Holzfällarbeiten selber machen
Hallo
Ein Nadelbaum, 1,00m Durchmesser und ca. 10m hoch. Wie fällt man den
am besten? Problem: Er steht schon etwas schief. Genau über der
Hütte. Wenn man ihn so sägt, fällt er auf's Dach. Und
Holzfällarbeiten durchführen lassen, sind recht teuer.
Gerald
Re: Holzfällarbeiten selber machen
Gerald Sendner schrieb:
> Hallo
>
> Ein Nadelbaum, 1,00m Durchmesser und ca. 10m hoch. Wie fällt man den
> am besten? Problem: Er steht schon etwas schief. Genau über der
> Hütte. Wenn man ihn so sägt, fällt er auf's Dach. Und
> Holzfällarbeiten durchführen lassen, sind recht teuer.
1m Durchmesser und 10m hoch? Was ist das denn für ein Nadelbaum? Bzw. wo sind
die restlichen 30m geblieben?
Meine Bäume hier waren etwa gleich hoch, aber viel dünner. Ich habe dafür eine
sichere Ein-Mann-Fälltechnik entwickelt. Etwas zeitaufwendiger als ansägen und
weglaufen, aber dafür arm an materiellem und menschlichem Verlustpotential. Und
reich an finanziellem Einsparungspotential.
- Carsten
Re: Holzfällarbeiten selber machen
"Gerald Sendner" <GeraldSendner [at] myfirstgate.de> schrieb:
>Hallo
>
>Ein Nadelbaum, 1,00m Durchmesser und ca. 10m hoch. Wie fällt man den
>am besten? Problem: Er steht schon etwas schief. Genau über der
>Hütte. Wenn man ihn so sägt, fällt er auf's Dach.
>
Meinst du Durchmesser oder Umfang? In welcher Höhe gemessen?
Wenn das der Durchmesser in 1m Höhe ist, solltest du deine Hütte
vorsichtshalber vor Sägebeginn abtragen und später wieder aufbauen -
wenn es dich dann noch gibt ;-)
An andere Sachen mag ich im Moment nicht denken.
>Und Holzfällarbeiten durchführen lassen, sind recht teuer.
>
Das ist wohl wahr. Wenn man es selber macht - und erst recht, wenn man
keine Ahnung hat - kann es sehr viel teurer werden.
Rolf
Re: Holzfällarbeiten selber machen
Gerald Sendner schrieb:
> Hallo
>
> Ein Nadelbaum, 1,00m Durchmesser und ca. 10m hoch. Wie fällt man den
> am besten? Problem: Er steht schon etwas schief. Genau über der
> Hütte. Wenn man ihn so sägt, fällt er auf's Dach. Und
> Holzfällarbeiten durchführen lassen, sind recht teuer.
Vor X Jahren haben wir die Freiwillige Feuerwehr mal davon überzeugen
können, einen großen Apfelbaum zu fällen und mundgerecht zu zersägen.
Kosten vorhanden, aber überschaubar.
Ina
--
Eine wirkliche Frage zu stellen, heißt dem Sturmwind die Tür zu öffnen -
die Antwort kann den Frager vernichten und die Frage selbst - Anne Rice
Re: Holzfällarbeiten selber machen
Gerald Sendner schrieb:
> Hallo
>
> Ein Nadelbaum, 1,00m Durchmesser und ca. 10m hoch. Wie fällt man den
> am besten? Problem: Er steht schon etwas schief. Genau über der
> Hütte. Wenn man ihn so sägt, fällt er auf's Dach. Und
> Holzfällarbeiten durchführen lassen, sind recht teuer.
Stell in sicherer Entfernung eine Videokamera auf, das könnte eventuelle
Verluste um ein paar Hundert Euro schmälern wenn man den Film dann bei
"Pleiten Pech und Pannen" einreicht.
