Rettung Apfelbaum (-busch) nach Wühlmausfraß
Hallo zusammen,
der Thread "Äpfel an jungen Bäumen ausdünnen?" hat mich ins grübeln
versetzt...
ein vor fünf Jahren gepflanzter Apfelbusch (also jetzt vermutlich 7
Jahre alt), der im vorletzten Jahr erstmals getragen hat, ist im Winter
schlimm von Mäusen attackiert worden.
Der Busch (ca. 2m hoch und ebenso breit) ist an einen Pfahl angebunden.
Wenn dem nicht so wäre, wäre er vielleicht schon umgekippt.
Ich hatte im Frühjahr mit dem Gedanken gespielt, den Busch kräftig
zurückzuschneiden, habe mich dann aber dagegen entschieden. Wie dem auch
sei...
Der Busch hat nun fleissig geblüht. Die Natur ist hier in der Eifel
mindestens 4 Wochen zurück: die Blühten sind noch am Busch, der erste
Fruchtansatz lässt sich kaum ahnen.
Frage, mal in die Zukunft gedacht: bringt es was, die Früchte frühzeitig
zu entfernen?
Was sonst kann ich tun, um die Überlebens-Chance des Apfelbusches
langfristig zu erhöhen?
Danke & Gruß
-Uwe-
Re: Rettung Apfelbaum (-busch) nach Wühlmausfraß
Uwe Weiss schrieb:
> Hallo zusammen,
>
> der Thread "Äpfel an jungen Bäumen ausdünnen?" hat mich ins grübeln
> versetzt...
>
> ein vor fünf Jahren gepflanzter Apfelbusch (also jetzt vermutlich 7
> Jahre alt), der im vorletzten Jahr erstmals getragen hat, ist im Winter
> schlimm von Mäusen attackiert worden.
> Der Busch (ca. 2m hoch und ebenso breit) ist an einen Pfahl angebunden.
> Wenn dem nicht so wäre, wäre er vielleicht schon umgekippt.
Hallo
manchmal kann es auch im nicht ertragsabhängigen Garten sinnvoller
sein, ein Ende mit Schrecken zu machen und einen stark geschädigten
Kandidaten zu roden statt den lange Jahre kümmernden Baum durchzubringen
(Schrecken ohne Ende). Wenn Du ein paar Euro mehr investierst, könntest
Du einen schon etwas größeren Baum neu kaufen und wenn Du dem bei der
Pflanzung optimale Verhältnisse schaffst, holt der den zerbissenen in 1
oder 2 Jahren ein.
gh
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Re: Rettung Apfelbaum (-busch) nach Wühlmausfraß
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Re: Rettung Apfelbaum (-busch) nach Wühlmausfraß
Am Sat, 27 May 2006 23:31:44 +0200 schrieb Uwe Weiss:
Hallo,
>der Thread "Äpfel an jungen Bäumen ausdünnen?" hat mich ins grübeln
>versetzt...
hm, du darfst ungehemmt weitergrübeln: Ausdünnen ist auch an älteren
und alten Bäumen qualitätssteigernd. Das glauben aber nur die, die das
Ausdünnen praktizieren.
>ein vor fünf Jahren gepflanzter Apfelbusch (also jetzt vermutlich 7
>Jahre alt), der im vorletzten Jahr erstmals getragen hat, ist im Winter
>schlimm von Mäusen attackiert worden.
>Der Busch (ca. 2m hoch und ebenso breit) ist an einen Pfahl angebunden.
>Wenn dem nicht so wäre, wäre er vielleicht schon umgekippt.
Woran erkennst du, dass der Baum schlimm von Mäusen attackiert worden
ist? Und wie kommst du auf Wühlmäuse?
>Ich hatte im Frühjahr mit dem Gedanken gespielt, den Busch kräftig
>zurückzuschneiden, habe mich dann aber dagegen entschieden. Wie dem auch
>sei...
