Gladiolen eine spezielle Bezeichnung?

> entstehen auch bei
>> Tulpen die Tochterzwiebeln (Brutzwiebeln ist vielleicht die falsche
>> Bezeichnung) unterhalb der alten Zwiebel. Ich habe schon gesehen, dass
>> da ein etwa fünf Millimeter dicker Stängel ein paar Zentimeter nach
>> unten wächst, wo dann die Tochterzwiebeln entstehen.
>
>Ich schrieb ja schon, dass ich mir nicht mehr sicher bin, ob das nach
>oben oder unten ging. Aber es wär schon komisch, wenn Zwiebeln plötzlich
>tiefer wollen, wenn ihr Leben dort schlechter würde.

Tja, aber du kannst mir glauben, dass es das bei Tulpen gibt.
Fragt sich nur wieder, welche Arten oder Sorten das besonders drauf
haben und welche dagegen eher vernünftiger reagieren.

Beste Grüße G e r h a r d
Gerhard Zahn [ Mi, 19 April 2006 19:08 ] [ ID #112194 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Am Wed, 19 Apr 2006 16:57:15 +0200 schrieb Kathinka Wenz:

Hallo,

>> Hm, von Mäusen mal abgesehen, empfinde ich als die größte Pest die
>> Pilzanfälligkeit von Tulpenzwiebeln. Schon im ersten, häufig im
>> zweiten Jahr zeigen die Blätter diese braun ausgefressenen Stellen und
>> die Blüten bleiben zunehmend aus.
>
>Hm, nein, das habe ich an meine Tulpen noch nicht beobachtet. Ich habe
>gerade mal Fotos gemacht:
>
>http://ichbinnicht.gaby.de/tulpe1.jpg
>Diese auf dem Boden liegende, runde Blatt ist so eines dieser
>Einzeltulpenblätter. Mehr hat die Zwiebel nicht zu stande gebracht als
>diese eine, durchaus prächtige Blatt. Satt grün, ohne jede Beschädigung.
>Mit Blüte wär sie mir liener. :-(

da käme ich aber ins Grübeln, denn ein derart unförmig vergrößertes
Blatt und das Fehlen weiterer Blätter und der Blüte müssen eine
Ursache haben. Ich vermute eine Pilzkrankheit in der Zwiebel selbst.
Kannst das Exemplar ja mal kennzeichnen und nach dem Abwelken des
Blattes ausbuddeln und genauer untersuchen.

>http://ichbinnicht.gaby.de/tulpe2.jpg
>So sieht es dann an einer anderen Stelle aus. Die zwei gestreiften
>Tulpen haben es geschafft, das restliche Tulpengrün sind auch alles nur
>solche langweiligen Blätter.

Da ist zu vermuten, dass die voriges Jahr gebildeten Tochterzwiebeln
nicht wieder die Größe der Mutterzwiebel erreicht und keinen
Blütenansatz mehr geschafft haben.
Hast du heuer schon gedüngt?

>An anderen Stellen wachsen plötzlich einsame Tulpen, als rote Tupfen
>zwischen gelb und blau und entschädigen mich für die Zickigkeit ihrer
>Artgenossen: http://ichbinnicht.gaby.de/tulpe3.jpg ;-) (Kopf bitte
>leicht schräg halten)

Tja, sind die vereinsamt, d. h. die letzten Mohikaner einer
ursprünglich größeren Gruppe oder wie?

>Ansonsten steht gerade die Nektarine in voller Blüte: *schwärm*
>http://ichbinnicht.gaby.de/nektarine.jpg
>Mal schauen, was die Kräuselkrankheit dieses Jahr machst.

Kommt wohl drauf an, was du vorsorglich dagegen gemacht hast.

>Erinnerst du
>dich an sie, Gerhard? Du hast mir letztes Jahr Schnittanweisungen
>gegeben, weil sie so einseitig gewachse ist. Hat übrigens nix genutzt,
>die hat unten nicht neu ausgetrieben. Mach aber nix, dann ziehe ich sie
>jetzt halt etwas größer.

