#1: Loch im Pflaumenbaum
Posted on 2006-06-29 10:04:00 by dirk-weber
Hi,
wir haben in unserem Garten einen alten Pflaumenbaum stehen.
Im Stamm hat der ein Loch, dieses f=FChrt zu einer Aush=F6hlung im Stamm, =
in welcher immer wieder Wasser steht.
Ich w=FCrde sagen, wenn wir nichts unternehmen, wird der Stamm eines =20
Tages innen hohl sein.
Wir w=FCrden den Baum gerne erhalten, sprich sanieren. Was kann man da =20
machen?
Ich dachte daran, dass es doch bestimmt etwas gibt, womit man die =20
=D6ffnung ausgie=DFen kann, nachdem man das Wasser abgesaugt hat.
Der Baum ist wirklich sehr sch=F6n, au=DFerdem sind Pflaumen ja was =20
leckeres.
Gru=DF aus Arft,
Dirk Weber
--=20
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#2: Re: Loch im Pflaumenbaum
Posted on 2006-06-29 10:15:16 by Gerhard Zahn
Am 29 Jun 2006 08:04:00 +0000 schrieb Dirk Weber:
Hallo,
>wir haben in unserem Garten einen alten Pflaumenbaum stehen.
>
>Im Stamm hat der ein Loch, dieses führt zu einer Aushöhlung im Stamm,
>in welcher immer wieder Wasser steht.
>
>Ich würde sagen, wenn wir nichts unternehmen, wird der Stamm eines
>Tages innen hohl sein.
Letzteres wird sich auf lange Sicht nicht vermeiden lassen, denn jeder
Pflaumenbaum ist nu mal vergänglich.
>Wir würden den Baum gerne erhalten, sprich sanieren. Was kann man da
>machen?
>
>Ich dachte daran, dass es doch bestimmt etwas gibt, womit man die
>Öffnung ausgießen kann, nachdem man das Wasser abgesaugt hat.
Ausgießen wäre nicht einmal die zweitbeste Lösung des Problems, weil
sich zwischen Vergussmasse und Holz immer wieder Feuchtigkeit
ansammeln würde und der ganze Rottevorgang weitergehen würde.
Erst mal muss das Wasser raus und am Rand und am Boden des Loches
alles bereits morsche Holzmaterial.
Dann muss man von außen ein Loch bohren und zwar möglichst schräg von
unten zum tiefsten Punkt des Loches, damit künftig eindringendes
Wasser ablaufen kann. Die Innenseite des Loches sollte möglichs
trocken bleiben.
Mehrmalige Kupferspritzungen im Inneren des Hohlraumes könnten auch
den Abbau des Holzes verzögern.
Vielleicht kann man auch einen Silikonwulst um das obere Ende des
Loches spritzen, der herablaufendes Wasser am Loch vorbeileitet oder
eine hinterlüftete Abdeckung gegen Hineinregnen hinbasteln.
>Der Baum ist wirklich sehr schön, außerdem sind Pflaumen ja was
>leckeres.
Tja, dann mach' mal. :-)
Beste Grüße G e r h a r d
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#3: Re: Loch im Pflaumenbaum
Posted on 2006-06-29 10:16:59 by Ina Koys
Dirk Weber schrieb:
> Ich dachte daran, dass es doch bestimmt etwas gibt, womit man die
> Öffnung ausgießen kann, nachdem man das Wasser abgesaugt hat.
In Parkanlagen sieht man teilhohle Bäume oft mit etwas ausgegossen, das
für mich aussieht wie Beton. Vielleicht mal googlen nach "Baumchirurgie".
Ina
--
Eine wirkliche Frage zu stellen, heißt dem Sturmwind die Tür zu öffnen -
die Antwort kann den Frager vernichten und die Frage selbst - Anne Rice
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#4: Re: Loch im Pflaumenbaum
Posted on 2006-06-29 10:26:29 by Robert Gummi
Dirk Weber wrote:
> wir haben in unserem Garten einen alten Pflaumenbaum stehen.
>
> Im Stamm hat der ein Loch, dieses führt zu einer Aushöhlung im Stamm,
> in welcher immer wieder Wasser steht.
>
> Ich würde sagen, wenn wir nichts unternehmen, wird der Stamm eines
> Tages innen hohl sein.
Ich würde sagen, die Fäulnis ist eh schon sehr viel weiter als die sichtbare
Aushöhlung. Daher würde ich den Stamm evtl. schon als hohl betrachten, was
aber nicht heißen soll, dass der Baum damit nicht noch etliche Jahre stehen
kann.
> Wir würden den Baum gerne erhalten, sprich sanieren. Was kann man da
> machen?
Bin kein Fachmann, aber ich würde vermuten, dass es gut wäre, für einen
Abfluss zu sorgen, damit kein Wasser mehr im Stamm steht.
> Ich dachte daran, dass es doch bestimmt etwas gibt, womit man die
> Öffnung ausgießen kann, nachdem man das Wasser abgesaugt hat.
Das würde ich nun garantiert nicht machen. Was soll das ausgießen bringen?
