Es ist vollbracht - die Schnecke ist tot!

In der vorigen Woche habe ich, angeregt durch die Schneckendiskussion
hier, eine Packung Feromon...nein Ferramol gekauft. Aus dem
Gewürzgärtlein meiner Frau kam nämlich andauernd lautes Partygetöse,
die Schnecken hatten die meisten Kräuter schon heftig angenagt, den
Thymian und vor allem den Dill und die Petersilie hatten sie fast
vollständig aufgefressen. Abendliches Schneckenabsammeln und dann am
frühen Morgen noch mal brachte jedesmal eine reiche Schneckenernte.
Die hab ich dann hasserfüllt und mit großer Genugtuung im Klo
weggespült. So konnte es allerdings nicht weitergehen.

Die Ferramol-Würstchen überstehen auch stärkeren Regen, ohne gleich
wegzufließen. Die Schnecken nehmen sie auch mit großem Appetit auf,
allerdings läßt sich der Erfolg ja gemäß Waschzettel nur am Wegbleiben
der Schnecken messen. Und das scheint bei uns tatsächlich zu
funktionieren - in den letzten Tagen sind so gut wie keinen Schnecken
mehr zu finden, und das auch gänzlich ohne Schneckenzaun.

Ganz zu Anfang hatte ich eine Schnecke in Quarantäne übersiedelt und
ihr ein paar angefeuchtete Ferramol-Würstchen vorgesetzt. Die Schnecke
hat sich ziemlich sofort darauf gestürzt - naja, sie hat sich
gemächlich drauf zu bewegt - und drei von den Dingern mit großem
Appetit in sich hineingeraspelt. Danach und auch in den folgenden
Tagen hatte sie keinen Appetit mehr, sie kroch nur noch im
Quarantäne-Behältnis herum. Gestern, nach fünf Tagen, konnte ich dann
feststellen, daß ihr außer dem Appetit auch noch einiges andere
abhanden gekommen war - sie war offenbar den unnatürlichen
Schneckentod gestorben.

Überrascht haben mich allerdings ihre akrobatischen Eskapaden: Meine
Schnecke wußte offenbar nicht, daß sie nicht über Kopf kriechen kann;
sie ist munter an allen Wandungen und auch am Deckel ihrer Behausung
entlang gekrochen. Meinen Glauben an die Wirksamkeit von
Schneckenzäunen hat diese Erfahrung arg lädiert, Ferramol scheint
allerdings tatsächlich zu helfen.

Ein Foto habe ich mal bereitgestellt, da war sie noch
quietschvergnügt und konnte gar nicht genug bekommen von dem Zeug:

http://www.daedalus.raxel.de/Schnecke.jpg

Rolf
Rolf_R [ Do, 18 Mai 2006 20:45 ] [ ID #122192 ]

Re: Es ist vollbracht - die Schnecke ist tot!

Rolf R. Kopp schrieb:

> Ganz zu Anfang hatte ich eine Schnecke in Quarantäne übersiedelt und
> ihr ein paar angefeuchtete Ferramol-Würstchen vorgesetzt. Die Schnecke
> hat sich ziemlich sofort darauf gestürzt - naja, sie hat sich
> gemächlich drauf zu bewegt - und drei von den Dingern mit großem
> Appetit in sich hineingeraspelt. Danach und auch in den folgenden
> Tagen hatte sie keinen Appetit mehr, sie kroch nur noch im
> Quarantäne-Behältnis herum. Gestern, nach fünf Tagen, konnte ich dann
> feststellen, daß ihr außer dem Appetit auch noch einiges andere
> abhanden gekommen war - sie war offenbar den unnatürlichen
> Schneckentod gestorben.

Gute Idee, das Zeugs mal in einem Klinversuch zu testen. Viele machen
sich ja über Ferramol lustig weil sie einfach nicht begreifen, dass es
anders wirkt und daher die heftigen Schleimspuren und Schneckenleichen
ausbleiben. Wer Ferramol schon vor Jahren benutzte und das auch noch
zugab, wurde so zum Gespött einiger Gruppenclowns. Danke, durch Deinen
Bericht wird wohl etwas mehr Sachlichkeit einkehren.

> Überrascht haben mich allerdings ihre akrobatischen Eskapaden: Meine
> Schnecke wußte offenbar nicht, daß sie nicht über Kopf kriechen kann;
> sie ist munter an allen Wandungen und auch am Deckel ihrer Behausung
> entlang gekrochen. Meinen Glauben an die Wirksamkeit von
> Schneckenzäunen hat diese Erfahrung arg lädiert, Ferramol scheint
> allerdings tatsächlich zu helfen.

Der "Witz" bei den Schneckenzäunen, die recht gut funktionieren, ist die
doppelt umgebogene Oberkante. Es geht nicht darum, dass Schnecken nicht
über Kopf krabbeln können und abfallen, sie bewältigen scheinbar diese
Biegungen nicht. Es wandern nur ganz vereinzelt Schnecken in so
geschützte Beete ein wenn irgendwo eine Lücke vorhanden ist oder eine
Pflanze eine "Brücke" baut. Bei uns gibt es im hinteren Teil des Gartens
(keilförmiges, schmales Gelände) ein Beet, das unter sehr großem
Befallsdruck steht weil der Nachbar einen verwilderten "Garten" hat.
Dort sammelten wir früher in Feuchtperioden täglich 2x bestimmt 80-100
oder mehr Schnecken ab. Obwohl das Beet seitlich an ein Mäuerchen zu
einem anderen Nachbarn anschließt und Schnecken auch über diese Mauer
den Schneckenzaun umgehen können, passiert das nur selten. Es reicht
völlig wenn ich im Frühjahr einmalig Ferramol auslege um damit die
eingewanderten Schnecken zu erwischen. Auf dem Beet unterteilen
Holzplanken die einzelnen Planzabteilungen und wenn ich dann man unter
die Bretter schaue, finde ich vielleicht noch 10 Schnecken in der ganzen
Saison. Also ich bin mit der Kombination Schneckenzaun und Ferramol das
Problem wirklich losgeworden nachdem ich zuvor alles mögliche (und
unmögliche) ausprobiert hatte.
gh
--
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search_for_signature [ Fr, 19 Mai 2006 08:11 ] [ ID #122214 ]