Wenn weiter unten noch erkennbare Knospen sind, die nicht ausgetrieben
haben, kannst du denen auf die Sprünge helfen. Einfach ein paar
Millimeter darüber ein sichelförmiges Stückchen von knapp einem
Zentimeter Länge aus der Rinde schneiden.

Beste Grüße G e r h a r d
Gerhard Zahn [ Mi, 19 April 2006 19:08 ] [ ID #112195 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Am Wed, 19 Apr 2006 18:02:36 +0200 schrieb hw boehnke:

Hallo,

>> Seltsames Buch, ehrlich. :-)
>
>Nennt sich "Praktisches Gartenbuch", Autor Werner Sembritzki, na ja, ist
>von 1974, da war man hinsichtlich Tulpenwissens noch nicht so auf der
>Höhe, oder hat das Ganze nur ziemlich ungenau beschrieben.

eher Letzteres. Denn Tulpenwissen gibt es schon länger und das heftig
gründlich. Allgemeine Gartenliteratur kann das aber längst nicht alles
bis ins letzte Detail darstellen. So etwas kauft sonst keiner.

>> Könntest du diese Textstelle mal wörtlich zitieren, bevor ich mein
>> Blumenzwiebelbuch (Christian Grunert, Das Blumenzwiebelbuch) wegwerfe.
>> Da steht nämlich - seit ein paar Jahrzehnten von allen anderen
>> Literaturstellen unwidersprochen - Seite 279 folgendes:
>>
>> "Die Zwiebeln dauern nicht aus, sondern gehen im Laufe des Frühlings
>> zugrunde, aber es werden stets neue gebildet ... auch bei solchen,
>> welche keine Blüte gebracht haben.
>> Tulpen perennieren also nicht direkt durch mehrjährige Zwiebeln wie
>> Hyazinthen und Narzissen, sondern nur indirekt, indem ständig
>> Brutzwiebeln angesetzt werden. Eine derselben ist ziemlich groß, die
>> andern bleiben abnehmend kleiner.
>> Ihre Zahl dürfte in der freien Natur niedrig sein, in der Kultur sind
>> es stehts mehrere .... wahrscheinlich als Folge der guten Ernährung."
>
>Das wird es sein, dass die in dem Buch, die eine derselben die ziemlich
>groß ist meinen und ich bislang auch immer in der Annahme war "das ist
>die, die ich gepflanzt habe. Sorry, man lernt nie aus. Wie gut dass es
>solche Foren gibt. (Das war jetzt ernst gemeint.)

Na ja, die Tulpe selbst dauert ja aus, nur halt die Zwiebel nicht. :-)

>> Du bringst unsereins aber ganz schön massiv ins Grübeln:
>> Bis auf weiteres gehe ich nämlich davon aus, dass Brutzwiebeln keine
>> Chance haben, andere Gene zu beherbergen, als die Mutterzwiebel auch
>> und dass die Frage der Bestäubung darauf null, aber auch wirklich Null
>> Einfluss hat.
>
>Hat mir mal Jemand erzählt. Das Schlimme ist, der ist sogar Gärtner.

Bei ganz wichtigen Sachen ist es immer wie beim Arzt: man soll
mindestens zwei fragen. :-)

>Aber wenn die Zwiebel, die ich bislang immer für die "Alte" gehalten
>habe, bereits eine Tochterzwiebel ist (die dann "ich staune" die gleiche
>Form und Farbe der alten hervorgebracht hat) ärgert es mich ungemein,
>dass wir die kleinen Dinger immer in den Kompost entsorgt haben.

Bei den wüchsigen Sorten und guten Bedingungen lassen sich auch die
kleineren Tochterzwiebeln durchaus im zweiten Jahr zum Blühen bringen.
Geht aber leider nicht bei allen. Weiß der Kuckuck, wie die
Vermehrungsbetriebe all das hinkriegen, was die Leute alle Jahre
wieder nachkaufen.

>Ja ja, man lernt nie aus.