Im Ernst: Wenn Du Dich mit Baumfällarbeiten nicht auskennst, ist das
der schiere Wahnsinn, es aus Geiz selbst zu machen. Du gefährdest nicht
nur Güter sondern auch Leib und Leben.
gh
Re: Holzfällarbeiten selber machen
Ina Koys schrieb:
> Gerald Sendner schrieb:
>> Hallo
>>
>> Ein Nadelbaum, 1,00m Durchmesser und ca. 10m hoch. Wie fällt man den
>> am besten? Problem: Er steht schon etwas schief. Genau über der
>> Hütte. Wenn man ihn so sägt, fällt er auf's Dach. Und
>> Holzfällarbeiten durchführen lassen, sind recht teuer.
>
> Vor X Jahren haben wir die Freiwillige Feuerwehr mal davon überzeugen
> können, einen großen Apfelbaum zu fällen und mundgerecht zu zersägen.
> Kosten vorhanden, aber überschaubar.
Genau. Eine sehr hohe Birke, die genau neben einem Schuppen stand,
stutzte ein Mitglied der regionalen Freiwilligen Feuerwehr und das
kostete mich ein Dankeschön und 20 Euro.
gh
Re: Holzfällarbeitenselber machen
Post removed (X-No-Archive: yes)
Re: Holzfällarbeiten selber machen
Am 2 May 2006 13:30:51 -0700 schrieb Gerald Sendner:
>Hallo
>
>Ein Nadelbaum, 1,00m Durchmesser und ca. 10m hoch.
Seltsamer Baum.
Vorsicht: Es gibt Nadelbäume, die naturgeschützt sind. Ungenehmigtes
Fällen kann da leicht einige 10kEUR Strafe kosten. Ich weiss das, weil
bei meinem Nachbarn so ein Ungetüm rumsteht. Stammdurchmesser
entspricht ungefähr dem deinen, Höhe allerdings mindestens 30m. Geht
uns beiden (mir und dem Nachbarn) mächtig auf die Nerven.
>Wie fällt man den
>am besten? Problem: Er steht schon etwas schief. Genau über der
>Hütte. Wenn man ihn so sägt, fällt er auf's Dach.
Normalerweise sägt man einen Fallkerb in die Richtung, in die er
fallen soll. Beim Fällschnitt setzt man dann Keile ein, die den Baum
in die gewünschte Richtung in Schräglage bringen.
Bilder dazu gibts z.B. hier:
http://www.stmlf-design2.bayern.de/aflue/sr/ausbildung/Motor skurs.pdf
Das braucht allerdings Übung und die passende
(Sicherheits-)Ausrüstung. Wenn Du das noch nie geübt hast, würde ich
darüber nachdenken, ob jetzt wirklich dieser Baum das erste
Übungsobjekt sein soll.
Eventuell ist:
>Und
>Holzfällarbeiten durchführen lassen, sind recht teuer.
am Ende doch billiger.
--
______________
/schüüüüüüüß Martin Kienaß
Hamburg (Germany)
Re: Holzfällarbeiten selber machen
C.P Kurz wrote:
> ...
> Meine Bäume hier waren etwa gleich hoch, aber viel dünner. Ich habe
> dafür eine sichere Ein-Mann-Fälltechnik entwickelt. Etwas
> zeitaufwendiger als ansägen und weglaufen, aber dafür arm an materiellem
> und menschlichem Verlustpotential. Und reich an finanziellem
> Einsparungspotential.
>
>
> - Carsten
>
Lass uns nicht unwissend sterben und gib doch mal ein paar Details zu
Deiner Methode bekannt,
wünscht sich
Michael aus Bremen
Re: Holzfällarbeiten selber machen
Michael Wendschuh schrieb:
> Lass uns nicht unwissend sterben und gib doch mal ein paar Details zu
> Deiner Methode bekannt,
Ich wollte noch auf ne Erläuterung der merkwürdigen Paarung von 1:10 für
Durchmesser und Höhe warten.
Ich habe im letzten Jahr 3 dieser verbreiteten Fichten/Tannen gefällt, die man
früher gerne als Sichtschutz an Grundstücksgrenzen gesetzt hat, und die dann
nach 30 Jahren einfach zu groß wurden bzw. viel zu dicht saßen.
