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#1: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 13:35:21 by Werner Baderschneider

Hallo,

soweit ich weiß, nimmt man für den Kartoffelanbau ja spezielle
Saatkartoffeln. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen und
den normalen Speisekartoffeln? Was würde dabei rauskommen, wenn man
normale, im Supermarkt erhältliche Kartoffeln in die Erde einpflanzt?

Grüße
Werner

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#2: Re: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 14:04:18 by unknown

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#3: Re: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 14:12:54 by Ina Koys

Werner Baderschneider schrieb:

> soweit ich weiß, nimmt man für den Kartoffelanbau ja spezielle
> Saatkartoffeln. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen und
> den normalen Speisekartoffeln? Was würde dabei rauskommen, wenn man
> normale, im Supermarkt erhältliche Kartoffeln in die Erde einpflanzt?

Wir haben manchmal schon verschrumpelte und / oder gekeimte Kartoffeln
von der Nahrungskette (vorübergehend...) getrennt und eingepflanzt.
Wächst. Bringt Ernte. Dicke Kartoffelschalen im Kompost: wachsen auch
manchmal und bringen Ernte. Ich denke, dass Klassifizierungen wie
"Saatkartoffel" im Erwerbsanbau wichtig sind, wo um jede Kommastelle
Effizienz gerungen wird, aber nicht für jemanden, der das praktisch aus
Spass an der Freude macht.

Ina

--
Eine wirkliche Frage zu stellen, heißt dem Sturmwind die Tür zu öffnen -
die Antwort kann den Frager vernichten und die Frage selbst - Anne Rice

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#4: Re: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 14:17:22 by DW2FM

"Werner Baderschneider" <usenet@baderschneider.org> schrieb

> soweit ich weiß, nimmt man für den Kartoffelanbau ja spezielle
> Saatkartoffeln. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen und
> den normalen Speisekartoffeln? Was würde dabei rauskommen, wenn man
> normale, im Supermarkt erhältliche Kartoffeln in die Erde einpflanzt?

Richtige Saatkartoffeln sind aus Samen gezogen, während
Speisekartoffeln aus Saatkartoffeln gezogen sind.
Die Kartoffeln bauen mit jeder Generation die man aus
den Kartoffeln des Vorjahres zeiht ab. Ein par mal geht
es schon da einfach Speisekartoffeln zu nehmen, aber wenn
man das zu oft hintereinander macht kommen da am Ende nur
noch ganz kleine Knollen raus und die Pflanzen entwickeln
sich nicht so kräftig wie sie sollten.

Frank

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#5: Re: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 17:45:29 by search_for_signature

Kathinka Wenz schrieb:

> Wachstum, Gesundheit und Ertrag war auch bei mir gut, aber die
> Kartoffeln waren extrem mehlig. Gut für Kartoffelbrei, völlig untauglich
> für Bratkartoffeln und Kartoffelsalat.
>
> Ich habe aber auch dieses Jahr wieder angekeimte normale Kartoffeln
> zerschnitten und gepflanzt. Mal sehen, was diesmal dabei herauskommt.

Hallo
und wir haben extra per Versand einen Beutel Saatkartoffeln bestellt
weil wir endlich mal wieder mehlige und vor allem aromatische Kartoffeln
haben wollten. Das Supermarktzeuch hat in der Regel kaum noch Geschmack,
ist dafür aber "schön gelb".
gh

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#6: Re: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 17:45:30 by unknown

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#7: Re: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 17:48:11 by search_for_signature

Ina Koys schrieb:

> manchmal und bringen Ernte. Ich denke, dass Klassifizierungen wie
> "Saatkartoffel" im Erwerbsanbau wichtig sind, wo um jede Kommastelle
> Effizienz gerungen wird, aber nicht für jemanden, der das praktisch aus
> Spass an der Freude macht.