Zustimm. :-)

Beste Grüße G e r h a r d
Gerhard Zahn [ Mi, 19 April 2006 19:08 ] [ ID #112196 ]

Re: Tulpen und Narzissen

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Notifier Deamon [ Mi, 19 April 2006 19:22 ] [ ID #112197 ]

Re: Tulpen und Narzissen

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Notifier Deamon [ Mi, 19 April 2006 19:33 ] [ ID #112198 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Am Wed, 19 Apr 2006 19:22:33 +0200 schrieb Kathinka Wenz:

Hallo,

>> > http://ichbinnicht.gaby.de/tulpe1.jpg
>> da käme ich aber ins Grübeln, denn ein derart unförmig vergrößertes
>> Blatt und das Fehlen weiterer Blätter und der Blüte müssen eine
>> Ursache haben. Ich vermute eine Pilzkrankheit in der Zwiebel selbst.
>> Kannst das Exemplar ja mal kennzeichnen und nach dem Abwelken des
>> Blattes ausbuddeln und genauer untersuchen.
>
>Du, ich buddel es einfach gleich aus. *buddel* Nein, ich finde nicht,
>dass sie verpilzt aussieht. Eine ganz normale Zwiebel halt.
>
>http://ichbinnicht.gaby.de/tulpe4.jpg
>
>Hm, vergrabe ich sie jetzt wieder oder schmeiße ich sie gleich weg?

Zwiebel der Länge nach durchschneiden, gucken, riechen, tasten.
Dann wegschmeißen und berichten. :-)

>> Da ist zu vermuten, dass die voriges Jahr gebildeten Tochterzwiebeln
>> nicht wieder die Größe der Mutterzwiebel erreicht und keinen
>> Blütenansatz mehr geschafft haben.
>> Hast du heuer schon gedüngt?
>
>Nein. Ich dünge die Zwiebelpflanzen immer nach der Blüte.

Aha. Vorher hätten sie aber auch schon Grün und könnten zulegen, da
lässt du sie aber erst mal hungern. Es wird aber immer wieder
empfohlen, bereits bei Erscheinen der ersten Blätter zu düngen, mal
ganz abgesehen von denen, die schon im Herbst Dünger einbauen.
Im Frühjahr müsste es "natürlich" mineralischer Dünger sein, denn die
Bodentemperaturen lassen organischen Dünger noch nicht in dem Maß
freisetzen, wie er gebraucht werden könnte.

>> > An anderen Stellen wachsen plötzlich einsame Tulpen, als rote Tupfen
>> > zwischen gelb und blau und entschädigen mich für die Zickigkeit ihrer
>> > Artgenossen: http://ichbinnicht.gaby.de/tulpe3.jpg ;-) (Kopf bitte
>> > leicht schräg halten)
>> Tja, sind die vereinsamt, d. h. die letzten Mohikaner einer
>> ursprünglich größeren Gruppe oder wie?
>
>Ich habe keine Ahnung, wo die herkommt. Die ganze Rasselbande dort
>stammt vom Friedhoskompost, vielleicht war dabei mal eine einsame Tulpe
>dazwischen. Ich weiß es aber nicht mehr.

Na dann bring' sie halt zurück zum Friedhof. :-)

>> > Ansonsten steht gerade die Nektarine in voller Blüte: *schwärm*
>> > http://ichbinnicht.gaby.de/nektarine.jpg
>> > Mal schauen, was die Kräuselkrankheit dieses Jahr machst.
>> Kommt wohl drauf an, was du vorsorglich dagegen gemacht hast.
>
>Da ja alles im Hausgartenbereich verboten ist, habe ich im Januar
>natürlich kein Kupferkalk gespritzt. ;-)

Na ja, wenn es denn zur rechten Zeit war, könnte es geholfen haben.
:-)
Wobei übrigens eine zweite Spritzung auch verbotenerweise hätte helfen
können.

>> Wenn weiter unten noch erkennbare Knospen sind, die nicht ausgetrieben
>> haben, kannst du denen auf die Sprünge helfen. Einfach ein paar
>> Millimeter darüber ein sichelförmiges Stückchen von knapp einem
>> Zentimeter Länge aus der Rinde schneiden.
>
>Das habe ich letztes Jahr schon probiert, hat nicht geholfen.

Tja, manchmal schiebt man halt umsonst an.
Die Nektarine düngst du aber jetzt schon oder wie?