Man fängt mit ner robusten Astschere an, von unten nach oben eine Schneise für
eine Leiter zu entasten und arbeitet sich auf dieser Leiter immer weiter nach
oben, soweit, wie man sich noch sicher fühlt. Die Leiterspitze binde ich immer
mit einem kurzen Seilstück am Baum fest. Für die weiteren Arbeiten ziehe ich
mir ein Seilstück durch die Gürtelschlaufen meines Overalls und ziehe das um
den Baum herum, damit ich nicht hintenüber fallen kann. Wer richtiges
Sicherungsgeschirr hat, darf das natürlich auch nehmen. Ich säge den oberen
Teil des Baumes ab. Um weder mich noch Pflanzen oder Garteneinrichtung unter
dem Baum zu gefährden binde ich diesen oberen Teil an den unteren an, jeweils
kurz oberhalb und unterhalb der Sägestelle. Darüber wird noch ein langes Seil
angebunden, mit dem man die angesägte Spitze des Baumes aus sicherer Entfernung
abreißen kann. In der kritischen Phase bin ich also garnicht selbst auf dem
Baum. Das Oberteil bricht dann ab und fällt in sein kurzes Sicherungsseil, ohne
unten oder seitlich was beschädigen zu können. Diesen Teil lasse ich dann
langsam runter und ziehe ihn zum Zerlegen vom Baum weg. Das sind auch immer
noch locker einige hundert kg Baum, davor verliere ich erst dann den Respekt,
wenn er auf dem Boden liegt.
Bei sehr hohen Bäumen kann man das mehrfach wiederholen, bei der von mir
genannten Type kriegt man typischerweise eine 4-6m hohe Spitze weg und der
untere Teil lässt sich dann ggfs. am Stück fällen und mit einem Seil in die
richtige Richtung ziehen. Wenn er komplett entastet ist, lässt der sich aber
auch bequem von der Leiter aus in kürzeren Stücken runtersägen.
Ich habe zwar ne leichte Elektro-Kettensäge, habe die aber nie auf dem Baum
verwendet, nur zum einfacheren späteren Zerlegen am Boden. Für die eigentliche
Fällarbeit brauche ich nur die Astschere und eine normale kleine Baum- bzw.
mittlere Bügelsäge. Entscheidend ist das persönliche Sicherheitsgefühl. Lieber
dreimal öfter die Leiter rauf und runter als einmal zuwenig.
Der Vorteil bei dem Verfahren ist, dass man die unkontrollierbare Fallphase des
Baumes in den Griff kriegt. Ich habe bei klassischer Fällung schon Bäume fallen
sehen, die zuerst in die vom Zugseil gezwungene Richtung kamen, dann aber durch
die zwangsläufige Entspannung des Seiles ihre Vorzugsrichtung wieder übernahmen
und sonstwohin fielen. Wer nicht Platz hat, mit dem Zugseil in der Hand
mindestens die 2fache Baumlänge weit in Fallrichtung zu rennen, sollte besser
meine Methode probieren.
- Carsten
Re: Holzfällarbeiten selber machen
kathinka [at] rrr.de (Kathinka Wenz) schrieb:
> einen massiven Keil in die Fallrichtug reinsägen. Anschließend mit
> gespanntem Seil von der anderen Seite sägen, bis der Baum fällt.
Und immer ÜBER dem Keil sägen (von hinten). Der Stamm reißt dann
senkrecht, und der fallende
| | Baum stützt sich am Rest des
| | Stumpfs ab. Das bringt dann
| | die entscheidende Zeit, die
| =====|<--- Hier man gerne zum Wegrennen hätte.
| ! | Sägt man zu tief, kann der
| ! | Stamm nach hinten wegrutschen
|______! | und unerwünschte Effekte
/ |<--- Nicht da! verursachen.