Ich denke, das wird wohl eher damit zu tun haben, dass Saatkartoffeln
keimen müssen(!!) und genau das versucht mal bei Speisekartoffeln mit
allen Mitteln zu verhindern. Das geht vom harmlosen Lager im Grün-Licht
los und endet, wo's erlaubt ist, bei radiokativer Bestrahlung.
gh

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#8: Re: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 18:00:07 by unknown

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#9: Re: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 18:13:21 by search_for_signature

Kathinka Wenz schrieb:
> Günter Hackel <search_for_signature@invalid.xs> wrote:
>
>> Ich denke, das wird wohl eher damit zu tun haben, dass Saatkartoffeln
>> keimen müssen(!!) und genau das versucht mal bei Speisekartoffeln mit
>> allen Mitteln zu verhindern.
>
> Ehrlich? Dann waren die Versuche bisher aber beliebig erfolglos...

Nun, das gilt natürlich für die Zeit im Lager. Nur bestrahlte oder
chemisch behandelte Kartoffeln keimen überhaupt nicht.
gh

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#10: Re: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 18:16:45 by Ka Prucha

"Werner Baderschneider"

> soweit ich weiß, nimmt man für den Kartoffelanbau ja spezielle Saatkartoffeln.
> Was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen und den normalen
> Speisekartoffeln? Was würde dabei rauskommen, wenn man normale, im Supermarkt
> erhältliche Kartoffeln in die Erde einpflanzt?

Servus

Es geht hauptsächlich um die Resistenz gegen Krankheiten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kartoffel#Pflanzkartoffeln

Wenn Du also jedesmal andere Katoffel zum Pflanzen nimmst
ist das Problem für dich erledigt.

Da in GB, DE und AT Kartoffel nicht bestrahlt werden, sollten
sie auch keimen und wachsen.

Erdäpfel aus anderen Ländern müssen also nicht keimen...

mfg Ka Prucha

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#11: Re: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 19:21:23 by unknown

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#12: Re: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 19:21:26 by Karla Baumann

Hi,
Werner Baderschneider schrieb:

> soweit ich weiß, nimmt man für den Kartoffelanbau ja spezielle
> Saatkartoffeln. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen und
> den normalen Speisekartoffeln? Was würde dabei rauskommen, wenn man
> normale, im Supermarkt erhältliche Kartoffeln in die Erde einpflanzt?
...
ich habe stets im Frühjahr fröhlich gekeimte Verzehr-Kartoffeln (kaufe
nur Bioware) in der Erde versenkt und eine feine Ernte eingefahren.
Saatkartoffeln hab ich noch nie gekauft. Die Supermarktkartoffeln sind
mit keimhemmenden Mitteln behandelt, vermutlich funktioniert es aber
auch mit denen, wenn sie nur lang genug vor sich hinschrumpeln dürfen.
Gruss,
Karla

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#13: Re: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 20:04:38 by Gerhard Zahn

Am Sun, 11 Jun 2006 14:17:22 +0200 schrieb Frank Müller:

Hallo,

>"Werner Baderschneider" <usenet@baderschneider.org> schrieb
>
>> soweit ich weiß, nimmt man für den Kartoffelanbau ja spezielle
>> Saatkartoffeln. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen und
>> den normalen Speisekartoffeln?

"Saatkartoffeln" gibt es nur beim zugelassenen und überwachten
Vermehrer. Die werden mit allen anbautechnischen Tricks und den
notwendigen Pflanzenschutzmitteln erzeugt und auf Krankheiten aller
Art und Viren usw. strengstens untersucht.
Saatkartoffeln sind deshalb teuer und wegen eventuellen
Pflanzenschutzmittelrückständen nicht als Speisekartoffeln geeignet.

>>Was würde dabei rauskommen, wenn man
>> normale, im Supermarkt erhältliche Kartoffeln in die Erde einpflanzt?

Auf keinen Fall bessere Kartoffeln als die im Supermarkt gekauften.
In D sind so um die 200 Kartoffelsorten zur Saatgutvermehrung
zugelassen. Die Sorteneigenschaften sind breit gefächert.
Wer sich wundert dass er mehlige Kartoffeln sucht, aber speckige
erhält, oder umgekehrt, der hat keine Ahnung von den Sorten und ist
selbst schuld.

