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#1: Schlehen und Zwetschgen

Posted on 2006-06-16 09:44:05 by mailuser

Hallo,

ich habe einen Schlehenbusch, der dieses Jahr das erste mal Fruechte
angesetzt hat und in ca. 4m Entfernung einen Zwetschgenbaum, der schon ca. 3
Jahre traegt. Beim Zwetschgenbaum waren schon in den vergangenen Jahren ca.
die Haelfte der Fruechte unfoermig und flach, dafuer schon frueh sehr viel
groesser als die normalen Fruechte. Diese komischen Fruechte entwickelten
sich aber nicht, sondern fielen so im Juli gruen vom Baum. Jetzt habe ich
dasselbe Phaenomen bei den Schlehen. Pflaumen, die auch in der Naehe stehen,
entwickeln sich normal. Kann es sein, dass sich die Schlehen und die
Zwetschgen nicht vertragen und sich gegenseitig mit solchen "Bastarden"
befruchten? Was koennte man dagegen tun?

Gruss Frank

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#2: Re: Schlehen und Zwetschgen

Posted on 2006-06-16 10:46:18 by unknown

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#3: Re: Schlehen und Zwetschgen

Posted on 2006-06-16 11:34:07 by unknown

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#4: Re: Schlehen und Zwetschgen

Posted on 2006-06-16 12:38:36 by Werner Boehnke

Hi,

Frank Hübner schrieb:

> Kann es sein, dass sich die Schlehen und die
> Zwetschgen nicht vertragen und sich gegenseitig mit solchen "Bastarden"
> befruchten? Was koennte man dagegen tun?

Mag sein das eine Befruchtung statt findet, allerdings wirkt sich das
nicht auf die Früchte aus, sondern kommt allenfalls, wenn überhaupt, zum
tragen, wenn von den Früchten wieder neue Bäume gezogen würden.

Gruß
Werner

--
Die riesige deutschsprachige Riesenkuerbisseite
"Wenn groß nicht groß genug ist"
http://www.riesenkuerbis.org/index.html

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#5: Re: Schlehen und Zwetschgen

Posted on 2006-06-16 18:04:38 by search_for_signature

Frank Hübner schrieb:
> Hallo,
>
> ich habe einen Schlehenbusch, der dieses Jahr das erste mal Fruechte
> angesetzt hat und in ca. 4m Entfernung einen Zwetschgenbaum, der schon ca. 3
> Jahre traegt. Beim Zwetschgenbaum waren schon in den vergangenen Jahren ca.
> die Haelfte der Fruechte unfoermig und flach, dafuer schon frueh sehr viel
> groesser als die normalen Fruechte. Diese komischen Fruechte entwickelten
> sich aber nicht, sondern fielen so im Juli gruen vom Baum. Jetzt habe ich
> dasselbe Phaenomen bei den Schlehen. Pflaumen, die auch in der Naehe stehen,
> entwickeln sich normal. Kann es sein, dass sich die Schlehen und die
> Zwetschgen nicht vertragen und sich gegenseitig mit solchen "Bastarden"
> befruchten? Was koennte man dagegen tun?

Bei Zwetschgen nennt man das die Narrentaschen-Krankheit auch wenn der
Begriff wohl nicht ganz richtig ist. Es ist eine Pilz-Erkrankung durch
"Taphrina pruni". Einen sehr informativen Artikel findest Du dort:
http://www.fh-weihenstephan.de/fgw/wissenspool/infos/kurzinf o.php?id=7

gh

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#6: Re: Schlehen und Zwetschgen

Posted on 2006-06-16 18:42:20 by Hannelore Goos

Hallo Frank,

Am Fri, 16 Jun 2006 09:44:05 +0200 schrieb Frank Hübner:

> Hallo,
>
> ich habe einen Schlehenbusch, der dieses Jahr das erste mal Fruechte
> angesetzt hat und in ca. 4m Entfernung einen Zwetschgenbaum, der schon ca. 3
> Jahre traegt. Beim Zwetschgenbaum waren schon in den vergangenen Jahren ca.
> die Haelfte der Fruechte unfoermig und flach, dafuer schon frueh sehr viel
> groesser als die normalen Fruechte.

Wie dir andere schon geschrieben haben, handelt es sich hier um eine
Pilzkrankheit. Bei meinem Birnbaum, der auch unter einer Pilzktankheit litt
(Birnenrost) habe ich fast alles durch impfen mit Mykorrhiza weggekriegt.
Der Baum ist anscheinend dadurch so kräftig, dass die Sporen keine Chance
mehr haben. Nach der Liste sind zumindest Zwetschgen für Mykorrhiza
geeignet. Vielleicht hilft es ja.


--
Hannelore Goos
http://www.sonnenastro.de
http://www.neomarica.net

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#7: Re: Schlehen und Zwetschgen

Posted on 2006-06-17 12:24:52 by Rita Erfurt

> Wie dir andere schon geschrieben haben, handelt es sich hier um eine
> Pilzkrankheit. Bei meinem Birnbaum, der auch unter einer Pilzktankheit litt
> (Birnenrost) habe ich fast alles durch impfen mit Mykorrhiza weggekriegt.
> Der Baum ist anscheinend dadurch so kräftig, dass die Sporen keine Chance
> mehr haben. Nach der Liste sind zumindest Zwetschgen für Mykorrhiza
> geeignet. Vielleicht hilft es ja.