/ | Wenn der Baum fällt, sofort die
/ | (Motor-)Säge 'hinschmeissen',
/ | und ohne diese auf Distanz
/ | gehen. Ne versaute Kette ist
/ | allemal besser, als evtl. mit
| | der auslaufenden Säge auf die
| | Schnauze zu fliegen ;)
Sigi
--
Nicht darauf kommt es an, dass ich etwas anderes meine, als der andere,
sondern darauf, dass der andere das Richtige aus Eigenem finden wird,
wenn ich etwas dazu beitrage. [Rudolf Steiner]
--> deutsche Uebersetzung links vom [at] : email wird regelmäßig gelesen <--
Re: Holzfällarbeiten selber machen
"Gerald Sendner" <GeraldSendner [at] myfirstgate.de> schrieb im Newsbeitrag
news:1146601851.076837.83490 [at] i40g2000cwc.googlegroups.com...
Hallo
Ein Nadelbaum, 1,00m Durchmesser und ca. 10m hoch. Wie fällt man den
am besten? Problem: Er steht schon etwas schief. Genau über der
Hütte. Wenn man ihn so sägt, fällt er auf's Dach. Und
Holzfällarbeiten durchführen lassen, sind recht teuer.
Gerald
Re: Holzfällarbeiten selber machen
>
"Gerald Sendner" <GeraldSendner [at] myfirstgate.de> schrieb im Newsbeitrag
news:1146601851.076837.83490 [at] i40g2000cwc.googlegroups.com...
Hallo
Ein Nadelbaum, 1,00m Durchmesser und ca. 10m hoch. Wie fällt man den
am besten? Problem: Er steht schon etwas schief. Genau über der
Hütte. Wenn man ihn so sägt, fällt er auf's Dach. Und
Holzfällarbeiten durchführen lassen, sind recht teuer.
>
Diese Abmessungen sind für mich nicht nachvollziehbar.
Voriges Jahr musste hier leider eine Tränenkiefer weg.
0,5 m Durchmesser, ca. 25 m hoch, verlor alle Nadeln.
Antrag bei der unteren Naturschutzbehörde. Genehmigt,
wohl weil ich auch Nachpflanzung versprochen hatte.
Da keine Länge vorhanden ist für normales Fällen haben
wir einen Profi das machen lassen, einen Alpinisten.
Besorgte das mit Steigeisen, Sicherungsseil und handlicher
Motorsäge. 2 Mann, ein Vormittag, 360 Euro incl.
Abtransport. Aber nur bei Vorlage der Genehmigung.
Bei ungenehmigter Selbsthilfe geht das selbst bei Gelingen
u. U. mehr ins Geld, 3.000 sind da locker drin.
>
Rudolf
>
>
>
Re: Holzfällarbeiten selber machen
C=2EP Kurz schrieb:
> Gerald Sendner schrieb:
> > Hallo
> >
> > Ein Nadelbaum, 1,00m Durchmesser und ca. 10m hoch. Wie fällt man den
> > am besten? Problem: Er steht schon etwas schief. Genau über der
> > Hütte. Wenn man ihn so sägt, fällt er auf's Dach. Und
> > Holzfällarbeiten durchführen lassen, sind recht teuer.
>
> 1m Durchmesser und 10m hoch? Was ist das denn für ein Nadelbaum? Bzw. w=
o sind
> die restlichen 30m geblieben?
>
Er ist abgestorben. Die Höhe war geschätzt. Wahrscheinlich ist er
höher. Außerdem sind es mindestens noch 2 ähnliche Bäume, die weg
sollen.
Danke, allen, für die Hinweise.
Gerald
Re: Holzfällarbeiten selber machen
Gerald Sendner schrieb:
> Er ist abgestorben. Die Höhe war geschätzt. Wahrscheinlich ist er
> höher. Außerdem sind es mindestens noch 2 ähnliche Bäume, die weg
> sollen.
Also wenn Du bei der Angabe 1m Durchmesser (nicht Umfang) bleibst, und der
abgestorben ist, dann solltest Du im Interesse deiner Hütte schleunigst einen
professionellen Baumterminator beauftragen.
Wenn das wirklich ein schiefstehender abgestorbener Nadelbaum mit solchen
Abmessungen ist, ist das mit der Stabilität vermutlich nicht mehr weit her.