>Richtige Saatkartoffeln sind aus Samen gezogen, während
>Speisekartoffeln aus Saatkartoffeln gezogen sind.

Schmarrn!
Zwar wurden alle Sorten irgendwann einmal aus Samen gezogen, aber
dann, wenn eine Sorte sich für irgendeinen Einsatzzweck bewährt hat
und als Sorte zugelassen worden ist, ist es aus mit der Vermehrung
über Samen.
Dann geht es nur noch vegetativ, sprich über Knollen oder Austriebe
weiter, damit die Sorte erbtreu erhalten bleibt.

>Die Kartoffeln bauen mit jeder Generation die man aus
>den Kartoffeln des Vorjahres zeiht ab. Ein par mal geht
>es schon da einfach Speisekartoffeln zu nehmen, aber wenn
>man das zu oft hintereinander macht kommen da am Ende nur
>noch ganz kleine Knollen raus und die Pflanzen entwickeln
>sich nicht so kräftig wie sie sollten.

Die guten Anfangsjahre bekommt man aber nur mit, wenn man mit echten
Saatkartoffeln einer anerkannten Sorte anfängt. Der Kartoffelbauer
meines geringsten Misstrauens, der von mehlig bis speckig durchgehend
Superqualität liefert, hat mir erzählt, dass er jedes Jahr ein Drittel
seiner Sorten neu aus Saatkartoffeln zieht und dann zwei Jahre daraus
selbst vermehrt.
Dann lässt der Ertrag nach und zwar ausschließlich deshalb, weil sich
Krankheiten einschleichen, die bei der überwachten Saatgutvermehrung
ausgemerzt werden.

Kauft man im Supermarkt oder sonst wo, weiß man nie, ob das Saatgut
dafür erst eine oder schon vier Generationen zurückliegt und hat
keinen zuverlässigen Ertrag, mal davon abgesehen, dass auch
Kartoffelanbau seine Ansprüche stellt.

Es gibt auch keine Speisekartoffeln, die nicht keimen, denn wenn mit
Keimhemmern behandelte Kartoffeln zum Verkauf kommen, ist die
keimhemmende Wirkung längst auch nicht mehr gegeben. Keimhemmer werden
nur bei bestimmten Sorten gleich bei der Einlagerung im Großlager
angewendet, wobei derzeit nur ein Wirkstoff (Chlorpropham) zugelassen
ist. Will man Speisekartoffeln zum Keimen anregen, muss man ihnen halt
höhere Temperaturen, Luftfeuchte und Licht zukommen lassen.

Beste Grüße G e r h a r d

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#14: Re: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 20:30:19 by Werner Baderschneider

Gerhard Zahn schrieb:
> Am Sun, 11 Jun 2006 14:17:22 +0200 schrieb Frank Müller:
>
> Hallo,
>
>> "Werner Baderschneider" <usenet@baderschneider.org> schrieb
>>
>>> soweit ich weiß, nimmt man für den Kartoffelanbau ja spezielle
>>> Saatkartoffeln. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen und
>>> den normalen Speisekartoffeln?
>
> "Saatkartoffeln" gibt es nur beim zugelassenen und überwachten
> Vermehrer. Die werden mit allen anbautechnischen Tricks und den
> notwendigen Pflanzenschutzmitteln erzeugt und auf Krankheiten aller
> Art und Viren usw. strengstens untersucht.
> Saatkartoffeln sind deshalb teuer und wegen eventuellen
> Pflanzenschutzmittelrückständen nicht als Speisekartoffeln geeignet.

D.h., "Pflanz-" oder "Saat-" kartoffeln sind schlicht und ergreifend
qualitätsgesichert, der Rest wird zum Verzehr verkauft?

Oder mit anderen Worten: Saatkartoffeln entstehen exakt genauso wie
Speisekartoffeln, werden aber nur anders behandelt bzw. aussortiert.