Re: Es ist vollbracht - die Schnecke ist tot!

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Notifier Deamon [ Fr, 19 Mai 2006 09:06 ] [ ID #122219 ]

Re: Es ist vollbracht - die Schnecke ist tot!

Günter Hackel <search_for_signature [at] invalid.xs> schrieb:

>Rolf R. Kopp schrieb:
>>... Wirksamkeit von Schneckenzäunen...
>
>Der "Witz" bei den Schneckenzäunen, die recht gut funktionieren, ist die
>doppelt umgebogene Oberkante. Es geht nicht darum, dass Schnecken nicht
>über Kopf krabbeln können und abfallen, sie bewältigen scheinbar diese
>Biegungen nicht.
>
Daß Schnecken nicht überkopf kriechen können, erschien mir von Anfang
an sehr unwahrscheinlich, was ich dann ja auch gesehen habe. Mir war
allerdings entgangen, daß die Wirkung auf einer Scharfe-Kanten-Phobie
der Schnecken beruht. Letztlich hatte ich dies auch schon an "meiner"
Schnecke beobachten können, ohne es allerdings richtig bewertet zu
haben. Ich hatte sie in einem Gefäß gehalten mit weich verrundeten
Ecken, lediglich zum Deckel hin gab es eine scharfe Kante. An dieser
kroch sie eine ganze Weile entlang ohne zum Deckel überzusetzen.

Wenn das so ist, könnte ich mir ja beim Dachdecker ein paar Zinkbleche
(die habe ich hier rumliegen) schneiden und abkanten lassen und diese
dann einfach in die Erde stecken. Ich müßte dann noch so eine Art
Rastung zum lückenlosen Zusammenstecken anbringen.

>Es reicht
>völlig wenn ich im Frühjahr einmalig Ferramol auslege um damit die
>eingewanderten Schnecken zu erwischen.
>
Nachbars Garten, der an den Kräutergarten angrenzt, ist ein heftig
bemähter Rasen, von dem ich annehme, daß er für Schnecken nur begrenzt
attraktiv ist bzw. sogar tödlich. Deshalb ist es auch wahrscheinlich,
daß die Schnecken im Kräutergarten einmalig zugewandert sind bzw. aus
dort vorhandenen Gelegen entstanden sind. Ich habe täglich so um die
50 abgesammelt, manche Kräuter waren bis auf den Boden abgefressen.
Nach dem Auslegen von Ferramol ist es jetzt aber total ruhig geworden,
die Pflanzen erholen sich wieder bzw. sind nachgepflanzt.

>Also ich bin mit der Kombination Schneckenzaun und Ferramol das
>Problem wirklich losgeworden nachdem ich zuvor alles mögliche (und
>unmögliche) ausprobiert hatte.
>
Meine Sofortmaßnahme mit Ferramol hat zumindest die vorhandene
Besiedelung fast vollständig ausgerottet. Ich werde jetzt mal an den
Aufbau des zusätzlichen Schneckenzauns gehen. Einige wenige Zentimeter
an Höhe müßten ja genügen.

Rolf
Rolf_R [ Fr, 19 Mai 2006 12:17 ] [ ID #122245 ]

Ferramol??? die Schnecke ist tot!

Hallo,

>>>... Wirksamkeit von Schneckenzäunen...
das ist doch eine handwerklich ziemlich aufwendige Arbeit, oder?


>>Es reicht
>>völlig wenn ich im Frühjahr einmalig Ferramol auslege um damit die
>>eingewanderten Schnecken zu erwischen.

was ist das für ein Mittelchen?
Wäre ich auch interssiert.
Ich verwende Mesurol...mit"Bayer-Garten-Garantie"

Mein Sohn, der Chemiker, meinte, da war ein "ziemlich hartes Zeugs" und
ich solle es bitte nur in Dosendeckelchen auslegen.

Mach ich gerne, doch wenn's regnet ist die Wirkung gleich Null, da gehen
meine Schnecken drüber weg wie nichts!

Der Nachbar schwört auf seine Bierfallen. Ist auch ziemlich aufwendig...

Gruss Liddy
Liddy Fix [ Fr, 19 Mai 2006 12:45 ] [ ID #122253 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

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Notifier Deamon [ Fr, 19 Mai 2006 13:09 ] [ ID #122254 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

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Notifier Deamon [ Fr, 19 Mai 2006 13:40 ] [ ID #122261 ]

Re: Es ist vollbracht - die Schnecke ist tot!