- Carsten
Re: Holzfällarbeiten selber machen
Gerald Sendner wrote:
> Hallo
>
> Ein Nadelbaum, 1,00m Durchmesser und ca. 10m hoch. Wie fällt man den
> am besten? Problem: Er steht schon etwas schief. Genau über der
> Hütte. Wenn man ihn so sägt, fällt er auf's Dach. Und
> Holzfällarbeiten durchführen lassen, sind recht teuer.
Entweder hochklettern und von oben in Scheiben abbauen, wird
wg. Dicke schwer, oder Steighuber leihen, und dasselbe mit
nem ordentlichen Waldmoped.
Solange, bis der Rest so kurz ist, das er nicht mehr ins
Hausfallen kann.
Für 1 m DM sollte man schon ein entsprechendes Schwert haben
, mindestens 45 cm, besser 60cm.
Gruß
Matthias
Re: Holzfällarbeitenselber machen
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Re: Holzfällarbeiten selber machen
Bernd Windisch schrieb:
> genial! :)
Ist wie gesagt über 3 Fällungen hin optimiert worden. Ich habe beim letzten Mal
sogar Bilder gemacht, bei Gelegenheit stelle ich die mal ins Netz. Tatsächlich
binde ich den oberen Teil garnicht fest an, sondern hänge ihn in einen
Sicherungsring unterhalb der Sägestelle. Das Ende dieses Seiles führt von dort
nach unten und wird erst dort am Stamm festgemacht. Wenn der obere Teil des
Baumes abgebrochen ist und runterhängt, kann man ihn bequem von unten abseilen.
Eine Bremswicklung um den Stamm reicht aus.
Beim ersten Mal hing die Spitze dagegen fest angebunden am Baum. Ein paar
Hundert Kilo Fichte lässt man aber nicht mal eben freihändig von der Leiter
runter, und einfach abschneiden und fallen lassen ist ja grade nicht angesagt,
auch wenn das bei der herunterhängenden Spitze etwas besser zu kontrollieren
wäre. War dann etwas mühsam. Beim zweiten Mal habe ich dann noch die 2 Euro für
den Sicherungsring investiert.
Von unten denkt man, die abzusägende Spitze sei ein besserer Weihnachtsbaum. In
Wirklichkeit ist das immer noch ein ganz schön respekteinflößender Klumpen.
Immer schön Abstand halten...
- Carsten
Re: Holzfällarbeiten selber machen
Gerald Sendner schrieb am 2 May 2006 13:30:51 -0700
>Ein Nadelbaum, 1,00m Durchmesser und ca. 10m hoch
Meinst du mit Durchmesser den des Stammes, oder den des ganzen Baumes?
--
mfg markus
Die E-Mail Adresse ist gültig,wird aber nicht gelesen.
Sollte ausnahmsweise eine Antwort per E-Mail nötig sein:
vornamename [at] gmx.de
Re: Holzfällarbeiten selber machen
Markus Baumeister schrieb:
> Meinst du mit Durchmesser den des Stammes, oder den des ganzen Baumes?
Gute Frage ;-)
- Carsten
Re: Holzfällarbeitenselber machen
Post removed (X-No-Archive: yes)
Re: Holzfällarbeiten selber machen
Bernd Windisch schrieb:
> mach mal, das interessiert mich wirklich. In Mutters Garten stehen viel
> zu viele, mittlerweile viel zu hohe Fichten, die mal gefällt werden
> müßten.
Na gut, hier mal quick'n dirty.
http://www.vw111.de/Baum/Baum.html
Erstes Bild Blick aus dem Garten. Unten sieht man das Sicherungsseil, oben das
Zugseil zum Abreissen der Spitze. Ich habe nicht zwei getrennte Seile dafür
genommen, sondern die beiden Enden eines sehr langen Seils. Je nachdem was da ist.
Der Baum ist etwa 12m hoch. Bei Herbststürmen konnte die Spitze gefährlich nah
an die Hausfassade dahinter schwingen, weil der Stamm so dünn ist. Bei
schwereren Bäumen sollte man evtl. etwas Recherche in Hinblick auf ein
stärkeres Seil betreiben, das ist aber tendenziell noch baumarktüblich. Die
Schlingen und Knoten geben alle noch etwas nach, und die Spitze fällt recht
früh in die Sicherung, daher ist der Ruck für das Seil noch erträglich.