Die Fäulnis würde darunter fröhlich weiter fortschreiten. Sieh zu, dass die
Höhlung in Zukunft absolut trocken bleibt. Bau ein Dach drüber, aber so,
dass noch Luft rankommt (also nicht einfach Dachpappe auf die Öffnung
nageln).
> Der Baum ist wirklich sehr schön, außerdem sind Pflaumen ja was
> leckeres.
Sieh nur zu, dass nicht irgendwann ein Teil der Krone wegbricht und
irgendetwas oder irgendjemanden platt macht. Bei uns ist bei einem
Pflaumenbaum letztes oder vorletztes Jahr ein sehr grosser Ast, der
praktische die halbe Krone darstellte, ausgerissen. Hat zum Glück keinen
Schaden angerichtet. Der Stamm war innen sehr viel stärker verfault als ich
es von aussen je vermutet hätte.
Bye,
Robert
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#5: Re: Loch im Pflaumenbaum
Posted on 2006-06-29 23:39:55 by tilman engelhardt
Dirk Weber schrieb:
> Hi,
>
> wir haben in unserem Garten einen alten Pflaumenbaum stehen.
>
> Im Stamm hat der ein Loch, dieses f=FChrt zu einer Aush=F6hlung im Stamm,
> in welcher immer wieder Wasser steht.
Macht nix, wo Wasser ist, ist es nass und da hat der Pilz, der die
F=E4ule verursacht, keine Chance, er hats lieber feucht. Wassertaschen
haben viele alte B=E4ume, ohne davon gesch=E4digt zu werden.
> Ich w=FCrde sagen, wenn wir nichts unternehmen, wird der Stamm eines
> Tages innen hohl sein.
Macht nix, eine R=F6hre ist genauso stabil wie ein Vollholzzylinder, die
Restwandst=E4rke ist entscheidend. Wenn Dein Pflaumenbaum vital und
gesund ist, hat er l=E4ngst eine "barrier zone" im Holz gebildet, die
weiteren F=E4ulevorgang stoppt. Ist die Restwandst=E4rke Deiner R=F6hre in
H=F6he des Loches >1/3 - 1/5 des Gesamtdurchmessers, so brauchst Du Dir
eigentlich keine Sorgen machen, sag ich jetzt mal so, allerdings sehe
ich jetzt Deinen Baum auch nicht.
> Wir w=FCrden den Baum gerne erhalten, sprich sanieren. Was kann man da
> machen?
Mach nix, beobachte den Baum auf Auff=E4lligkleiten, aber lass das
Wasser besser drin stehen. Blo=DF kein Loch bohren, damit durchdringst
Du die barrier zone und leistest der F=E4ule Vorschub. Ist au=DFerdem
nicht mehr Stand der baumpflegerischen (Baumchirurgie ist ein sch=F6ner
Begriff, der vor 30 Jahren noch eine Gelddrucklizens war...) Technik.
(s. ZTV Baumpflege, 2005)
> Ich dachte daran, dass es doch bestimmt etwas gibt, womit man die
> =D6ffnung ausgie=DFen kann, nachdem man das Wasser abgesaugt hat.
Nein, lass das Wasser drin und plombiere den Baum mit nix, schon gar
nicht mit Beton (nicht mehr Stand der Technik, s. o.).
> Der Baum ist wirklich sehr sch=F6n, au=DFerdem sind Pflaumen ja was
> leckeres.
Wenn der Baum sch=F6n ist, freu Dich dran und lass ihn von einem
Fachmasnn anschauen, wenn Du Dir Sorgen machst.
Gru=DF
tilman
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#6: Re: Loch im Pflaumenbaum
Posted on 2006-07-02 08:32:11 by Gerhard Zahn
Am 29 Jun 2006 14:39:55 -0700 schrieb tilman engelhardt:
Hallo,
>> wir haben in unserem Garten einen alten Pflaumenbaum stehen.
>>
>> Im Stamm hat der ein Loch, dieses führt zu einer Aushöhlung im Stamm,
>> in welcher immer wieder Wasser steht.
>
>Macht nix, wo Wasser ist, ist es nass und da hat der Pilz, der die
>Fäule verursacht, keine Chance, er hats lieber feucht. Wassertaschen
>haben viele alte Bäume, ohne davon geschädigt zu werden.
eine erstaunliche Aussage, wirklich.
Wo Wasser steht, ist es immer nass und drum herum feucht.
Wo es dem einen Pilz zu nass ist, wird ein anderer wachsen und
umgekehrt.
Wenn du deine Aussage mit seriösen Quellen belegen kannst, werde ich
meinen Obstbäumen auch noch Wassertaschen verpassen, die ja so
unschädlich sind. :-)
Im Obstbau wird schon von geringsten Wassertaschen gewarnt, zB
solchen, die sich unter Wundverschlussmitteln auf Dispersionsbasis
bilden können.
Also: her mit ernstzunehmenden Quellen, die Wassertaschen an
Obstbäumen für harmlos halten.