Rolf R. Kopp schrieb:

> an sehr unwahrscheinlich, was ich dann ja auch gesehen habe. Mir war
> allerdings entgangen, daß die Wirkung auf einer Scharfe-Kanten-Phobie
> der Schnecken beruht. Letztlich hatte ich dies auch schon an "meiner"

Die kriechen an glatten Oberflächen durch die Adhäsion des Schleims. Das setzt
aber ein Minimum an Fläche voraus, an der sie haften kann. Ist diese Fläche zu
klein, also eine Kante, dann haftet's nicht mehr stark genug. Eine Schnecke
kann zwar ÜBER eine Rasierklinge, aber wenn sie hängend gegen die Schwerkraft
arbeiten muss, nicht UNTER einer Rasierklinge oder sonstigen Blechkante lang.

- Carsten
c.p.kurzXSPAM [ Fr, 19 Mai 2006 13:40 ] [ ID #122262 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

Liddy Fix <liddy [at] gmx.de> schrieb:

>>>>... Wirksamkeit von Schneckenzäunen...
>das ist doch eine handwerklich ziemlich aufwendige Arbeit, oder?
>
Für den Dachdecker nicht, der hat eine Abkantbank. Das geht "zang" und
dann nochmal "zang" - fertig.
>
>>>Es reicht
>>>völlig wenn ich im Frühjahr einmalig Ferramol auslege um damit die
>>>eingewanderten Schnecken zu erwischen.
>
>was ist das für ein Mittelchen?
>Wäre ich auch interssiert.
>
Neudorff "Ferramol Schneckenkorn", Wirkstoff Eisen(II)-Phosphat,
Wirken tut wahrscheinlich das Eisen(II)-Ion. Meine allererste
Vermutung ist, dass es im Blutkreislauf der Schnecke Unheil anrichtet,
von wegen Sauerstoffträger. Für Säuger scheint es begrenzt giftig bis
ungiftig zu sein. Außerdem ist ein Lockstoff enthalten; die Gourmets
bei Neudiorff haben ganze Arbeit geleistet, die Schnecken sind ganz
wild drauf.

>Ich verwende Mesurol...mit"Bayer-Garten-Garantie"
>
>Mein Sohn, der Chemiker, meinte, da war ein "ziemlich hartes Zeugs" und
>ich solle es bitte nur in Dosendeckelchen auslegen.
>
>Mach ich gerne, doch wenn's regnet ist die Wirkung gleich Null, da gehen
>meine Schnecken drüber weg wie nichts!
>
Dein Sohn hat wohl recht; es ist ein Sauzeug, da die kontaminierten
Schnecken wohl heftige Schleimspuren und dann auch noch sich selbsst
als Leiche zurücklassen. Für Fressfeinde der Schnecken nicht gerade
gesund.

>Der Nachbar schwört auf seine Bierfallen. Ist auch ziemlich aufwendig...
>
Hoffentlich schwört der keinen Meineid...

Lies mal den kürzlich gelaufenen Thread

<e436u3$2j5$01$1 [at] news.t-online.com>,

da steht *alles* drin.

Rolf
Rolf_R [ Fr, 19 Mai 2006 13:43 ] [ ID #122263 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

Rolf R. Kopp schrieb:

>> Der Nachbar schwört auf seine Bierfallen. Ist auch ziemlich aufwendig...
>>
> Hoffentlich schwört der keinen Meineid...

Warum die Bierfallen so gerne erwähnt werden, kann ich mir schon vorstellen.
Immerhin steht da immer nur 'Glas halbvoll machen'. Wohin dann mit dem Rest aus
der Flasche? Ausserdem muss man immer erst die Biervorliebe der Population
auspendeln. Gibt unterm Strich jedenfalls immer gute Stimmung in der
Gartenlaube. Kölsch war jedenfalls ein Reinfall, ich musste die Schnecken mit
nem Stöckchen überreden, da reinzugehen.


- Carsten
c.p.kurzXSPAM [ Fr, 19 Mai 2006 13:49 ] [ ID #122265 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

Rolf R. Kopp <Rolf_R [at] despammed.com> wrote:
> Neudorff "Ferramol Schneckenkorn", Wirkstoff Eisen(II)-Phosphat,
> Wirken tut wahrscheinlich das Eisen(II)-Ion. Meine allererste

Die genaue Wirkungsweise ist hier beschrieben:

http://www.neudorff-profi.de/index.php?id=3D135


Randolf

--
+----------------------------------------------------------- -------------=
-+
| Randolf Skerka rs-web [at] skerka . de http://www.randolf.org/=
|
+----------=3D Jeder kluge Mann trägt einen Verrückten in sich. =3D--=
---------+
Randolf Skerka [ Fr, 19 Mai 2006 14:24 ] [ ID #122272 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

Randolf Skerka <spambounce [at] skerka.de> schrieb:

>Rolf R. Kopp <Rolf_R [at] despammed.com> wrote:
>> Neudorff "Ferramol Schneckenkorn", Wirkstoff Eisen(II)-Phosphat,
>> Wirken tut wahrscheinlich das Eisen(II)-Ion. Meine allererste
>
>Die genaue Wirkungsweise ist hier beschrieben:
>
>http://www.neudorff-profi.de/index.php?id=135
>
Danke für den Link. Ich dachte so vor mich hin, dass das Eisen(II)-Ion
im Ferramol vielleicht als "Sauerstoffdieb" dem Hämocyanin im
Schneckenblut den Sauerstoff klauen könnte.