4. Bild Blick auf die Sicherungskonstruktion bzw. Sägestelle. Unter der
Sägestelle ein kurzes Stück Seil mehrfach um den Stamm gewickelt. Einen
Sicherungshaken eingehängt (Karabiner sind entweder zu schwach oder zu teuer).
Das Sicherungsseil darüber angebunden (günstigerweise über einigen Aststümpfen
als zusätzliche Rutschsicherung). Das Ende dieses Seiles führt man senkrecht
nach unten an den Stamm, wickelt es dort 2-3mal herum und fixiert es. Später
löst man das wieder um 1-2 Wicklungen und lässt die abgebrochene Spitze daran
herunter. Auch da ist ein Aststumpf nützlich. In der Regel bremst die rauhe
Rinde ausreichend, ansonsten ist die runterhängende Spitze üblicherweise
schwerer als man selbst...
So weit als möglich über der Befestigung des Sicherungsseils bindet man das
Zugseil an. Da muss man immer ein bißchen einen Kompromiss zwischen Höhe der
Sägestelle und Hebelwirkung am Zugseil machen. Je weiter über der Sägestelle
man anbindet, desto größer der Hebel, desto weniger muss man den Stamm ansägen,
aber desto länger ist auch ggfs. das Stück, das runterkommt, weil die
Sägestelle zwangsläufig nach unten wandert. Kommt auch ein bißchen drauf, an,
wie lang die Leiter ist. Man sägt im Sinne des besten Hebels dann natürlich
knapp über der unteren Befestigung.
Im konkreten Fall war das Zugseil nur nen halben Meter drüber angebunden, das
reichte da auch aus, man sieht es im 4. Bild oben ein bißchen durch die Äste
blinzeln.
Man organisiert die Seile ein bißchen nach Fallrichtung, bzw. nach der
Richtung, in der man später die Baumspitze runterlassen kann. Im gezeigten Fall
soll die Spitze nach rechts fallen, also kommen rechts auch die Seile hin und
von links wird angesägt, die Seile sind dabei nicht im Weg. Nach meiner
Erfahrung muss man so einen Stamm horizontal mindestens bis etwa zur Hälfte
ansägen, damit man ihn abreissen kann. Hängt wie gesagt etwas vom Hebel ab, vom
Durchmesser des Stammes, etc. Hilfreich zur Abschätzung ist ggfs. das Zugseil
unten vor dem Sägen mit etwas Spannung anzubinden, oder ein vertrauensvoller
Helfer, der das Seil leicht auf Spannung hält. Wenn man es beim Sägen dann
leise knacken hört, wird es Zeit aufzuhören. Der Mann unten muss dann aber auch
wirklich aufhören zu ziehen, das ist eine Vertrauensstellung. Auf der Leiter
die noch beastete Baumspitze abzukriegen ist mit Sicherheit kein Spaß. Wenn die
Spitze dann von unten auch mit vereinten Kräften nicht abbrechen will, muss man
halt nochmal auf die Leiter nen cm nachsägen. Vor dem Abreissen der Spitze
stelle ich natürlich auch die Leiter weg. Aus verständlichen Gründen sollte man
diesen Teil der Operation bei Windstille durchführen.
Im 5. Bild ein schwacher Blick von der Leiter in Fallrichtung, von oben sieht
man das Zugseil in den Garten runterhängen, von dort wird dann aus sicherer
Entfernung die Spitze umgerissen.