>
>Der Busch hat nun fleissig geblüht. Die Natur ist hier in der Eifel
>mindestens 4 Wochen zurück: die Blühten sind noch am Busch, der erste
>Fruchtansatz lässt sich kaum ahnen.
Das kann standortbedingt ganz normal sein. Um welche Apfelsorte
handelt es sich denn? Heuer scheinen übrigens die Äpfel überall
eifriger zu blühen. Das hängt bei uns z.B. damit zusammen, dass der
Fruchtansatz im vorigen Jahr mehr als mickerig war.
>Frage, mal in die Zukunft gedacht: bringt es was, die Früchte frühzeitig
>zu entfernen?
Nicht zu entfernen, sondern auszudünnen. Ja, das bringt was.
Wenn man sich die Arbeit macht, unmittelbar nach der Blüte
auszudünnen, was bei einem Baum dieser Größe durchaus machbar ist,
dann hat das zwei Auswirkungen:
Es wirkt der Alternanz entgegen, will heißen du hast für nächstes Jahr
größere Aussichten auf Fruchtbehang, so es sich nicht um einen
typischen Alternanzler handelt.
Das ist darauf zurückzuführen, dass bereits jetzt, unmittelbar nach
der Blüte bereits die Blühinduktion für nächstes Jahr erfolgt. Der
Baum hält sich dabei entsprechend zurück, bis zu null Fruchtansatz,
wenn er heuer viel Fruchtansatz hat.
Der jeweils größte verbleibende Apfel oder auch das verbleibende
Apfelpärchen pro Blütenbüschel bekommt all die Aufbaustoffe ab, die
ansonsten bis zum natürlichen Fruchtfall für die Katz in die
abzuwerfenden Früchte gewandert sind. Auch das was in konkurrierenden
Kleinfrüchten verbraten wird, kannst du in die nach der Ausdünnung
verbleibenden Äpfel umleiten.
Vorschlag: halte es mit dem Ausdünnen, wie du willst, aber mache mal
einen dahingehenden Test, dass du auf der Sonnenseite den Behang an
einem Ast lässt, wie er ist und daneben, dünnst du an einem Ast aus.
Und im Herbst berichtest du dann über die zu beobachtenden und zu
schmeckenden Unterschiede.
>Was sonst kann ich tun, um die Überlebens-Chance des Apfelbusches
>langfristig zu erhöhen?
Baumscheibe frei halten von Nährstoffkonkurrenten, ein bisschen
düngen, Auslichtungsschnitt jetzt und Sommerschnitt/Sommerriss Ende
Juni, bei deinen klimatischen Verhältnissen vielleicht erst Anfang
Juli.
Und Mäuse haben unter Obstbäumen nichts zu suchen, selbst Feldmäuse
nicht.
Beste Grüße G e r h a r d
Re: Rettung Apfelbaum (-busch) nach Wühlmausfraß
Gerhard Zahn schrieb:
> Am Sat, 27 May 2006 23:31:44 +0200 schrieb Uwe Weiss:
>
[...]
>> ein vor fünf Jahren gepflanzter Apfelbusch (also jetzt vermutlich 7
>> Jahre alt), der im vorletzten Jahr erstmals getragen hat, ist im Winter
>> schlimm von Mäusen attackiert worden.
>> Der Busch (ca. 2m hoch und ebenso breit) ist an einen Pfahl angebunden.
>> Wenn dem nicht so wäre, wäre er vielleicht schon umgekippt.
>
> Woran erkennst du, dass der Baum schlimm von Mäusen attackiert worden
> ist? Und wie kommst du auf Wühlmäuse?
>
Hi Gerhard,
dieser Busch ist das letzte überlebende Obstgehölz in meinem Garten, das
nicht in einen "Drahtkäfig" gepflanzt wurde. Einen Birn- und einen
Apfelbaum habe ich bereits verloren (vor zwei Jahren). Die konnte ich
ohne Anstrengung aus dem Boden lupfen.