Richtog so?

Grüße
Werner

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#15: Re: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 20:32:29 by Werner Baderschneider

Werner Baderschneider schrieb:
> Richtog so?

Ich kaufe ein "i" und verkaufe ein "o".

<grmbllmrrks>
Werner

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#16: Re: Unterschied Saatkartoffeln - Speisekartoffeln

Posted on 2006-06-11 20:51:02 by Gerhard Zahn

Am Sun, 11 Jun 2006 20:30:19 +0200 schrieb Werner Baderschneider:

Hallo,

>> "Saatkartoffeln" gibt es nur beim zugelassenen und überwachten
>> Vermehrer. Die werden mit allen anbautechnischen Tricks und den
>> notwendigen Pflanzenschutzmitteln erzeugt und auf Krankheiten aller
>> Art und Viren usw. strengstens untersucht.
>> Saatkartoffeln sind deshalb teuer und wegen eventuellen
>> Pflanzenschutzmittelrückständen nicht als Speisekartoffeln geeignet.
>
>D.h., "Pflanz-" oder "Saat-" kartoffeln sind schlicht und ergreifend
>qualitätsgesichert, der Rest wird zum Verzehr verkauft?

Halb ja, halb nein.
Die zugelassenen und überwachten Betriebe, die "Saatkartoffeln"
produzieren, unterliegen strengen Qualitätskontrollen. Was irgendwie
auffällig ist, wird ausgesondert und entsorgt und das meiste davon
schon längst vor der Ernte.
Denn auch der Austrieb, das junge und alte Laub und die Triebe dürfen
bei den wiederholten Anbaukontrollen keinerlei Anomalien oder auch nur
Spuren von Befall mit Krankheiten aufweisen.
Des weiteren werden die geernteten Knollen bezüglich ihrer äußeren und
stichprobenweise ihrer inneren Qualitäten gemustert und auf die
bekannten Schwachstellen abgeklopft.
Was hier ausgesondert wird, landet keinesfalls unter den
Speisekartoffeln. Vielleicht taugt es noch als Viehfutter, was ich
aber auch bezweifle.

>Oder mit anderen Worten: Saatkartoffeln entstehen exakt genauso wie
>Speisekartoffeln, werden aber nur anders behandelt bzw. aussortiert.

>Richtog so?

Im Prinzip und generell richtig.
Aber auch davon gibt es Ausnahmen.
Wenn eine Sorte einen Virus eingefangen hat, was nicht immer gleich
feststellbar ist, kann man nicht mehr über Knollen weitervermehren.
Wenn alle Stricke reißen, greift die Meristemvermehrung, bei der
Zellen aus der äußersten Triebspitze, die noch nicht von den Viren
erreicht wurde, zur Weitervermehrung verwendet.

Letzteres dürfte bei Kartoffeln aber wohl seltener notwendig sein,
weil nicht in allen Saatgutbetrieben für ein und dieselbe Sorte
gleichzeitig Viren einfallen.
Aber bei Erdbeeren und Himbeeren musste man schon zu solchen Tricks
greifen, um eine Sorte wieder virenfrei zu bekommen. Das liegt wohl
daran, dass die Vermehrung mancher Sorten nur in wenigen oder einer
Hand liegt.

Ach ja, bei Erdbeeren bauen die meisten Sorten auch in wenigen Jahren
ab. Eigentlich sind sie dann krank und bringen deshalb nicht mehr die
gewünschten Erträge. Da kann der anerkannte Vermehrer auch nicht
hexen, um zu gesundem Saatgut zu kommen und handelt ähnlich, wie der
Kartoffel-Saatguterzeuger.
Mir hat mal ein Erdbeerbauer, den ich nach der Tenira gefragt habe,
gesagt: Wenn Sie mir eine Quelle für virenfreies Pflanzgut nennen
können, bestelle ich gleich mal 10.000 Stück....

Beste Grüße G e r h a r d

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