Einen wunderschönen guten Tag,

ich hab auch Birnenrost auf meinen Pflanzen und würde es unheimlich gerne los werden. Von Bekämpfung mit Mykorrhiza hör ich zum
ersten mal, ist doch ein Pilz in Feinwurzelsystem. Ich dachte so was gibt es nur bei Bohnen in Symbiose. Könntest du schreiben,
welche Art du eingesetzt hast und wie ich das Präparat finden/kaufen kann. Meine Birnen leiden immer sehr stark drunter. Letzten
Herbst müsste ich ein Baum entfernen, da die Krankheit von Blätter auf die Äste rübergegangen ist.

Gruß,
Rita

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#8: Re: Schlehen und Zwetschgen

Posted on 2006-06-17 17:25:08 by Ina Koys

Rita Erfurt schrieb:

>> Nach der Liste sind zumindest Zwetschgen für Mykorrhiza
>> geeignet. Vielleicht hilft es ja.
>
> Einen wunderschönen guten Tag,
>
> ich hab auch Birnenrost auf meinen Pflanzen und würde es unheimlich gerne los werden. Von Bekämpfung mit Mykorrhiza hör ich zum
> ersten mal, ist doch ein Pilz in Feinwurzelsystem. Ich dachte so was gibt es nur bei Bohnen in Symbiose.

Bei Bohnen ist das nicht Mykorrhiza, sondern Bakterien.

http://de.wikipedia.org/wiki/Rhizobium

Ich hab auch noch nie von Mykorrhiza zur Bekämpfung irgendwelcher
anderen Pilzerkrankungen gehört. Ich kenn aber aus der Orchideenzucht
die Feststellung, dass es wesentlich leichter wäre, manche Orchidee zu
kultivieren, wenn man den passenden Mykorrhizapilz kennen würde und
wüßte, wie man es ihm gemütlicher macht.

Ina

--
Eine wirkliche Frage zu stellen, heißt dem Sturmwind die Tür zu öffnen -
die Antwort kann den Frager vernichten und die Frage selbst - Anne Rice

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#9: Re: Schlehen und Zwetschgen

Posted on 2006-06-17 18:28:44 by Hannelore Goos

Hallo,

Am Sat, 17 Jun 2006 12:24:52 +0200 schrieb Rita Erfurt:

> Einen wunderschönen guten Tag,
>
> ich hab auch Birnenrost auf meinen Pflanzen und würde es unheimlich gerne los werden. Von Bekämpfung mit Mykorrhiza hör ich zum
> ersten mal, ist doch ein Pilz in Feinwurzelsystem.

In den letzten Jahren hat man eine Mykorrhiza gezüchtet, die für eine Reihe
von Kulturpflanzen geeignet ist. Ursprünglich war das Präparat für den
Deichbau vorgesehen.
Es ist auch kein Mittel gegen Krankheiten im eigentlichen Sinn, sondern
kräftigt einfach die Pflanze so, dass sie sich selbst wehren kann. Bei
meinem Birnbaum sind die Blätter seitdem ziemlich lederig und haben eine
Wachsschicht, da haben die Sporen nur geringe Chancen.

> Ich dachte so was gibt es nur bei Bohnen in Symbiose.

Alle großen Bäume benötigen Wurzelsymbionten, weil sie gar nicht genug
Wurzeloberfläche bilden können, dass es für ihren Wasser- und
Mineralstoffbedarf reicht. Früher hat man z.B. große Bäume nur nachts
verpflanzt, damit die Pilze im Wurzelbereich nicht durch UV-Licht
geschädigt werden.
Die Beobachtung, dass es meist jüngere Birnbäume sind, die schwer an
Birnenrost erkranken, während ältere höchstens ein paar Blätter verlieren
war auch der Anstoß zu der Idee, es mit Mykorrhiza zu versuchen.

Leider wird damit auch schon wieder ein riesiger Nepp aufgezogen. Es gibt
einfache Endomykorrhiza-Sporen auf feinen Blähton aufgesprüht und mit
Traubenkernschrot vermischt recht preisgünstig (pro Liter zwischen 3,95 und
4,95 ¤, je nach Bestellmenge), man braucht 2-3 Eßlöffel pro Baum.
Es gibt aber auch fertig dosierte "Ampullen", 6 Stück für 12,95, habe ich
in einem Laden gesehen. Außerdem gibt es - auch entsprechend teuer -
"Spezial-Mykorrhiza" z.B. für Tomaten oder Taglilien. Das ist nichts
anderes als normale Mykorrhiza gemischt mit einem Schnelldünger für die
entsprechende Art, damit man schneller einen Erfolg sieht. Für die
Ausbildung der Symbiose ist das natürlich eher kontraproduktiv.

Die Ausbildung der Symbiose dauert 4 - 6 Wochen je nach Temperatur. Ich
habe meinen Baum letztes Jahr im Frühsommer "geimpft" und das Ergebnis nach
2 Monaten kannst du hier sehen:

http://www.neomarica.net/Birnbaum/Birnbaum1.jpg
http://www.neomarica.net/Birnbaum/Birnbaum2.jpg

Dieses Jahr kann ich die Rostpunkte zählen und er hat zum ersten Mal
Früchte angesetzt.

--
Hannelore Goos
http://www.sonnenastro.de
http://www.neomarica.net

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