Bei den Ersatzbäumen, sowie bei allem anschließend gepflanzten, habe ich
Kaninchendraht um den Ballen drappiert.
Wir hatten hier in 550m Höhe monatelang eine geschlossene Schneedecke.
Als der Schnee endlich weggetaut war, war's eigentlich unübersehbar: der
"Rasen" war gnadenlos durchwühlt: extrem viele oberflächennahe Gänge,
mit Konzentration auf die Umgebung der Obstgehölze. Um den Apfelbusch
herum war alles zerwühlt, es gab auch ein paar Einschlupflöcher, ca. 3cm
im Durchmesser. Da habe ich mal auf Schermaus getippt. Und testweise am
Stamm des Busches gerüttelt: fest im Boden war der nicht mehr.
Ich habe daraufhin die Gänge zerstört, die Erde zunächst gelockert und
gedüngt (sowie ein Bewurzlungspulver nach Anleitung gestreut), dann die
Erde in Stammnähe festgestampft, und den Busch reichlich gewässert.
Der Busch sieht jetzt wie gesagt soweit okay aus, aber wenn ich am Stamm
rüttle merke ich, dass der Busch kaum Halt im Boden hat.
Es könnte ja auch sein, dass sich der Busch ein letztes Mal aufbäumt;),
und sich mit der Blüte endgültig verausgabt?
>
> Beste Grüße G e r h a r d
dito.
-Uwe-
Re: Rettung Apfelbaum (-busch) nach Wühlmausfraß
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Re: Rettung Apfelbaum (-busch) nach Wühlmausfraß
Am Sun, 28 May 2006 13:16:20 +0200 schrieb Uwe Weiss:
Hallo,
>dieser Busch ist das letzte überlebende Obstgehölz in meinem Garten, das
>nicht in einen "Drahtkäfig" gepflanzt wurde. Einen Birn- und einen
>Apfelbaum habe ich bereits verloren (vor zwei Jahren). Die konnte ich
>ohne Anstrengung aus dem Boden lupfen.
>Bei den Ersatzbäumen, sowie bei allem anschließend gepflanzten, habe ich
>Kaninchendraht um den Ballen drappiert.
na hoffenlich hebt nicht eine Wühlmaus das Bein und steigt über den
Draht.
>Wir hatten hier in 550m Höhe monatelang eine geschlossene Schneedecke.
>Als der Schnee endlich weggetaut war, war's eigentlich unübersehbar: der
>"Rasen" war gnadenlos durchwühlt: extrem viele oberflächennahe Gänge,
>mit Konzentration auf die Umgebung der Obstgehölze. Um den Apfelbusch
>herum war alles zerwühlt, es gab auch ein paar Einschlupflöcher, ca. 3cm
>im Durchmesser. Da habe ich mal auf Schermaus getippt. Und testweise am
>Stamm des Busches gerüttelt: fest im Boden war der nicht mehr.
>Ich habe daraufhin die Gänge zerstört, die Erde zunächst gelockert und
>gedüngt (sowie ein Bewurzlungspulver nach Anleitung gestreut), dann die
>Erde in Stammnähe festgestampft, und den Busch reichlich gewässert.
Hm, 3 cm Gänge sind nix für eine Wühlmaus. Die legt schon 6 bis 7
cm-Gänge an und sie lässt sie nicht lange offen.
Es kann hier natürlich auch ein Wühl- und Feldmausbefall vorliegen.
Das kannst du aber leicht feststellen: Sind wieder offene Löcher da,
spricht das für Feldmäuse. Dagegen helfen Fallen und Giftweizen.
Findest du mit einem Suchstab Gänge, dann öffne sie und beobachte, wie
viele halbe Stunden vergehen, bis sie wieder verschlossen sind. Das
spricht dann für noch befahrene Wühlmausgänge. Dann wird's
schwieriger.