Beste Grüße G e r h a r d
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#7: Re: Loch im Pflaumenbaum
Posted on 2006-07-02 13:31:51 by tilman engelhardt
Gerhard Zahn schrieb:
> Am 29 Jun 2006 14:39:55 -0700 schrieb tilman engelhardt:
>
> Hallo,
>
> >> wir haben in unserem Garten einen alten Pflaumenbaum stehen.
> >>
> >> Im Stamm hat der ein Loch, dieses f=FChrt zu einer Aush=F6hlung im Sta=
mm,
> >> in welcher immer wieder Wasser steht.
> >
> >Macht nix, wo Wasser ist, ist es nass und da hat der Pilz, der die
> >F=E4ule verursacht, keine Chance, er hats lieber feucht. Wassertaschen
> >haben viele alte B=E4ume, ohne davon gesch=E4digt zu werden.
>
> eine erstaunliche Aussage, wirklich.
> Wo Wasser steht, ist es immer nass und drum herum feucht.
> Wo es dem einen Pilz zu nass ist, wird ein anderer wachsen und
> umgekehrt.
>
> Wenn du deine Aussage mit seri=F6sen Quellen belegen kannst, werde ich
> meinen Obstb=E4umen auch noch Wassertaschen verpassen, die ja so
> unsch=E4dlich sind. :-)
Quellen: ZTV Baumpflege v. 1993, Forschungsgesellschaft
Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. - FLL, S. 42, 3.4.6.1.:
"Entw=E4sserung in Stamm und Krone:
Entw=E4ssert werden soll nur, wenn die Gefahr besteht, dass gefrierendes
Wasser zu Frostrissen f=FChrt.
Schadstellen sind im Regelfall nicht zu entw=E4ssern."
In der neuen ZTV steht es genauso drin, ich habe sie leider gerade
nicht zur Hand.
Alex L. Shigo: Die neue Baumbiologie, Thalacker Verlag, 1990, S. 548:
"Entw=E4sserungsr=F6hren: Bohrt man eine H=F6hle an, dringen die Pathogene
nach au=DFen in das Holz um das Loch..........Das Anbohren von Nassholz
ist deshalb gef=E4hrlich, weil die inneren Bereiche der S=E4ule leicht
austrocknen und dadurch geeignete Bedingungen f=FCr F=E4ulepilze
entstehen. ........Durch die Verletzung und die Pathogene kommt es
h=E4ufig zum Absterben von Kambiumzellen, die wunde wird jetzt noch
gr=F6=DFer........Ich kann die Anbringung von L=F6chern zur Entw=E4sserung
von H=F6hlen umnd die Verwendung von R=F6hren zum Ableiten von
Nassholzfl=FCssigkeit nicht empfehlen."
Aber bitte: Das alles ist nat=FCrlich kein Grund, Deinen Obstb=E4umen
extra Wassertaschen zu verpassen! :-(
Gru=DF Tilman
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#8: Re: Loch im Pflaumenbaum
Posted on 2006-07-02 20:18:55 by Gerhard Zahn
Am 2 Jul 2006 04:31:51 -0700 schrieb tilman engelhardt:
Hallo,
>> Wenn du deine Aussage mit seriösen Quellen belegen kannst, werde ich
>> meinen Obstbäumen auch noch Wassertaschen verpassen, die ja so
>> unschädlich sind. :-)
>
>Quellen: ZTV Baumpflege v. 1993, Forschungsgesellschaft
>Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. - FLL, S. 42, 3.4.6.1.:
>"Entwässerung in Stamm und Krone:
>Entwässert werden soll nur, wenn die Gefahr besteht, dass gefrierendes
>Wasser zu Frostrissen führt.
>Schadstellen sind im Regelfall nicht zu entwässern."
>In der neuen ZTV steht es genauso drin, ich habe sie leider gerade
>nicht zur Hand.
>Alex L. Shigo: Die neue Baumbiologie, Thalacker Verlag, 1990, S. 548:
>"Entwässerungsröhren: Bohrt man eine Höhle an, dringen die Pathogene
>nach außen in das Holz um das Loch..........Das Anbohren von Nassholz
>ist deshalb gefährlich, weil die inneren Bereiche der Säule leicht
>austrocknen und dadurch geeignete Bedingungen für Fäulepilze
>entstehen. ........Durch die Verletzung und die Pathogene kommt es
>häufig zum Absterben von Kambiumzellen, die wunde wird jetzt noch
>größer........Ich kann die Anbringung von Löchern zur Entwässerung
>von Höhlen umnd die Verwendung von Röhren zum Ableiten von
>Nassholzflüssigkeit nicht empfehlen."
>Aber bitte: Das alles ist natürlich kein Grund, Deinen Obstbäumen
>extra Wassertaschen zu verpassen! :-(
Danke, für die Befreiung von der Wassertaschenpflicht, aber auch für
deine Zitate aus offensichtlich fachkundiger Quelle, die ich mir
gleich mal gebunkert habe.
Man sieht, man lernt nicht aus.
Beste Grüße G e r h a r d
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