Trittfestigkeit von "Schattenrasen"
Tach auch
ich habe eine als Schattenrasen deklarierte Gräsermischung mit folgender
Zusammensetzung:
30% Deutsches Weidelgras Lifrance
30% D. W. Lisbelle
20% D. W. Lisuna
20% D. W. Libronco
Mit dem Rasen bin ich soweit ganz zufrieden, allerdings scheint es, als
sei der Rasen nicht ganz so trittfest wie andere Gebrauchsrasen -
Mischungen.
Kann das sein?
Grüße, Peter
Re: Trittfestigkeit von "Schattenrasen"
peter mysliwec <petermysliwec [at] compuserve.de> wrote:
> Mit dem Rasen bin ich soweit ganz zufrieden, allerdings scheint es, als
> sei der Rasen nicht ganz so trittfest wie andere Gebrauchsrasen -
> Mischungen.
> Kann das sein?
Wie wirkt sich das genau aus?
Randolf
--
+----------------------------------------------------------- --------------+
| Randolf Skerka rs-web [at] skerka . de http://www.randolf.org/ |
+-------------------= Try to be successfull ... use UNIX =----------------+
Re: Trittfestigkeit von "Schattenrasen"
Am Thu, 11 May 2006 11:39:21 +0200 schrieb peter mysliwec:
Hallo,
>ich habe eine als Schattenrasen deklarierte Gräsermischung mit folgender
>Zusammensetzung:
>30% Deutsches Weidelgras Lifrance
>30% D. W. Lisbelle
>20% D. W. Lisuna
>20% D. W. Libronco
na sauber.
Die einzigen bisher ernst zu nehmenden Schattenrasenmischungen
enthalten zu einem nennenswerten Anteil Poa supina.
Davon finde ich in obiger Mischung null.
"Gräsermischung" ist für obiges Saatgut eine reichlich verwegene
Bezeichnung, denn alle Sorten gehören zu einer einzigen Art.
Weidelgras ist so ungefähr das billigste, was in Rasensamenmischungen
als Füller verwendet wird. 1 g sind gerade mal ca. 800 Korn.
Bei besseren Gräserarten kommt man auf über 3000 oder auch mal auf
15000 Korn pro Gramm.
Weidelgras wird auch als Gründüngung oder für den Zwischenfruchtanbau
verwendet, wo man einen 50 cm hohen grünen Pelz zum Unterpflügen
erwarten darf. Grün macht es auf jeden Fall, sogar sehr hoch, aber
halt nicht breit. :-(
>Mit dem Rasen bin ich soweit ganz zufrieden, allerdings scheint es, als
>sei der Rasen nicht ganz so trittfest wie andere Gebrauchsrasen -
>Mischungen.
>Kann das sein?
Das kann bei Weidelgras pur gar nicht anders sein.
Etwas dichter wird das Gras schon noch werden.
Für kurzen Schnitt dürfte es sich allerdings kaum eignen.
Beste Grüße G e r h a r d
Re: Trittfestigkeit von "Schattenrasen"
Randolf Skerka schrieb:
> peter mysliwec <petermysliwec [at] compuserve.de> wrote:
>> Mit dem Rasen bin ich soweit ganz zufrieden, allerdings scheint es, als
>> sei der Rasen nicht ganz so trittfest wie andere Gebrauchsrasen -
>> Mischungen.
>> Kann das sein?
>
> Wie wirkt sich das genau aus?
>
>
>
> Randolf
>
Das wirkt sich so aus, dass die Grasnarbe auf dem Weg vom Küchengarten
zur Terrasse stark ausdünnt. Das ist der am meisten begangene Bereich.
Peter
Re: Trittfestigkeit von "Schattenrasen"
Gerhard Zahn schrieb:
> Am Thu, 11 May 2006 11:39:21 +0200 schrieb peter mysliwec:
>
> Hallo,
>
>> ich habe eine als Schattenrasen deklarierte Gräsermischung mit folgender
>> Zusammensetzung:
>
>> 30% Deutsches Weidelgras Lifrance
>> 30% D. W. Lisbelle
>> 20% D. W. Lisuna
>> 20% D. W. Libronco
>
> na sauber.
> Die einzigen bisher ernst zu nehmenden Schattenrasenmischungen
> enthalten zu einem nennenswerten Anteil Poa supina.
> Davon finde ich in obiger Mischung null.
>
> "Gräsermischung" ist für obiges Saatgut eine reichlich verwegene
> Bezeichnung, denn alle Sorten gehören zu einer einzigen Art.