Beste Grüße G e r h a r d
Gerhard Zahn [ Mi, 19 April 2006 19:36 ] [ ID #112199 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Am Wed, 19 Apr 2006 19:33:43 +0200 schrieb Kathinka Wenz:

Hallo,

>Kathinka Wenz <kathinka [at] rrr.de> wrote:
>
>> Hm, vergrabe ich sie jetzt wieder oder schmeiße ich sie gleich weg?
>
>Ich schmeiße sie weg. Habe sie gerade nochmal durchgeschnitten, um das
>Innere zu begutachten. Sie ist weiß wie Schnee.

also sowas, wie gehst du denn mit deinen Tulpen um. :-)

Beste Grüße G e r h a r d
Gerhard Zahn [ Mi, 19 April 2006 19:38 ] [ ID #112200 ]

Re: Tulpen und Narzissen

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Notifier Deamon [ Mi, 19 April 2006 21:44 ] [ ID #112206 ]

Re: Tulpen und Narzissen

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Notifier Deamon [ Mi, 19 April 2006 21:49 ] [ ID #112207 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Am Wed, 19 Apr 2006 21:49:43 +0200 schrieb Kathinka Wenz:

Hallo,

>> Aha. Vorher hätten sie aber auch schon Grün und könnten zulegen, da
>> lässt du sie aber erst mal hungern. Es wird aber immer wieder
>> empfohlen, bereits bei Erscheinen der ersten Blätter zu düngen,
>
>Dann kennst du andere Empfehlungen als ich.

das lässt sich ändern. So liest sich das z. B. in meinen dreißig Jahre
alten Blumenzwiebelbuch zu den Gartentulpen:
"Tulpen wachsen zwar, wie man sich selbst überzeugen kann, manchmal
nahezu unkrautartig, aber sie blühen dann meistens viel zu wenig, und
ihre Blüten bleiben zu klein. Ursache dafür sind fast immer Fehler in
der Pflege. Damit sie ihre volle Schönheit entfalten, brauchen Tulpen
ausreichende Ernährung. Ohne Düngung bleiben die mit der Zeit immer
zahlreicher werdenden neuen Zwiebeln zu klein und treiben in der
Mehrzahl nichts als 1 bis 2 Blätter .
(kommt mir irgendwie bekannt vor :-))
Man muss also den Standort alljährlich im Herbst mit fettem Kompost
mit einer angemessenen Zugabe von Hornspänen und Knochenmehl
überziehen oder aber zeitig im Frühjahr einen Volldünger streuen und
in den Boden einziehen lassen.
Man kann auch mit einer Volldüngerlösung gießen, doch soll dies schon
geschehen, wenn das Laub erscheint."
(sag' ich's doch :-))

Da kann man nur sagen: wer zu spät düngt, den bestraft das Leben. :-)

>Ich kenne es so, dass
>Zwiebeln bis zur Blüte eh aus den Reserven in der Zwiebel leben, die sie
>nach der Blüte durch das Grün und die Wurzeln für's nächste Jahr wieder
>auffüllen.

Und ich kenne das so, dass alle Vegetation, sobald Grün erscheint,
Nährstoffe aufnimmt. Die sollten dann auch da sein, nicht zu viel,
aber halt über die ganze Vegetationszeit und die ist bei einziehenden
Zwiebelpflanzen eh hinten und vorne zu kurz.

>Funktioniert sowas auch ganz gut, nur halt nicht bei den Edeltulpen.
>Aber da habe ich es bisher auf meine Faulheit geschoben. Die Faulheit,
>die Zwiebeln nicht auszugraben und neu zu setzen.

Den anspruchsvolleren Hybridtulpen solltest du aber alles zukommen
lassen, was sie sich gerade wünschen.