>Der Busch sieht jetzt wie gesagt soweit okay aus, aber wenn ich am Stamm
>rüttle merke ich, dass der Busch kaum Halt im Boden hat.
Da würde ich gleich mal aufhören zu rütteln. Schließlich brauchen
Apfelbäume auf schwachwüchsigen Unterlagen deshalb zeitlebens einen
Pfahl, weil sie zu mageres Wurzelwerk bilden.
>Es könnte ja auch sein, dass sich der Busch ein letztes Mal aufbäumt;),
>und sich mit der Blüte endgültig verausgabt?
Das wäre schade. Die Blüte wird er aber wohl noch schaffen. Bei der
nächsten Juli- oder Augusthitze könnte es aber sein, dass er sein
gesamtes Blattwerk nicht mehr ausreichend versorgen kann. Dann kann er
von heute auf morgen verdörren.
Obstbäume sind aber meist auch zäh. Ich würde ihn durch starkes
Ausdünnen der Früchte unterstützen und ihn bei längeren
Trockenperioden regelmäßig, in etwa wöchentlich, gründlich wässern.
Beste Grüße G e r h a r d
Re: Rettung Apfelbaum (-busch) nach Wühlmausfraß
>
> ein vor fünf Jahren gepflanzter Apfelbusch (also jetzt vermutlich 7
> Jahre alt), der im vorletzten Jahr erstmals getragen hat, ist im Winter
> schlimm von Mäusen attackiert worden.
> Der Busch (ca. 2m hoch und ebenso breit) ist an einen Pfahl angebunden.
> Wenn dem nicht so wäre, wäre er vielleicht schon umgekippt.
So gings unserem Jabob-Fischer-Apfelbaum letztes Jahr auch. Die Wurzeln
wurden unten rum von (vermutlich Wühlmäusen) so zugebissen, dass der Baum
nur noch durch den Pfosten nebenan gehalten wurde. Als ich dann aus Versehen
mit dem Rasenmäher mal leicht dagegenkam, fiel mir der ganze Baum entgegen.
>
> Ich hatte im Frühjahr mit dem Gedanken gespielt, den Busch kräftig
> zurückzuschneiden, habe mich dann aber dagegen entschieden. Wie dem auch
> sei...
WIR haben den Baum komplett zurückgeschnitten (also jeden dickeren Hauptast
auf längstens 20 cm gekürzt). Sieht seltsam aus. Aber es hat geholfen.
Zeitgleich haben wir den Baum aber auch verpflanzt!
> Der Busch hat nun fleissig geblüht. Die Natur ist hier in der Eifel
> mindestens 4 Wochen zurück: die Blühten sind noch am Busch, der erste
> Fruchtansatz lässt sich kaum ahnen.
Unser Baum hat heuer nicht geblüht, hat aber einzelne Blattaustriebe. Die
Wurzeln haben sich aber anscheinend gut ausgebildet. Der Baum hat wieder
einen festen Stand und sieht gesund aus!
> Frage, mal in die Zukunft gedacht: bringt es was, die Früchte frühzeitig
> zu entfernen?
Falls der Baum geblüht hätte, hätten wir die Blüten entfernt. Wir haben uns
in einer Baumschule schlau gemacht und die hatten uns das empfohlen. Solange
er im ersten Jahr noch nicht über und über mit Blättern bedeckt ist, kann
man die stehen lassen. Falls er brutal austreibt sollte man die Blattansätze
auch ausdünnen!
Viel Glück dir bei deinem Baum!
Grüße
Beate
Re: Rettung Apfelbaum (-busch) nach Wühlmausfraß
Uwe Weiss schrieb:
> Was sonst kann ich tun, um die Überlebens-Chance des Apfelbusches
> langfristig zu erhöhen?
Die Mäuse meucheln und/oder die Wurzeln eingittern?
- Carsten
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