> Weidelgras ist so ungefähr das billigste, was in Rasensamenmischungen
> als Füller verwendet wird. 1 g sind gerade mal ca. 800 Korn.
> Bei besseren Gräserarten kommt man auf über 3000 oder auch mal auf
> 15000 Korn pro Gramm.
> Weidelgras wird auch als Gründüngung oder für den Zwischenfruchtanbau
> verwendet, wo man einen 50 cm hohen grünen Pelz zum Unterpflügen
> erwarten darf. Grün macht es auf jeden Fall, sogar sehr hoch, aber
> halt nicht breit. :-(
>
>> Mit dem Rasen bin ich soweit ganz zufrieden, allerdings scheint es, als
>> sei der Rasen nicht ganz so trittfest wie andere Gebrauchsrasen -
>> Mischungen.
>> Kann das sein?
>
> Das kann bei Weidelgras pur gar nicht anders sein.
> Etwas dichter wird das Gras schon noch werden.
> Für kurzen Schnitt dürfte es sich allerdings kaum eignen.
>
> Beste Grüße G e r h a r d
Hallo Gerhard,
beim Abtippen fiel mir schon auf, dass "Mischung" nicht das richtige
Wort ist :-) Jedenfalls Danke für Deine ausführliche Antwort. Sehr
interessant fand ich die Kornangabe je Gramm Saatgut, darüber hab ich
mir noch nie Gedanken gemacht.
Werde mich mal nach einer höherwertigen Rasenmischung umtun... kannst Du
einen Hersteller empfehlen?
Viele Grüße,
Peter
Re: Trittfestigkeit von "Schattenrasen"
peter mysliwec wrote:
> Werde mich mal nach einer höherwertigen Rasenmischung umtun... kannst Du
> einen Hersteller empfehlen?
Für Mischungen mit Poa supina ist wohl "Supra" als Warenzeichen
eingetragen. Gibt es von diversen Herstellern, in verschiedenen
Mischungsverhältnissen.
Wer nicht gerade Innenräume mit Gras bepflanzen will, sollte eine
Mischung und keinen reinen Poa Supina säen - es wächst zwar auch im
Vollschatten mit der Optik eines normalen Rasens, aber auch wenn es sich
nicht wie minderwertige Schattenrasen entweder zu holzigen Borsten
entwickelt oder beim ersten Wetterwechsel in schimmligen Schleim
verwandelt, kann es in Sachen Robustheit mit guten Zier- oder gar
Spielrasensorten nicht mithalten - und da gibt es auch schon Sorten, die
ab Halbschatten ebensogut wachsen.
Auf fast jeder Fläche brauchbar und leicht erhältlich ist Wolf Supra -
das sollte eigentlich jeder bessere Bau- und Gartenmarkt haben.
Gruß Sevo
Re: Trittfestigkeit von "Schattenrasen"
Am Sat, 13 May 2006 14:11:56 +0200 schrieb peter mysliwec:
Hallo,
>beim Abtippen fiel mir schon auf, dass "Mischung" nicht das richtige
>Wort ist :-) Jedenfalls Danke für Deine ausführliche Antwort. Sehr
>interessant fand ich die Kornangabe je Gramm Saatgut, darüber hab ich
>mir noch nie Gedanken gemacht.
sich darüber überhaupt Gedanken zu machen, ist auch schwerlich
möglich. Man findet nämlich auf den Paketen mit den verschiedenen
Rasenmischungen gerade noch Gewichts-Prozentanteile, aber kein
Wörtchen zur Kornzahl.
Es steht z. B. nirgendwo, dass in einem kg Rasenmischung
5 % Weidelgras = 50 g = 50 x 800 = ca. 40.000 Körner bedeuten,
während
5 % Straußgras = 50 g = 50 x 15.000 = ca. 750.000 Körner wären....
>Werde mich mal nach einer höherwertigen Rasenmischung umtun... kannst Du
>einen Hersteller empfehlen?
Hersteller kann ich leider keinen empfehlen, weil mir jede
Marktübersicht fehlt.
Du hast nur die Möglichkeit zwischen wenigen Handelsmarken zu wählen
und dann deren Sortiment durchzugehen. Üblicherweise sind die
Rasenmischungen die "edelsten", bei denen für dieselbe Fläche das
geringste Gewicht für die Aussaat empfohlen wird. Die kosten dann auch
am meisten.