Rolf
Rolf_R [ Fr, 19 Mai 2006 14:41 ] [ ID #122274 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

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Notifier Deamon [ Fr, 19 Mai 2006 15:25 ] [ ID #122275 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

Rolf R. Kopp schrieb:
>
> Danke für den Link. Ich dachte so vor mich hin, dass das Eisen(II)-Ion
> im Ferramol vielleicht als "Sauerstoffdieb" dem Hämocyanin im
> Schneckenblut den Sauerstoff klauen könnte.

Und ich denke so vor mich hin, wo soll das Fe2+ herkommen?. Wodurch
sollte das Eisen in FePO4 zu Fe(II) reduziert werden?
Beste Grüße
G.W.
wolmersh [ Fr, 19 Mai 2006 17:18 ] [ ID #122285 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

Kathinka Wenz <kathinka [at] rrr.de> schrieb:

>Rolf R. Kopp <Rolf_R [at] despammed.com> wrote:
>
>> Außerdem ist ein Lockstoff enthalten; die Gourmets
>> bei Neudiorff haben ganze Arbeit geleistet, die Schnecken sind ganz
>> wild drauf.
>
>Genau das behauptet Neudorff, ist nicht der Fall. Kein Lockmittel,
>zumindest kein starkes. Das Schneckenkorn nur an einem Ort ausbringen,
>bringt in freier Natur nicht viel. In deinem Kasten wird die Schnecke
>keine Alternative gehabt haben, oder hattest du ihr auch Salat
>hingelegt?
>
Falsches Wort, Lockstoff ist nicht richtig. Die Pellets scheinen auf
kurze Distanz allerdings sehr attraktiv zu sein, Neudorff selbst
verwendet ja auch den Begriff Köder. Ein weitreichender Lockstoff wäre
im beabsichtigten Wirkungsspektrum des Ferramol wohl auch eher
kontraproduktiv. In unserem Kräutergarten ist das auch sichtbar, wie
ich vorher schon schrieb: kaum noch neuen Schnecken.

Ich hatte bei meinem Versuch drei angefeuchtete Pellets, ein wenig
Thymian und etwas Petersilie in einigem Abstand hinter der Schnecke
plaziert. Sie hat unmittelbar danach die Wende gemacht und kroch
direkt auf die Pellets zu, um mit dem Verspeisen zu beginnen. Ich
hatte Petersilie und Thymian zur Irritation genommen, weil sie
einerseits stark duften und andererseits die Schnecken vorher schon an
diesen Kräutern ziemliche Verwüstungen angerichtet hatten. Welche der
drei Stoffe die Kehrtwendung bewirkt haben, weiß ich nicht. Der
anschließende Marsch auf die Pellets zu sah aber ziemlich entschlossen
aus und ging direkt auf die Pellets zu. Vielleicht ist die blaugrüne
Farbe der Eisen(II)-Salze ja ein optisches Lockmittel? Die Evolution
hat Schnecken ganz hervorragend mit Sensoren für ihre Lieblingsnahrung
ausgestattet, warum nicht auch Farbe.

Natürlich ist ein einmaliger Versuch zu wenig für eine gültige
Aussage; das mit dem Wahlangebot hat mich auch nur am Rande
interessiert.

Grüße von Rolf
Rolf_R [ Fr, 19 Mai 2006 17:44 ] [ ID #122289 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

Post removed (X-No-Archive: yes)
Notifier Deamon [ Fr, 19 Mai 2006 18:01 ] [ ID #122293 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

G Wolmershäuser <wolmersh [at] chemie.uni-kl.de> schrieb:

>Rolf R. Kopp schrieb:
>>
>> Danke für den Link. Ich dachte so vor mich hin, dass das Eisen(II)-Ion
>> im Ferramol vielleicht als "Sauerstoffdieb" dem Hämocyanin im
>> Schneckenblut den Sauerstoff klauen könnte.
>
>Und ich denke so vor mich hin, wo soll das Fe2+ herkommen?. Wodurch
>sollte das Eisen in FePO4 zu Fe(II) reduziert werden?
>
Du wirst doch wegen eines einzelnen lächerlichen Elektrons keinen
Aufstand machen?
Es ist Eisen(III)-Phospahat, habe ich gerade noch mal nachgelesen.

Rolf
Rolf_R [ Fr, 19 Mai 2006 18:47 ] [ ID #122295 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

Kathinka Wenz schrieb:

> Thymian? Nicht dein Ernst. Ich hatte noch nie Fraßschäden an Thymian.
> *staun*

Ich habe hier zwei unterschiedliche Sorten Thymian, das eine ist dieser
klassische mit sehr trockenen Nadeln und verholzenden Stengeln, und das andere
einer mit sehr kleinen glatten weichen Blättchen. An dem klassischen kommen die
Schnecken nicht weit, an dem glatten haben sie sich reichlich bedient.

- Carsten
c.p.kurzXSPAM [ Fr, 19 Mai 2006 19:19 ] [ ID #122301 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

Kathinka Wenz <kathinka [at] rrr.de> schrieb:

>Rolf R. Kopp <Rolf_R [at] despammed.com> wrote:

>> Petersilie und Thymian zur Irritation genommen, weil sie
>> einerseits stark duften und andererseits die Schnecken vorher schon an
>> diesen Kräutern ziemliche Verwüstungen angerichtet hatten.
>
>Thymian? Nicht dein Ernst. Ich hatte noch nie Fraßschäden an Thymian.
>*staun*
>
Genauer 'Thymus serpyllum', Feldthymian, unsere niederrheinischen
Nacktschnecken (teilweise aus Spanien zugewandert) scheinen ihn zu
lieben. Dort habe ich regelmäßig die meisten Schnecken rausgeholt. Die
sichtbaren Schäden halten sich in Grenzen, die großen Anzahl der
kleinen Blättchen verdeckt einiges; wenn von denen mal ein paar
hundert fehlen, ist das nicht so wild. Die Petersilie sieht dafür um
so schlimmer aus, obwohl ich da nur wenige Schnecken fand. Die
Fraßschäden stehen offenbar im umgekehrten Verhältniss zur
Schneckenhäufigkeit.

