Spalierobst Probleme
Hallo
ich habe drei Spalierobstbäume vor der Hauswand stehen, die jeweils
etwa eine Fläche von 3..4 qm bedecken (2.5m hoch, 1.5m breit). Sind
von einer Baumschule gekommen und waren recht teuer (200 Euro/Stück).
Bei dem Birnenspalier gab es eine kräftige Blüte, aber jetzt bilden sich
nur 2 (!) Früchte. Dieser Baum wurde im vorigen Juni gesetzt, und hat
voriges Jahr auch nur ganz wenig Früchte produziert. Außerdem gab es im
Herbst Verfärbungen, was eventuell Birnengitterrost war. Jetzt sehen
allerdings alle Blätter vollkommen normal aus. Oder liegt die Ursache in
fehlender Bestäubung - aber es gibt zwei weitere Birnbäume in Sichtweite und
in 500 m viele Streuobstwiesen. Frost gab es nach der Blüte nicht. Hat
jemand Ideen wie nächstes Jahr ein Fruchtansatz zu erreichen ist? Die
Baumschule werde ich natürlich auch noch fragen.
Ein Apfelspalier ist ebenfalls im Juni vorigen Jahres gesetzt worden und
trug etwa 20 Äpfel. In diesem Jahr reifen nun etwa 200 Früchte daran.
Ein weiteres Apfelspalier wurde erst vor 6 Wochen eingepflanzt. Hier
wachsen etwa 400 Früchte dran, die jetzt etwa 1 bis 2 cm lang sind. Ist das
nicht viel zu viel? Muß ich da auslichten und wieviel? Und wann wäre der
richtige Zeitpunkt? Oder fällt "automatisch" ab was zu viel ist?
Der Hauptzweck der Bäume ist zwar die schmückende Wirkung, aber das
schließt ja gleichzeitig eine vernünftigen Ernte nicht aus.
Bernd
Re: Spalierobst Probleme
Post removed (X-No-Archive: yes)
Re: Spalierobst Probleme
"Kathinka Wenz" <kathinka [at] rrr.de> schrieb
> "Bernd Friedrichs" <friedrichsb [at] t-online.de> wrote:
>
> Und im Parallelthread reden wir gerade darüber, dass frische gesetzte
> Kleinbäume im ersten Standjahr gar nicht tragen sollen. Wobei man bei
> Pflanzung im Juni darüber diskutieren kann, welches das erste Standjahr
> ist. Letztes Jahr hätte er aber auf keinen Fall tragen sollen.
>
> Lies einfach mal "Äpfel an jungen Bäumen ausdünnen?". Der Thread begann
> gestern.
>
Den anderen Thread habe ich gelesen, allerdings geht es hier nicht um junge
Bäume. Das Spalierobst ist etwa 5 Jahre lang in der Baumschule "erzogen"
worden hat mit den besagten 3..4 qm Fläche schon seine endgültige Größe
erreicht.
Bernd
Re: Spalierobst Probleme
Post removed (X-No-Archive: yes)
Re: Spalierobst Probleme
Bernd Friedrichs schrieb:
> Der Hauptzweck der Bäume ist zwar die schmückende Wirkung, aber das
> schließt ja gleichzeitig eine vernünftigen Ernte nicht aus.
Zumindest Äpfel muss man eigentlich schneiden, so lange sie leben. Und
speziell bei Spalierpflanzen muss man auch echt Ahnung haben. Nur dann
gibt es eine vernünftige Ernte. Und wie Kathinka schon schrieb:
zumindest in diesem Jahr müssen die vielen Früchte runter. Die meisten
würden sowieso noch abfallen, aber bis dahin schwächen sie doch.
Ina
--
Eine wirkliche Frage zu stellen, heißt dem Sturmwind die Tür zu öffnen -
die Antwort kann den Frager vernichten und die Frage selbst - Anne Rice
Re: Spalierobst Probleme
Am Sun, 28 May 2006 12:55:45 +0200 schrieb Bernd Friedrichs:
Hallo,
>ich habe drei Spalierobstbäume vor der Hauswand stehen, die jeweils
>etwa eine Fläche von 3..4 qm bedecken (2.5m hoch, 1.5m breit). Sind
>von einer Baumschule gekommen und waren recht teuer (200 Euro/Stück).
dazu sag' ich lieber mal nix. :-)
Ich habe auch keinerlei Erfahrung mit "Fertigobstbäumen", aber dazu
sag ich doch mal was:
>Bei dem Birnenspalier gab es eine kräftige Blüte, aber jetzt bilden sich
>nur 2 (!) Früchte. Dieser Baum wurde im vorigen Juni gesetzt, und hat
>voriges Jahr auch nur ganz wenig Früchte produziert.