Das hilft einem aber auch noch nicht weiter, wenn man gar keinen
Super-Teppichrasen in Kurzform will, sondern was strapazierfähigeres
braucht. Dann wählt man halt in diese Richtung und schon liegt man
einige Umdrehungen besser, als mit einer obskuren Mischung, die jeder
Depp als "Berliner Tiergartenmischung" verkaufen darf.
Was den Schattenrasen angeht, der Poa supina (Poa supina Schrad. =
Lägerrispe) enthält, kannst du dir vielleicht was ergoogeln.
Für den Fall, dass du nix findest, kann ich dir die Adresse eines
Händlers zukommen lassen, der Saatgut und Rollrasen mit
Poa-supina-Zumischungen vertreibt.
Beste Grüße G e r h a r d
Re: Trittfestigkeit von "Schattenrasen"
Am Sat, 13 May 2006 15:31:02 +0200 schrieb Sevo Stille:
Hallo,
>> Werde mich mal nach einer höherwertigen Rasenmischung umtun... kannst Du
>> einen Hersteller empfehlen?
>
>Für Mischungen mit Poa supina ist wohl "Supra" als Warenzeichen
>eingetragen. Gibt es von diversen Herstellern, in verschiedenen
>Mischungsverhältnissen.
könnte es sein, dass du da etwas aus dem Kaffeesatz liest?
Alleine von Wolf gibt es verschiedene Rasenmischungen, die alle eines
gemeinsam haben: den Zusatz "Supra".
Wen soll das weiterbringen?
>Wer nicht gerade Innenräume mit Gras bepflanzen will, sollte eine
>Mischung und keinen reinen Poa Supina säen -
Rasensaatgut ist immer eine Mischung. Und dass man Poa supina pur
überhaupt bekommt, würde mich sehr überraschen.
>es wächst zwar auch im
>Vollschatten mit der Optik eines normalen Rasens, aber auch wenn es sich
>nicht wie minderwertige Schattenrasen entweder zu holzigen Borsten
>entwickelt oder beim ersten Wetterwechsel in schimmligen Schleim
>verwandelt, kann es in Sachen Robustheit mit guten Zier- oder gar
>Spielrasensorten nicht mithalten - und da gibt es auch schon Sorten, die
>ab Halbschatten ebensogut wachsen.
Na ja, Schatten ist halt für Rasen schon mal eine ziemliche Zumutung.
Und so es denn endlich Rasenmischungen gibt, die nicht nur
Schattenrasen heißen, sondern auch im Schatten grünen, wäre das schon
mal besser, als all das was bisher in bauernfängerischer Weise den
Leuten als Schattenrasen angedreht wurde.
Dann aber auch noch zu erwarten, dass ein Schattenrasen auch noch mit
gutem Zier- oder gar Spielrasenmischungen mithalten kann, die in der
Sonne verwöhnt werden, wäre dann wohl doch eher wie nach der Quadratur
des Kreises rufen.
>Auf fast jeder Fläche brauchbar und leicht erhältlich ist Wolf Supra -
>das sollte eigentlich jeder bessere Bau- und Gartenmarkt haben.
Noch nicht bemerkt, dass bei Wolf alles "Supra" heißt?
Und wer bitte kann mir sagen, wo man erfährt, welche Gräserarten- und
-sorten in den Wolf-Rasen drin sind, ohne dass man sie gleich kauft?
Beste Grüße G e r h a r d
Re: Trittfestigkeit von "Schattenrasen"
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Re: Trittfestigkeit von "Schattenrasen"
Gerhard Zahn wrote:
> Rasensaatgut ist immer eine Mischung. Und dass man Poa supina pur
> überhaupt bekommt, würde mich sehr überraschen.
Im Saatgut-Großhandel kein Problem. Wobei man da dann aber selber
mischen muß - Gras-Monokulturen sind höchstens in bizarren Sonderfällen
(Indoor-Rasen) erwägenswert.
> Noch nicht bemerkt, dass bei Wolf alles "Supra" heißt?
Nur die Mischungen mit Poa supina. Davon gibt es zwar auch ein Paar, vom
Strapazier- bis zum Schattenrasen, aber welche davon im konkreten Fall
am besten geeignet ist, sagt dir ein kompetenter Saatguthändler nach
Beschreibung der Lichtverhältnisse und Ansprüche...
> Und wer bitte kann mir sagen, wo man erfährt, welche Gräserarten- und
> -sorten in den Wolf-Rasen drin sind, ohne dass man sie gleich kauft?