>> > Das habe ich letztes Jahr schon probiert, hat nicht geholfen.
>> Tja, manchmal schiebt man halt umsonst an.
>> Die Nektarine düngst du aber jetzt schon oder wie?
>
>Hm. *hüstel* Nö. Gemulcht ist sie. Aber ich kann ihr mal eine Handvoll
>Blaukorn und Oberflächlich etwas Kompost gönnen, kein Thema. *grübel*
>Doch, ich glaube, Kompost hat sie sogar schon bekommen, zumsammen mit
>den beiden Äpfeln. Also doch nicht so schlimm. :-)

Einspruch. Der Kompost mag für die Äpfel gerade mal so reichen, wenn
auch knapp. Aber das kannst du nach dem Neutrieb beurteilen. Wenn der
reicht, hat's gereicht, wenn der knausert, hat er's dir nachgemacht.

Aber die Nektarine ist, wie Pfirsiche, ein seltsames Gewächs. Sie
braucht alle Jahre einen gediegenen Schnitt, gleich nach der Blüte,
damit sich wenige, dafür aber um so kräftigere Neutriebe mit wahren
Fruchtknospen bilden.
Und was in erster Linie erst mal Holz her machen soll, braucht auch
mehr Nährstoffe. Das ist aber für heuer noch nicht zu spät, weil erst
ab der Blattbildung die Wachserei so richtig los geht.

Beste Grüße G e r h a r d
Gerhard Zahn [ Mi, 19 April 2006 22:30 ] [ ID #112214 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Gerhard Zahn schrieb:

>> Wenn wir schon mal botanisch korrekt bleiben wollen: Noch keine Gladiole
>> hat Zwiebeln irgendwelcher Art gebildet. Aber egal, das nur mal so.
>
> hm, gefällt dir dann "Knollen" besser oder "Zwiebelknollen" oder gibt
> es bei den Gladiolen eine spezielle Bezeichnung?

Ich weiß nur von Knollen. Vielleicht kann man das noch tiefer
unterteilen, aber ich kanns nicht.

>> entstehen auch bei
>>> Tulpen die Tochterzwiebeln (Brutzwiebeln ist vielleicht die falsche
>>> Bezeichnung) unterhalb der alten Zwiebel. Ich habe schon gesehen, dass
>>> da ein etwa fünf Millimeter dicker Stängel ein paar Zentimeter nach
>>> unten wächst, wo dann die Tochterzwiebeln entstehen.
>> Ich schrieb ja schon, dass ich mir nicht mehr sicher bin, ob das nach
>> oben oder unten ging. Aber es wär schon komisch, wenn Zwiebeln plötzlich
>> tiefer wollen, wenn ihr Leben dort schlechter würde.
>
> Tja, aber du kannst mir glauben, dass es das bei Tulpen gibt.
> Fragt sich nur wieder, welche Arten oder Sorten das besonders drauf
> haben und welche dagegen eher vernünftiger reagieren.

Na ja. Meine Tulpen hat der Pilz gefressen (nahezu komplett) und ich hab
mir meinen Garten mittlerweile ohne Tulpen so hübsch gemacht, dass ich
sie nicht mehr vermisse. Eine solche Einzelblütenmasse wie derzeit haben
wir vielleicht das ganze Jahr nicht mehr. Mich interessieren Tulpen
inzwischen nur noch schriftlich.

Ina

--
Eine wirkliche Frage zu stellen, heißt dem Sturmwind die Tür zu öffnen -
die Antwort kann den Frager vernichten und die Frage selbst - Anne Rice
Ina Koys [ Do, 20 April 2006 00:56 ] [ ID #112219 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Post removed (X-No-Archive: yes)
Notifier Deamon [ Do, 20 April 2006 08:47 ] [ ID #112225 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Am Thu, 20 Apr 2006 00:56:05 +0200 schrieb Ina Koys:

Hallo,

>>> Wenn wir schon mal botanisch korrekt bleiben wollen: Noch keine Gladiole
>>> hat Zwiebeln irgendwelcher Art gebildet. Aber egal, das nur mal so.
>>
>> hm, gefällt dir dann "Knollen" besser oder "Zwiebelknollen" oder gibt
>> es bei den Gladiolen eine spezielle Bezeichnung?
>
>Ich weiß nur von Knollen. Vielleicht kann man das noch tiefer
>unterteilen, aber ich kanns nicht.