>> Vielleicht ist die blaugrüne
>> Farbe der Eisen(II)-Salze ja ein optisches Lockmittel? Die Evolution
>> hat Schnecken ganz hervorragend mit Sensoren für ihre Lieblingsnahrung
>> ausgestattet, warum nicht auch Farbe.
>
>Schon möglich, nur fällt mir keine blaue Speise von Schnecken ein...
>
Eine Überbetonung von Grün? Kenne ich das Spektrum der Schneckenaugen?
Außerdem ist das wohl ein zugesetzter Farbstoff, es sind entgegen
meiner Annahme nämlich Eisen(III)-Salze, wurde ich eben drauf
hingewiesen.
>
>> Natürlich ist ein einmaliger Versuch zu wenig für eine gültige
>> Aussage; das mit dem Wahlangebot hat mich auch nur am Rande
>> interessiert.
>
>Versteh mich nicht falsch, ich finde das spannend und sehr gut, dass du
>es gemacht hast und hier darüber berichtest.
>
Ich verstehe dich schon nicht falsch.

Ich verlasse mich nach einem Leben voller Versprechungen gerne auf
eigene Wahrnehmungen. Nach meinem Experiment weiß ich nun, daß
Neudorffs Ferramol in unserem Kräutergarten gegen Schnecken recht
zuverlässig hilft. Das war mir eine Mitteilung in dieser Gruppe wert,
zumal ich ja auch erst hier von Ferramol erfahren habe. Wegen der
bekannten Nachteile hatte ich bisher auf die Anwendung von all dem
verzichtet, was als Schneckenkorn gehandelt wird.

Grüße von Rolf
Rolf_R [ Fr, 19 Mai 2006 19:31 ] [ ID #122304 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

"C.P Kurz" <c.p.kurzXSPAM [at] t-online.de> schrieb

> Kölsch war jedenfalls ein Reinfall, ich musste die Schnecken mit
> nem Stöckchen überreden, da reinzugehen.

Logisch. Schließlich kann es sich bei einer Flüssigkeit,
die in Reagenzgläsern ausgeschenkt wird, um alles mögliche,
aber kaum um Bier handeln ;-)

Außerdem belegen die vielen "Schneckenthreads" (ich fürchte
es werden wegen des Wetters noch sehr viel mehr), dass
Schnecken durchaus wählerisch sind. Selbst wenn es sich
also entgegen dem, was ich mal einen "kultivierten Geschmack"
nennen will, bei Kölsch wirklich um Bier handeln sollte, ist es
offensichtlich (selbst) für (fiese) Schnecken nicht gut genug ....

Grüße
Thorwald Brandwein

--
Üblicherweise stellt man sich vor, ehe man irgenwo mitredet und/
oder Gehör erwartet. Hier gilt ein Link, die praktischste Form der
Vorstellung, inzwischen als "spam". So eine Spinnerei....
Mehr zu meiner Person im Realen über: 3xw.biotekt.de.
Thorwald Brandwein [ Sa, 20 Mai 2006 01:16 ] [ ID #122319 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

T. Brandwein schrieb:
> "C.P Kurz" <c.p.kurzXSPAM [at] t-online.de> schrieb
>
>> Kölsch war jedenfalls ein Reinfall, ich musste die Schnecken mit
>> nem Stöckchen überreden, da reinzugehen.
>
> Logisch. Schließlich kann es sich bei einer Flüssigkeit,
> die in Reagenzgläsern ausgeschenkt wird, um alles mögliche,
> aber kaum um Bier handeln ;-)

Dofür aber doch wenigschtens um a 'gescheides Gift!

Noja, krepiert sons drin, oba nett vui g'nug!

Offenbar handelt es sich bei meinen Schnecken um Wochenendausflügler. Nachdem
ich letztes Wochenende durch Absammeln den Druck auf meine Plantage deutlich
reduziert hatte, geht es jetzt offenbar wieder los. Glücklicherweise habe ich
diese Woche genug Geld für eine kleine Packung Ferramol sparen können.
Daher kann ich jetzt meine Bierprobensammlung in einen Eimer kippen und selber
trinken.

Zu Gaffels Ehrenrettung muss ich allerdings doch zugeben, dass sich wenigstens
eine Schnecke mittlerer Größe von alleine an den Innenrand des Glases begeben
hat. Ich musste sie nur noch reinschubsen.

- Carsten
c.p.kurzXSPAM [ Sa, 20 Mai 2006 01:55 ] [ ID #122321 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

"C.P Kurz" <c.p.kurzXSPAM [at] t-online.de> schrieb:

> Zu Gaffels Ehrenrettung muss ich allerdings doch zugeben, dass sich
wenigstens
> eine Schnecke mittlerer Größe von alleine an den Innenrand des Glases
begeben
> hat. Ich musste sie nur noch reinschubsen.