Auf die Packung schauen - eine Mischungsangabe ist Vorschrift.
Gruß Sevo
Re: Trittfestigkeit von "Schattenrasen"
Gerhard Zahn schrieb:
[...]
> Was den Schattenrasen angeht, der Poa supina (Poa supina Schrad. =
> Lägerrispe) enthält, kannst du dir vielleicht was ergoogeln.
> Für den Fall, dass du nix findest, kann ich dir die Adresse eines
> Händlers zukommen lassen, der Saatgut und Rollrasen mit
> Poa-supina-Zumischungen vertreibt.
>
> Beste Grüße G e r h a r d
Hallo Gerhard,
gefunden habe ich bei meiner Suche den Hersteller "Juliwa-Hesa" gefunden.
Dessen Schattenrasen setzt sich wie folgt zusammen:
25,0% Festuca rubra trichophylla BARCROWN
15,0% Lolium perenne CADIX
20,0% Lolium perenne CITATION FORE
10,0% Poa nemoralis ENHARY
17,0% Poa pratensis CESAR
10,0% Poa pratensis JULIUS
3,0% Poa supina SUPRANOVA
Der Hersteller schreibt u.a. dazu :"...Innerhalb von 2 bis 3 Jahren
wird, ausreichende Pflege vorausgesetzt, Poa supina Hauptbestandsbildner
werden"
Ach so, die Mischung trägt den Namen "Buga Nr.5" Leider gibts den nur
als 10kg-Sack. Preis bei rd. 80 €uro.
Danke an die NG für Eure Hilfe
Gruß
Peter
Re: Trittfestigkeit von "Schattenrasen"
Am Mon, 15 May 2006 15:46:46 +0200 schrieb peter mysliwec:
Hallo,
>> Was den Schattenrasen angeht, der Poa supina (Poa supina Schrad. =
>> Lägerrispe) enthält, kannst du dir vielleicht was ergoogeln.
>> Für den Fall, dass du nix findest, kann ich dir die Adresse eines
>> Händlers zukommen lassen, der Saatgut und Rollrasen mit
>> Poa-supina-Zumischungen vertreibt.
>Hallo Gerhard,
>
>gefunden habe ich bei meiner Suche den Hersteller "Juliwa-Hesa" gefunden.
schau, schau, ich dachte Juliwa, = Julius Wagner, würde nicht mehr auf
Rasenmischungen machen.
>Dessen Schattenrasen setzt sich wie folgt zusammen:
>25,0% Festuca rubra trichophylla BARCROWN
>15,0% Lolium perenne CADIX
>20,0% Lolium perenne CITATION FORE
>10,0% Poa nemoralis ENHARY
>17,0% Poa pratensis CESAR
>10,0% Poa pratensis JULIUS
>3,0% Poa supina SUPRANOVA
Das sind schon mal 40 % nicht Lolium und dann noch 3 % Poa supina, das
finde ich ganz gut.
Womit man relativ wenig anfangen kann, sind die Sortennamen der
verschiedenen Gräserarten. Ganz einfach deshalb, weil nirgendwo steht,
wie z.B. Poa pratensis Julius wächst und wie im Unterschied dazu Poa
pratensis Cesar. Über derlei Spezialitäten habe ich bisher nichts
gefunden. Muss man aber auch vermutlich nicht soooo wichtig nehmen.
>Der Hersteller schreibt u.a. dazu :"...Innerhalb von 2 bis 3 Jahren
>wird, ausreichende Pflege vorausgesetzt, Poa supina Hauptbestandsbildner
>werden"
Wenn das das Ziel ist, was ja bei Schattenrasen angezeigt ist, dann
sollten sie halt ein paar Prozent mehr davon zumischen. Das könnte
aber auch daran scheitern, dass Poa supina noch zu wenig verfügbar
ist. Ansonsten ist es durchaus richtig, dass der Anteil der einzelnen
Grasarten sich den örtlichen Gegebenheiten und der Pflege mit der Zeit
anpasst.
>Ach so, die Mischung trägt den Namen "Buga Nr.5" Leider gibts den nur
>als 10kg-Sack. Preis bei rd. 80 ¤uro.
Der Preis erscheint mir sehr günstig. Juliwa hatte auch schon mal
Mischungen, die das Doppelte kosteten, allerdings waren das keine
Schattenrasen, bei denen Lolium für die Neuanlage immer noch eine
wichtige Rolle spielt.
Beste Grüße G e r h a r d
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