Die Früchte, die er voriges Jahr nach der Junipflanzung produziert
hat, und die alle hätten entfernt werden sollen, stammten aus der
Befruchtung in der Baumschule.
Ob jetzt ein passender Befruchter in ausreichender Nähe steht, wird
sich erst noch zeigen müssen. Der Bienenflug war heuer eher spärlich,
da könnte es schon mit der Bestäuberei hapern und mit der Befruchterei
allemal.
Dann kommt hinzu, dass man einen Birnbaum durchaus Richtung früher
Blüte schneiden und binden kann. Das muss aber bei einem Spalier jedes
Jahr fortgeführt werden. 4 qm Grün sind nämlich für einen Birnbaum
recht wenig Holz, wenn man bedenkt, dass der Baum eigentlich eine
runde Spindel oder Krone mit viel mehr Holz bilden würde, wenn er
dürfte. So neigt die Birne immer wieder zur Holzbildung statt zum
Fruchtansatz.
>Außerdem gab es im
>Herbst Verfärbungen, was eventuell Birnengitterrost war. Jetzt sehen
>allerdings alle Blätter vollkommen normal aus.
Verfärbungen welcher Art? Google mal nach Bildern von
Birnengitterrost. Das ist doch mit nichts zu verwechseln. Gitterrost
tritt außerdem schon im Sommer auf, später gibt es eher schwarzgrauen
Schorf.
>Oder liegt die Ursache in
>fehlender Bestäubung - aber es gibt zwei weitere Birnbäume in Sichtweite und
>in 500 m viele Streuobstwiesen. Frost gab es nach der Blüte nicht. Hat
>jemand Ideen wie nächstes Jahr ein Fruchtansatz zu erreichen ist? Die
>Baumschule werde ich natürlich auch noch fragen.
500 m sind in der Regel zu weit. So weit fliegen Bienen nur bei
längeren Schönwetterperioden.
Fruchtansatz im nächsten Jahr setzt Blütenknospeninduzierung in diesem
Jahr voraus. Dazu trägt Zurückhaltung beim Schnitt, Vermeidung von
Stickstoffzufuhr, Flachstellen von Ästen usw. bei. Es lohnt sich,
darüber ein schlaues Buch zu lesen.
>Ein Apfelspalier ist ebenfalls im Juni vorigen Jahres gesetzt worden und
>trug etwa 20 Äpfel. In diesem Jahr reifen nun etwa 200 Früchte daran.
Das halte ich für ein Gerücht.
Nur weil sich 200 Fruchtansätze gebildet haben, reifen da noch lange
keine 50 Äpfel. Ich wäre in diesem Fall schon mit 30 zufrieden.
>Ein weiteres Apfelspalier wurde erst vor 6 Wochen eingepflanzt. Hier
>wachsen etwa 400 Früchte dran, die jetzt etwa 1 bis 2 cm lang sind. Ist das
>nicht viel zu viel? Muß ich da auslichten und wieviel? Und wann wäre der
>richtige Zeitpunkt? Oder fällt "automatisch" ab was zu viel ist?
Freilich sind 400 Früchte zuviel und der größte Teil wird ohnehin
abfallen. Da ich aber nicht weiß, wie groß der Wurzelballen ist, den
man bei 200 ¤/Stück mitgeliefert bekommt, kann ich auch nicht sagen,
ob ich im ersten Jahr so gut wie alle oder ein paar weniger entfernen
würde.
>Der Hauptzweck der Bäume ist zwar die schmückende Wirkung, aber das
>schließt ja gleichzeitig eine vernünftigen Ernte nicht aus.
Mit einer vernünftigen Ernte kann man aber nicht im zweiten Standjahr
rechnen und im ersten schon gar nicht.
Beste Grüße G e r h a r d