An die Ausflügler glaub uch nicht so recht - Schnecken scheinen mir
sehr "bodenständig"....
Ich beobachte dieses Jahr (noch!) eine weitgehende Schneckenfreiheit
unseres Gartens obwohl die Nachbargrundstücke rechts und links
aktuell (aus nachvollziehbaren Gründen) sehr verwahrlosen.
Den Grund dafür sehe ich in großflächigen Aufschüttungen
(ca. 60%) der Gartenfläche, die bei uns letztes Jahr erforderlich
wurden. Der o.a. Flächenanteil wurde um 10 bis 60 cm mit
angefahrenem relativ sandigem gesiebtem Mutterboden angehoben.

Obwohl es jetzt seit Tagen regnet, habe ich auf den Beetflächen
noch keine einzige Nacktschnecke gesehen und selbst an dem
sonst immer abgefressenen Austrieben der Dahlien sind bisher
keine Fraßschäden feststellbar.
Es wird wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit sein, bis eine
neue Population vorhanden ist, aber aktuell ist kein Schnecken-
befall feststellbar, obwohl gerade alles mögliche keimt und
sprießt.
Dieses Phänomen lässt mich vermuten, dass der Großteil der
Schnecken üblicherweise vor Ort (also in direkter Nähe ihrer
Fraßstellen) lebt und dass Schnecken noch weniger mobil
sind, als ihre "Marschgeschwindigkeit" erwarten ließe.

Allerdings werde ich versuchen, den aktuellen Zustand
dadurch zu erhalten, dass ich ihnen demnächst entlang der
Grundstücksgrenzen gelegentlich etwas Schneckenkorn
kredenze. An einen (wenigstensd scheinbar) schneckenfreien
Garten könnte ich mich gut gewöhnen, d.h. die Schnecken
fehlen mir nicht ;-)

Übrigens habe ich früher eine ähnliche Beobachtung mit
Weinbergschnecken gemacht. Wir hatten einen feuchten
Steilhang (Böschung oberhalb einer Stützmauer) der
durch einen befahrenen Weg vom Hausgrundstück
(mit Garten) getrennt war. Darauf wuchsen in
unverschatteter Südlage Gras/Wiese und ein paar
Obstbäume.
2 bis 3 mal jährlich habe ich diesen Hang - ca. 70 m
lang und 5 bis 8 m breit - mit der Sense gemäht und
dabei regelmäßig um die 200 ausgewachsene Weinberg-
schnecken "geerntet" (Die kamen für ein paar Wochen
ins Hungerlager und wurden anschließend verspeist.)
Auch in diesem Fall fiel auf, dass die Population
auf dem Steilhang (darüber Acker) wesentlich höher
war, als auf dem wesentlich größeren Hausgrundstück -
ebenfalls Südhang und teilweise auch "Streuobstwiese".
Obwohl das gesamte Hausgrundstück an Weiden, bzw.
Heuweisen grenzte, die sehr ähnliche Bedingungen
wie der Steilhang boten, gab es auf den Wiesenteilen
des Hausgrundstückes, die wie der o.a. Steilhang
unterhalten wurden, deutlich weniger Schnecken.

Also - an "weit wandernde" Schnecken glaube ich nicht
so recht... Wo viele wahrgenommen werden, sind auch
viele und schon ganz in der Nähe kann es offenbar ganz
anders aussehen.



Grüße
Thorwald Brandwein

--
www.biotekt.de
Thorwald Brandwein [ Sa, 20 Mai 2006 03:23 ] [ ID #122323 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

T. Brandwein schrieb:

> 2 bis 3 mal jährlich habe ich diesen Hang - ca. 70 m
> lang und 5 bis 8 m breit - mit der Sense gemäht und
> dabei regelmäßig um die 200 ausgewachsene Weinberg-
> schnecken "geerntet" (Die kamen für ein paar Wochen
> ins Hungerlager und wurden anschließend verspeist.)

------------- Zitat aus der Wikipedia:

Weinbergschnecken stehen in Deutschland, Österreich und der Schweiz,
sowie auch in vielen anderen Ländern, unter Naturschutz.

.....

....Jedoch tritt sie auch als Nützling auf, indem sie die Eigelege von
Nacktschnecken frisst.

--------------------

Soll man da wirklich jedes Jahr 400 bis 600 davon vernichten? Immerhin
brauchen die auch ein paar Jahre, bis sie ausgewachsen sind.

Wolfgang
Reindl Wolfgang [ Sa, 20 Mai 2006 13:00 ] [ ID #122338 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

"C.P Kurz" <c.p.kurzXSPAM [at] t-online.de> schrieb:

>Kölsch war jedenfalls ein Reinfall, ich musste die Schnecken mit
>nem Stöckchen überreden, da reinzugehen.

Die Rede war ja auch von Bier, nicht von Kölsch...
Joerg Winkel [ Sa, 20 Mai 2006 14:35 ] [ ID #122346 ]

Re: Es ist vollbracht - die Schnecke ist tot!

Rolf R. Kopp schrieb:
nachdem ich zuvor alles mögliche (und
>>unmögliche) ausprobiert hatte.
>>
> Meine Sofortmaßnahme mit Ferramol hat zumindest die vorhandene
> Besiedelung fast vollständig ausgerottet. Ich werde jetzt mal an den
> Aufbau des zusätzlichen Schneckenzauns gehen. Einige wenige Zentimeter
> an Höhe müßten ja genügen.