Je nach Länge des Reststumpfes kann man den am Stück umlegen (als Zugseil hängt
oben am Sicherungsring ja noch das Sicherungsseil), bei sehr großen Bäumen bzw.
sehr wenig Platz darunter wiederholt man die Prozedur noch ein zweites Mal. Wer
sich das zutraut, kann den nackten Stamm dann auch von der Leiter mit einer
Kettensäge stückweise zerlegen. Je nachdem, was unten geplant ist, lässt man
den Stumpf stehen und verrotten. Man kann versuchen, das Reststück so knapp wie
möglich über dem Boden abzuschneiden. Wenn man die Wurzel ausgraben will, lässt
man lieber 2m Stamm darüberstehen - dort kann man ein Seil anbinden und mit
Anhängerkupplung oder Abschlepphaken eines Autos ggfs. der Wurzel den nötigen
finalen Kick verpassen (->Hebel). Ich habe die Wurzel des ersten Baumes
komplett ausgegraben, weil dort ein Kirschlorbeer hin sollte. Das war aber
wirklich eine Schweinearbeit. Beim zweiten Baum habe ich ganz knapp über der
Erde abgeschnitten (ggfs. drumherum erst die Erde weggraben) und den oberen
Teil dann noch mit der Kettensäge zerfräst, damit es halbwegs bodengleich
auskam. Der dritte Stumpf darf dort verrotten, wo er ist. Meine Kettensäge ist
so ein 50 Euro KingCraft Teil von Aldi. Für ein paar halbseidene Fichten reicht
die. Ich habe die wie gesagt nur zum Zerlegen des Baumes am Boden benutzt,
nicht auf der Leiter. Zum Ansägen der Spitze und zum Fällen des Reststammes
habe ich eine half-size Bügelsäge benutzt, die man im Baumarkt ab 10 Euro
aufwärts kriegt.
Das Entasten des Baumes geht erstaunlich schnell, ich hatte auch nur so eine 7
Euro Astschere von Lidl. Man muss nicht unbedingt wie auf den Bildern rundum
alle Äste wegschneiden, eigentlich reicht eine Schneise für die Leiter, den
Rest kann man auch auf dem Boden erledigen. Wenn der Stamm noch Äste hat, wird
sein Fall auch ggfs. etwas gedämpft. Ein nackter Stamm knallt ganz schön auf
den Boden. Die Äste nimmt die Grünabfuhr mit. Den Stamm zersäge ich und lagere
ihn gespalten 2 Jahre für den Aussenkamin (harziges Nadelholz). Im Herbst sind
auch manche froh über einen Beitrag zum Martinsfeuer.
Ursprünglich hatte ich gedacht, mir sogar die Leiter sparen zu können. Ich
dachte, ich lasse von einigen dicken Ästen 10-20cm stehen und steige darauf
höher. Leider sind bei Fichten und Tannen diese Astansätze aber nicht so
sonderlich robust, die brechen gern plötzlich unter einem weg. Wäre sonst eine
nette Minimaltechnik.
Ansonsten wie gesagt, die Leiter wird mit einer Seilschlinge am Baum befestigt,
damit sie nicht abrutscht. Durch Gürtelschlaufen sollte man ein Seil mit
Karabinerhaken oder einen sehr langen Gürtel ziehen und um den Baum legen,
damit man nicht im Eifer des Gefechtes hintenüberkippt. Kurzes Seil mit Haken
vorne durch Gürtel und über Leitersteg geht auch.
Ich fühle mich sehr sicher auf der Leiter und bin leidlich schwindelfrei, aber
wenn man da oben bestimmte Arbeiten ausführt, bleibt einfach ein Restrisiko,
dass mal was unerwartet abreisst, und dann armerudernd nach hinten
runterzufallen wäre einfach albern. Nur Idioten arbeiten ohne Sicherung.
Schutzbrille oder überhaupt irgendne Brille sind auch nützlich, so ein
Nadelbaum lässt ganz schön Brösel unter sich, wenn man da über Kopf Seile anbindet.
- Carsten
--
Ein Mann muss in seinem Leben drei Dinge tun - ein Haus bauen, ein Kind zeugen,
und einen Baum fällen
--
Re: Holzfällarbeiten selber machen
Schätze, mit professioneller Arbeitstechnik könntest du dir
deien Arbeit ganz schön leichter und sicherer machen.
Guck mal nem Baumkletterer zu. Oder informier dich bei
Veranstaltungen wie z.B. der Globeboot.
Gruß
Matthias
Re: Holzfällarbeiten selber machen
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