ich kanns auch nicht.
Hier stört sich ohnehin niemand am Sprachgebrauch, der auch bei
Gladiolen nicht vor "Zwiebeln" zurückschreckt, aber hier schießt ja
auch der Salat statt dass er schosst. :-)
Toogood spricht von Knollen und die meisten anderen auch, DuMonts
Enzyklopädie vornehmer von Rhizomknollen, leider ohne jede Erläuterung
dazu.
In der Gartenliteratur finde ich meist Knollen und bisweilen
Zwiebelknollen und nur Christian Grunert macht sich die Mühe, zwischen
Zwiebeln und Knollen und Zwiebelknollen beschreibend zu unterscheiden.
"Bei Zwiebelknollen schließlich, diesem Mittelding, ist das Innere
nahezu so einheitlich oder wenig gegliedert wie bei Knollen. In ihrer
Form ähneln sie Zwiebeln star und haben auch sost mancherlei mit
ihnen gemein.
So bringen sie in der Regel nur einen aufrechten Trieb, der endständig
die Blüten trägt. Sie setzen wie Zwiebeln Brut an, die jedoch an
Ausläufern erscheint.
Wie zahlreiche Zwiebeln sind sie von häutigen oder faserigen Hüllen
umgeben.
Sie besitzen einen Boden, und die Wurzeln kommen aus einem Wurzelkranz
am Rande desselben.
Zwiebelknollen haben u. a. Crocus und Gladiolus.

Gladiolenknollen bestehen aus einer Masse, die in 2 deutlich
verschiedene Teile getrennt ist. Der innere zylindrische, faserige
birgt den Sproß samt allem, was zu ihm gehört und bleibt ziemlich
klein.
Der äußere legt sich ringförmig um dieses Zentrum, ist feinkörnig und
enthält die Reservestoffe der Knollen."

Jedenfalls ist die, sagen wir mal, Zwiebelknolle der Gladiole etwas
irgenwo zwischendrin. Sieht aus wie eine Zwiebel und lässt sich doch
teilen wie eine Knolle. :-)

>Na ja. Meine Tulpen hat der Pilz gefressen (nahezu komplett) und ich hab
>mir meinen Garten mittlerweile ohne Tulpen so hübsch gemacht, dass ich
>sie nicht mehr vermisse. Eine solche Einzelblütenmasse wie derzeit haben
>wir vielleicht das ganze Jahr nicht mehr. Mich interessieren Tulpen
>inzwischen nur noch schriftlich.

Schadpilze sind bei meinen Tulpen auch die Hauptprobleme. Aber wenn
ich dann sehe, was es für schöne Tulpen gibt, die man auch noch von
der Blütezeit her ziemlich verteilt platzieren kann, dann juckt es
mich doch immer wieder mal und ich lasse eine Bestellung los. :-)

Beste Grüße G e r h a r d
Gerhard Zahn [ Do, 20 April 2006 12:30 ] [ ID #112229 ]

Re: Tulpen und Narzissen

Am Thu, 20 Apr 2006 08:47:52 +0200 schrieb Kathinka Wenz:

Hallo,

>Ina Koys <muelltonne [at] iko-web.de> wrote:
>
>> Na ja. Meine Tulpen hat der Pilz gefressen (nahezu komplett) und ich hab
>> mir meinen Garten mittlerweile ohne Tulpen so hübsch gemacht, dass ich
>> sie nicht mehr vermisse. Eine solche Einzelblütenmasse wie derzeit haben
>> wir vielleicht das ganze Jahr nicht mehr. Mich interessieren Tulpen
>> inzwischen nur noch schriftlich.
>
>Ich würde ja auch auf Tulpen verzichten, wenn ich eine rote Alternative
>hätte (rot, nicht rosa). Wenn ich mich richtig erinnere, war unter
>deinen vielen Frühlingsblühern aber auch nichts richtig rotes, oder?

abgesehen von Tulpen kommt das erste wirklich rote Rot erst mit den
früher blühenden Pfingsrosen.

So gibt es im Garten halt mal gelbe Zeiten, rote und blaue. Passt
aber.


Beste Grüße G e r h a r d
Gerhard Zahn [ Do, 20 April 2006 12:30 ] [ ID #112230 ]
Garden / Garten » de.rec.garten » Re: Tulpen und Narzissen

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