Jau, ein paar cm reichen schon, nur nicht zu niedrig machen sonst wächst
zu schnell irgendwas hoch genug um den Schleimern eine Treppe zu bauen.
Die handelsüblichen Blechzäune sind leider etwas dünn und auch zu
niedrig, den Makel kannst Du dann ja gleich umgehen. Ich hätte lieber
etwas höhere Zäune damit sie tiefer und fester im Boden stecken. Ich
hatte mir auch schon übverlegt, die Beetflächen mit Betonsteinen
einzufassen und aussen direkt davor den Schneckenzaun.
Mal sehen, mein Zaun ist bis auf eine Stelle unversehrt und ich werde
den erstmal noch stehen lassen solange es geht.
gh
search_for_signature [ Sa, 20 Mai 2006 16:00 ] [ ID #122350 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

"Reindl Wolfgang" <wolfgang.reindl [at] uibk.ac.at> schrieb:


> Weinbergschnecken stehen in Deutschland, Österreich und der Schweiz,
> sowie auch in vielen anderen Ländern, unter Naturschutz.

Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ich eine Vergangenheitsform
benutzt habe?


> Soll man da wirklich jedes Jahr 400 bis 600 davon vernichten? Immerhin
> brauchen die auch ein paar Jahre, bis sie ausgewachsen sind.

Mag sein.... Aber da du dich ja brav über das Tierchen
informiert hast, weißt du sicher auch, dass es seine Verbreitung
in Europa nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken hat,
dass manche Leute es aßen.

Da sich die Population auf dem betreffenden Wiesenstück
jahrelang nicht bemerkbar verändert hat, dürfte die private
Nutzung einer kleinen eigenen Wiese zur Schneckenzucht kaum
relevanten Einfluss auf die Bestände (gehabt) haben.
Regelmäßiges gewerbliches Sammeln stellt sicherlich eine ganz andere
Qualität der Bestandsbedrohung dar, aber selbst das dürfte nicht
die Ursache dafür sein, dass die nützliche Weinbergschnecke
vielerorts im Bestand bedroht ist. Da gibt es noch einige andere
relevante Einflussfaktoren.

Der entsprechende Hang in Südhessen ist übrigens inzwischen
noch schneckenfreundlicher geworden, denn der Acker darüber
wurde stillgelegt, bzw. zur neuen Streuobstwiese.
Dummerweise ist der Weg daneben inzwischen asphaltiert und
wird sehr viel häufiger befahren als früher. Da wird so manche
Schnecke (mit und ohne Haus) "profiliert". Den Hang mähen
jetzt andere - nicht mehr nur gelegentlich und komplett mit der
Sense, sondern häufiger die flacheren Bereiche mit dem
Rasenmäher. Das so sicherlich produzierte Schneckenmus
fällt wohl niemandem wirklich auf. Es ließe sich auch kaum
vermeiden - genausowenig, wie die Verletzungen und
Todesfälle unter den Schnecken, die ich seinerzeit mit der
Sense verursacht habe....

Aber vielleicht sind die Schnecken ja jetzt glücklicher und freuen
sich weil sie auf dem Papier "geschützt" sind .....


Grüße
Thorwald Brandwein



--
Üblicherweise stellt man sich vor, ehe man irgenwo mitredet und/
oder Gehör erwartet. Hier gilt ein Link, die praktischste Form der
Vorstellung, inzwischen als "spam". So eine Spinnerei....
Mehr zu meiner Person im Realen über: 3xw.biotekt.de.
Thorwald Brandwein [ So, 21 Mai 2006 03:10 ] [ ID #122378 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

T. Brandwein schrieb:

> Also - an "weit wandernde" Schnecken glaube ich nicht
> so recht... Wo viele wahrgenommen werden, sind auch
> viele und schon ganz in der Nähe kann es offenbar ganz
> anders aussehen.

Dazu muss man sagen, dass es 'normalerweise' neben dem Bierfallen in typischen
Gärten ja auch mehr als genug andere Geruchsquellen gibt, von denen sicherlich
div. anziehend, div. abschreckend, und einige irritierend wirken werden.
Und dazu kommen dann noch verschiedene andere Unwägbarkeiten wie div.
Bodenbeschaffenheiten, Gestrüpp, Fressfeinde, Wetterlagen, etc.

Ich würde mal vermuten, wenn eine Bierfalle Schnecken in einen Nutzgarten
zieht, dann würde es das dort vorhandene fressbare Grün ohnehin auch tun.

- Carsten
c.p.kurzXSPAM [ So, 21 Mai 2006 19:47 ] [ ID #122421 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

Joerg Winkel schrieb:
> "C.P Kurz" <c.p.kurzXSPAM [at] t-online.de> schrieb:
>
>> Kölsch war jedenfalls ein Reinfall, ich musste die Schnecken mit
>> nem Stöckchen überreden, da reinzugehen.
>
> Die Rede war ja auch von Bier, nicht von Kölsch...


Damit der zündet sollte man ihn schon halbwegs zeitig bringen ;-)

Ich paradiere aber auch gerne nochmal in Wiederholung: Jetzt wo im Glas ein
hübsches Gemisch aus Gerstensaft und Schneckenschleim vor sich hin gärt,
entspricht das sicher eher eurer Vorstellung von einem Bier...

- Carsten
c.p.kurzXSPAM [ So, 21 Mai 2006 20:16 ] [ ID #122427 ]

Re: Es ist vollbracht - die Schnecke ist tot!

Günter Hackel schrieb:

> etwas höhere Zäune damit sie tiefer und fester im Boden stecken. Ich
> hatte mir auch schon übverlegt, die Beetflächen mit Betonsteinen
> einzufassen und aussen direkt davor den Schneckenzaun.
> Mal sehen, mein Zaun ist bis auf eine Stelle unversehrt und ich werde
> den erstmal noch stehen lassen solange es geht.

Das Blech kann man doch auch gut alle Meter auf Holzpfosten nageln, oder in
einen geschlitzten Pfosten einschieben.

- Carsten
c.p.kurzXSPAM [ So, 21 Mai 2006 20:18 ] [ ID #122428 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

"C.P Kurz" <c.p.kurzXSPAM [at] t-online.de> schrieb:

> Dazu muss man sagen, dass es 'normalerweise' neben dem Bierfallen in
typischen
> Gärten ja auch mehr als genug andere Geruchsquellen gibt, von denen
sicherlich
> div. anziehend, div. abschreckend, und einige irritierend wirken werden.

An "Abschreckung" glaube ich bei Schnecken allerdings auch nicht wirklich,
solange diese nicht mit Trockenheit verbunden ist.

> Und dazu kommen dann noch verschiedene andere Unwägbarkeiten wie div.
> Bodenbeschaffenheiten, Gestrüpp, Fressfeinde, Wetterlagen, etc.

Das Wesentliche ist m.E. ausreichend feuchter und weicher Boden. Wo dieser
vorhanden und mit einem ausreichendem Nahrungsangebot verbunden ist,
gibt es m.E. keinen besonderen Grund für Schneckenwanderungen - außer
vielleicht "Langeweile" ;-)

Bei dem vor kurzem von mir erwähnte Hang handelt es sich um eine
schon vor langer Zeit künstlich angelegte Wegböschung, also eine
Abgrabung. Hier sickert ein Teil der Oberflächenwasser das auf
den darüberliegenden Hängen (ca. 1 km bis zur Wassserscheide)
anfällt zu Tage und sorgt für dauerfeuchten, stellenweise fast
schon sumpfigen Boden. Die ideale Ausrichtung zur Sonne
in Herbst, Winter und Frühjahr sowie die teilweise Beschattung durch
Obstbäume im Sommer begünstigen ein ausgeglichenes Kleinklima
mit langer Vegetationsperiode und lange relativ warmen Boden.
Deshalb handelt es sich wohl auch um eine "Brutstätte".


> Ich würde mal vermuten, wenn eine Bierfalle Schnecken in einen Nutzgarten
> zieht, dann würde es das dort vorhandene fressbare Grün ohnehin auch tun.

So sehe ich das auch. Ich hab mal irgendwann, irgendwo gehört, dass
die Tagesmarschleistung einer Weinbergschnecke um 25 m liegt. Die
Nacktschnecken werden wohl nicht viel schneller sein. Ich kann mir
irgendwie nicht wirklich vorstellen, dass Schnecken mehrtägige Reisen
zu Bierfallen unternehmen. Deshalb unterstelle ich, dass die Opfer
einer solchen Falle aus der nächsten Umgebung kommen und sich
auf dem (evetuellen) Weg zur Falle zwischendurch erst mal stärken ;-)
Offenbar tun das die meisten derart ausgiebig, dass sie anschließend
zu faul sind, in die Falle zu gehen ;-)

Grüße
Thorwald Brandwein

--
Üblicherweise stellt man sich vor, ehe man irgenwo mitredet und/
oder Gehör erwartet. Hier gilt ein Link, die praktischste Form der
Vorstellung, inzwischen als "spam". So eine Spinnerei....
Mehr zu meiner Person im Realen über: 3xw.biotekt.de.
Thorwald Brandwein [ Mo, 22 Mai 2006 13:37 ] [ ID #122459 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

Rolf R. Kopp schrieb:
>
> Du wirst doch wegen eines einzelnen lächerlichen Elektrons keinen
> Aufstand machen?

Habe ich da etwa ein Smiley übersehen? Wegen "eines einzelnen
lächerlichen Elektrons" werden immerhin Generationen von Chemikern
verschlissen und teuere Apparate gekauft und betrieben. ;-)
Beste Grüße
G.W.
wolmersh [ Mo, 22 Mai 2006 18:21 ] [ ID #122477 ]

Re: Ferramol??? die Schnecke ist tot!

G Wolmershäuser <wolmersh [at] chemie.uni-kl.de> schrieb:

>Rolf R. Kopp schrieb:
>>
>> Du wirst doch wegen eines einzelnen lächerlichen Elektrons keinen
>> Aufstand machen?
>
>Habe ich da etwa ein Smiley übersehen?
>
Nein, hast du nicht.
Ich meine, dass die Verwendung von Smileys dem Leser unterstellt, er
könne eine humorvolle Bemerkung nicht von Ernstgemeintem
unterscheiden. Ich hätte ja auch schreiben können "Mach doch wejen
sonnem Futts-Elektrönschen kinne Famillienkrach!" *)
>
>...lächerlichen Elektrons" werden immerhin Generationen von Chemikern
>verschlissen und teuere Apparate gekauft und betrieben. ;-)
>
Und mittlerweile konnte sie auch den Status der "experimentellen
Wissenschaft" erfolgreich ablegen. Aber das mit den teuren Apparaten
stimmt ja auch heute noch.

Rolf
(der sich über die weiterhin andauernde Abwesenheit von Schnecken im
Kräutergarten freut)

*) O-Ton: mein Onkel
Rolf_R [ Mo, 22 Mai 2006 20:10 ] [ ID #122491 ]
Garden / Garten » de.rec.garten » Es ist vollbracht - die Schnecke ist tot!

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